02. Autofrei am Hirchbichlpass


Drei Pässe hatten wir uns an dem Tag vorgenommen. Über den Hirschbichlpass wollten wir durch den Nationalpark Berchtesgaden nach Österreich radeln. Im Anschluß würden wir über den Steinpass und über den Schwarbachwachtl wieder zum Königsee zurückkehren.

Soviel zum Tagesprogramm! Als wir die Köpfe durch die Zeltöffnung steckten, schien doch tatsächlich die Sonne. Nach dem Regennachmittag tags zuvor tat das richtig gut. Motiviert bis in die Zehenspitzen radelten wir nach Westen über Ramsau zum Hintersee.

Auf dem Weg zum Hintersee

Robert hatte ein kleines Ministativ dabei, mit dem ihm die nachfolgende Aufnahme gelang.

Das Radelteam vor dem Hintersee

Ein kurzes Stück hinter dem See befindet sich ein Schlagbaum und das ist gut so. Kein PKW überholte uns auf der Fahrt zur Paßhöhe mehr. Auf einer wunderschönen kleinen asphaltierten Straße kurbelten wir durch eine traumhafte Landschaft, die kaum schöner sein konnte. Einige Wanderer trafen wir unterwegs, ansonsten war es angenehm ruhig.

Eine Hinweistafel

Unterwegs zum Hirschbichlpass

Ein Blick in die Berge

Dort konnten wir unsere Wasserflaschen füllen

Kilometer um Kilometer kurbelten wir uns hinauf, bis wir ein Teilstück erreichten, das mit dem Rennrad kaum noch zu befahren war. Ehrgeizig wie wir waren, versuchten wir es und kämpften uns ein Stück die ca. 500 m lange 24 % Steigung hinauf. Keine Chance, Ludger rutschte kurz das Hinterrad weg, er hatte Glück und stürzte nicht. Es dauerte aber nicht lange, dann ließen die Kräfte nach und selbst der Hartnäckigste stieg vom Rad.

Verschnaufpause

So ein Teilstück gab es dann gleich noch ein zweites Mal. Selbst das Laufen fiel dort schon schwer. Als wir die Passhöhe erreichten, hatten wir die ersten 600 Höhenmeter des Tages geschafft.

Mal ein kurzes Stück flacher

Bei der Ankunft am Hirschbichlpass, nur der Postbus darf dort durch

Auf der Passhöhe gibt es eine Restauration (Laut Fahrradständer = Radlertankstelle). Wir nutzten die Gelegenheit, aßen eine leckere Suppe, fotografierten ein wenig und freuten uns über die stabile tolle Wetterlage.

 

Radlertankstelle

Verdiente Pause

In der Sonne zu sitzen macht Spaß

Die Passhöhe

Eine kleine Kapelle befindet sich dort

Die Abfahrt nach Oberweissbach hatte es in sich! Bei 30 % Gefälle schmerzten zwar keine Beinmuskeln mehr, dafür aber die Hände. Mit dem Rennrad unterwegs, sollte man gleich den Lenker unten greifen. Die Bremsgriffe vom Oberlenker zu betätigen, war nicht ungefährlich. Man bekam nicht genügend Druck auf die Bremsbacken.

Ich war mit Robert als letzter in die steile Abfahrt gesaust. Als ich das Schild mit der Angabe der Gefällprozente sah, zog ich die Bremshebel durch. Ich wollte unbedingt ein Foto machen.  Kaum stand mein Rad, gab es einen großen Knall, der Schlauch war geplatzt. Zum ersten Mal kamen Markus Funkgeräte zum Einsatz.  Ich drückte kurz die Ruftaste und informierte die anderen über meine Panne. Sie würden unten warten. Nach der Reparatur radelten Robert und ich sehr langsam die Strecke hinab. Ich achtete darauf, die Bremsen wechselnd zu betätigen. Noch eine Reifenpanne wegen Überhitzung wollte ich vermeiden.

Der Hinweis auf das bevorstehende Gefälle (30%)

Kurz vor dem kleinen Ort Weissbach waren wir alle wieder zusammen. Über die weitere Strecke gibt es relativ wenig zu berichten. Über Loferbach radelten wir auf der B21 weiter nach Norden. Kurz vor dem kleinen Ort Melleck verließen wir die Bundesstraße, überquerten den kleinen Steinpass und fuhren weiter nach Norden.

Am Steinpass

In Schneizlreuth wechselten wir die Straße und kurbelten uns über die B305 und Schwarzecker Strasse zur Schwarzeck hinauf. Dort mußten wir noch einmal über 500 Höhenmeter hinauf. Die Steigung war aber eher moderat, kein Vergleich mit dem Kampf am Hirschbichlpass. Die Schwarzbachwachtl ist mit 868 m nicht der höchste Punkt, die Schwarzecker Strasse führt bis auf 1040 m hinauf.

Nicht der höchste Punkt!

Am Abzweig zur Schwarzecker Straße

Nur noch wenige Kilometer bis zum Königsee

Am frühen Nachmittag hatten wir die 88 km geschafft. Die Zelte abgebaut und frisch geduscht fuhren und mit unseren Autos noch gut 1 ½ Stunden über Saalfelden bis nach Bruck. Dort wollten wir einen Tag später die Groß Glockner Hochalpenstraße in Angriff nehmen. Der Campingplatz Woferlgut in Bruck ist relativ groß und besitzt eine gute Ausstattung. Zum Platz gehört ein Restaurant, in dem wir den Tag gemütlich ausklingen ließen.

Im Restaurant auf dem Campingplatz Woferlgut