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Schade, aber dennoch nicht zu vermeiden war, dass sich die ersten Reiseradler nach gelungenem Treffen verabschieden würden. Henning (HvS), Klaus (Trikerbiker), Werner (Pfälzer) und Willi (WilliEnns) hatten keine Zeit mehr um an der weiteren „langen Tour“ teilzunehmen. Kein Problem, da die Teilnahme an der langen Tour auch nicht geplant war. Schade nur sich nach den kurzen Abenden bereits verabschieden zu müssen.
Für den Rest der Gruppe hieß es schon früh morgens zu packen um nicht zu spät in Richtung Reschenpass zu starten.
Anja und Ulrich beim Packen
Danjel fertig und abfahrbereit
Falk blickt skeptisch auf sein Rad?
Nördlich von Mals verließen wir den Ort zügig auf der SS40. Der bereits einsetzende Pkw-Verkehr veranlasste uns aber die SS40 schnell in Richtung Burgeis zu verlassen um auf Radwegen oder Nebenwegen den Reschenpass zu erreichen. In einer langgezogenen Kehre oberhalb von Mals entdeckten wir den Hinweis auf den Radweg, der das Etschtal mit dem Inntal verbindet.
Ulrich verlässt die SS40 und strahlt!
Einer wunderschönen kleinen Straßenführung folgend, radelten wir auf der Westseite des Mittensees und Reschensees entlang. Der SS40 weiter zu folgen, wäre auch zu stressig gewesen.
Links von uns zu sehen, das Kloster Mariental und Burgeis
Auf einem wunderschönen kleinen Nebenweg
Interesse an dem Gemäuer?
Diesen Übergang über die Alpen schienen die Römer bereits genutzt zu haben. Wir radelten auf der Via Claudia Augusta.
Auf der Via Claudia Augusta
Auf der Westseite des Reschensees
Auf der Westseite des Reschensees
Der in dieser Gegend meist fotografierte Kirchturm steht bei Graun im Reschensee. Der ursprünglich schon vorhandene See besaß einen Wasserspiegel, der 22 m tiefer lag. Der Ort wurde Opfer der damaligen Entscheidung, den See aufzustauen.
Grauner Turm im Reschensee
Der Reschenpass war nicht der höchste Punkt unserer ersten Fahrstrecke. Der höchste Punkt befand sich auf der Westseite des Reschensees ca. 3 km vor der Passhöhe. Den eigentlichen Pass hatte man wohl aufgrund der Grenze leicht versetzt und nicht am höchsten Punkt platziert.
Die Gruppe am Reschenpass (Noch sehen sie fast erholt aus!)
Die ca. 5 km bis Nauders legten wir in einem rasenden Tempo zurück. Die Gruppe zog sich lang auseinander und sammelte sich erst wieder am Ortseingang von Nauders. Hoch oben war von weitem bereits die alte Festung von Nauders zu sehen.
Burg Nauders
In Nauders
Kurz vor dem Erreichen der B180 befindet sich im Ort ein Kinderspielplatz. Die vorhandenen Tische und Bänke boten sich förmlich an für unsere Mittagspause. Falk hatte ohnehin schon „angedroht“ nicht mehr weiterzufahren, weil sein Magen seit einiger Zeit knurrte.
Mittagspause in Nauders
Mittagspause in Nauders
Nach einem heißen Süppchen wurde es dann Zeit sich mal wieder an seine Kindheit zu erinnern. Falk und Hans konnten es nicht lassen sich mal so richtig auszutoben.
Ja, ja so jung müsste man noch mal sein!
Die Norbertshöhe zu erreichen stellte nun wirklich kein Problem dar. Die 70 Höhenmeter vor der Abfahrt nach Martina, einem kleinen Schweizer Grenzort, waren schnell erreicht.
Auf der Norbertshöhe
Auf der Norbertshöhe
Danach ging es 400 Höhenmeter in rasendem Tempo hinab zum Schweizer Zollamt. Hans sah die LKW-Waage am Zollamt als erster. Ein Blick und die vier Worte “Das ist eine Waage” reichten aus, um Georg durchstarten zu lassen. Georg setzte im Zollamt sein strahlendes Lächeln auf, nur um zu erreichen, dass die Radlergruppe samt Fahrrad und Gepäck gemeinsam gewogen wurde. Viel Spaß hatten wir bei der Aktion. Zunächst mussten wir die Waage alle wieder verlassen, damit sie definiert auf Null kg kalibriert wurde. Danach wurden wir alle wieder hinauf gewunken. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Neun Radler brachten samt Gepäck doch tatsächlich 1180 kg auf die Waage.
Der Gewichtsnachweis des Schweizer Zollamtes
Durchschnittlich also 131,1 kg (Körpergewicht, Fahrrad und Gepäck), die über die Berge gewuchtet wurden.
Auf der LKW-Waage am Schweizer Zollamt
Wir befanden uns jetzt bereits im Inntal. Am Fluss entlang radelten wir auf breit ausgebauter Straße bis zum dem Abzweig, wo wir links auf die alte Samnaun- Bergstraßenführung abzweigen mussten. Alex, Ulrich und Paul entschieden sich dort direkt nach Prutz weiter zu radeln, also nicht mehr die Samnaun-Bergstraße hinaufzufahren.
Eine Entscheidung ist fällig! (Samnaun oder nicht!?)
Anja, Robert, Georg, Hans, Falk und Danjel kamen bereits hinter dem Straßenabzweig gehörig ins Schwitzen. Kontinuierliche 13 % forderten sie über 800 Höhenmeter enorm.
Falk und Georg vor einem der kleinen Tunnel
Die kleinen Felstunnel auf der Straßenführung sorgten für reichlich Abwechslung, weil zwei Pkw´s einfach nicht gleichzeitig durch die Tunnel passten. Unser Fahrradlicht reichte auch nicht gerade aus, um die Tunnel auszuleuchten. Auffallend war dabei aber sogleich, dass der Nabendynamo von Danjel im Vergleich zu meinem 8 Jahre alten Rollendynamo bei langsamer Geschwindigkeit erheblich mehr Lichtausbeute brachte. Danjel erklärte sich sofort bereit in den unbeleuchteten Tunneln hinter mir her zu fahren. Ein Dankeschön möchte ich deshalb diesem Bericht an Danjel beifügen.
Dort führt tatsächlich die Straße durch!
Mit dem Erreichen von Samnaun waren wir? (ich!) doch reichlich geschafft. Mein mitgeführter Fahrradanhänger hatte mir nach 7–wöchiger Radlerpause meine Grenzen gezeigt.
Ankunft in Samnaun
Robert, was schaust du so skeptisch?
Fast fertig für die Abfahrt
In Samnaun
Wer annimmt, jetzt bis Prutz bergab fahren zu können, sollte sich irren. An der Grenzstation in Spiss mussten wir nochmals 100 Höhenmeter hinauf um direkt danach tief ins Tal zu sausen. Auf der Abfahrt in Richtung Prutz (über Pfunds) hielten wir uns fern von der B180. Überwiegend auf der L65 unterwegs erreichten wir bei leicht welligem Profil Prutz um 18:40 Uhr. Den Abend verbrachten wir im Gasthof zur Post in Prutz.
Anmerkung zur Samnaun- Bergstraße:
Kaum zu glauben, aber dennoch wahr ist die Tatsache, dass hier noch heute täglich Hunderte von Autos die Bergstraße hinauffahren, nur um hinter der Grenze billig zu tanken oder z.B, zollfrei 50 kg Zucker zu kaufen. Als Radler wird einem diese ansonsten landschaftlich schöne Strecke durch den Pkw-Verkehr ziemlich vermiest.
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