05. Wer hätte das gedacht, durchgängige 18% zur Pillerhöhe


Auf unserer Radtour ging es wie bei den 10 kleinen Negerlein zu. Nachdem sich Hans bereits am vorgestrigen Abend wie geplant verabschiedet hatte, war Anja auf der Abfahrt vom Kaunertaler Gletscher ebenfalls wie geplant „ausgestiegen“. Kurz hinter der Staumauer hatte sie sich eine Übernachtung in einer Berghütte gebucht, um noch ein wenig in den Bergen zu wandern. Herzlich war die Verabschiedung ausgefallen, verbunden mit dem Wunsch evtl. noch mal ein Treffen zu organisieren.

Für den darauffolgenden Tag hatten wir uns die Pillerhöhe und den Kühtaisattel vorgenommen. Mit dem Wissen, dass 2400 Höhenmeter zeitlich mit einer größeren Gruppe kaum zu bewältigen waren, stand ich zwar etwas früher als die anderen Teilnehmer auf, aber an eine erheblich frühere Abfahrt im Vergleich zu den Vortagen war kaum zu denken.

Bereits fertig gepackt!

Ebenfalls bereits fertig

Bei Falk dauert es noch etwas

Bei genauerer Betrachtung des Kartenmaterials stellten wir sehr schnell fest, dass es zur Pillerhöhe über 800 Hm mit kontinuierlichen 18% hinauf ging. Das nachstehende Höhenprofil zeigt, dass wir auch auf der weiteren Strecke noch ordentlich gefordert wurden. Um es kurz zu formulieren, zeitlich hatten wir keine Chance mit unserem Gepäck den Kühtaisattel auch noch hinauf zu fahren. Ohne Kühtai kamen schon 1380 Höhenmeter zusammen.

Profil des Tages

Wir hatten den Ort Prutz kaum verlassen, da stieg die Straße auch schon gnadenlos an.  Ein wenig „Erholung“ gab es maximal in den wenigen Kehren, in denen die Steigung in den Außenkehren etwas abnahm.

Ab hier ging es zur Sache!

Auch Robert muss mal verschnaufen

Für Georg mit Gespann schon ziemlich heftig

Meter für Meter kämpften wir uns immer höher, bis wir unseren Abfahrtort Prutz bereits tief unter uns liegen sahen.

Tief unter uns, unser Abfahrtort Prutz

Eigentümlich, aber zu den 18 % Steigung auf der Pillerhöhenstr. fiel mir immer wieder der 18 % Anstieg am Wurzenpass ein. Den Wurzenpass hatte ich im Jahr 1982 mit dem Auto auf dem Weg nach Jugoslawien befahren. In Erinnerung geblieben sind mir die qualmenden Autos, die den Anstieg nicht schafften.

Unsere Maschinen bestehend aus je einem MS (Menschenstärke) qualmten ebenfalls mächtig, aber sie liefen mit dem entsprechenden kostenlosen Wassernachschub prächtig.  An einem Bauernhof fragten wir nicht lange, griffen uns den Gartenschlauch und füllten die Wasserflaschen nach.

Kurze Pause und Wassertanken an einem Bauernhof

Etwa eine Stunde später erreichten wir die vermeintliche Passhöhe. Ein Passschild oder ein Hinweis auf die Pillerhöhe gab es zwar nicht, aber 200 m vor uns ging es doch bergab!

Robert wartet auf die anderen Radler auf der vermeintlichen Passhöhe

Mit Blick auf das obige Höhenprofil wird deutlich, dass wir keineswegs auf der Pillerhöhe standen. Die Senke bestand zwar nur aus einem Höhenmeterunterschied von ca. 50 m, aber nach bereits bewältigten 700 Hm über 18% waren wir nicht gerade begeistert, noch einmal in ein „Loch“ zu fahren. Kurz vor der Passhöhe hatten wir dann noch einen schönen Ausblick auf den in Richtung Landeck fließenden Inn.

Stelle mit Ausblick

Blick auf den Inn

Reichlich abgekämpft erreichten wir die Pillerhöhe. Nachfolgend einige Bilder die oben aufgenommen wurden.

Die 18% sind geknackt! Unsere Radlergruppe auf der Pillerhöhe

Pillerhöhe

Er hat zwar das bequemste Plätzchen, aber etwas geschafft sieht er doch aus oder?

Durch wunderschöne Wiesen sausten wir hinab bis nach Amerika (Sorry, Neu Amerika).

Wunderschöne Abfahrt mit kleinen Anstiegen (Radlerparadoxum?)

Robert in Neu Amerika

Nachdem wir uns in „Arzl Im Pitztal“ mit dem notwendigen Proviant für eine Mittagspause eingedeckt hatten und tief hinunter zur Pitze (Fluß) gesaust waren, passierte das, wonach sich Radler immer so sehnen. Roberts Rad hatte einen Plattfuß. Während Robert seinen Schlauch wechselte, verwandelten die anderen den Straßenrand in eine Küche. Nicht unbedingt das schönste Plätzchen zum Mittagessen, aber rumstehen wollten wir auch nicht. Das ganze sah dann so aus, wie auf den folgenden Fotos.

Roberts „schönstes“ Erlebnis auf der Radtour

Derweil machen es sich die anderen gemütlich!

Und noch ein Kocher

Zwei giftige Steigungen waren auf dem Weg über Waldele nach Sautens noch zu bewältigen. Dazwischen befand sich eine sehr schöne schmale Strecke, die durch einen Wald führte.

Nachfolgend einige Fotos die auf dem Teilstück gemacht wurden.

Wir erreichen Waldele

So kann es durchaus weitergehen

Im Wald kurz vor Sautens

In Sautens entdeckten wir im Ort eine kleine Gastwirtschaft in der wir uns erst einmal eine Cola bzw. Radler genehmigten.

Vor der Gastwirtschaft in Sautens

Nach einer kurzen Abfahrt überquerten wir die Ötztaler Ache und standen plötzlich an der B186, die uns nach Umhausen führen sollte. Zunächst versuchten wir noch einen alternativen Nebenweg zu finden, einen ausgeschilderten MTB-Pfad gab es schon, wir wussten nur nie, ob dieser auch mit den Hängern bzw. unserem „Normalprofil“ befahrbar war. Ein erster Versuch führte uns durch Wiesen hindurch wieder zurück zur Straße. Sich zwischen den Weidenzäunen zu bewegen, war mit dem Hänger gar nicht so einfach.

Auf schmalen Wegen durch die Wiesen

Falk und ich staunten nicht schlecht, als wir uns wieder auf der B186 befanden, die anderen Radler aber auf einem Weg in der Wiese in der Nähe der Ötztaler Ache. Umkehren wollten wir nicht mehr. Es war auch keineswegs sicher, dass die anderen nicht noch zurückfahren mussten. Spätestens bei der Flussquerung vor Tumpen hätten sie eigentlich wieder „auftauchen“ müssen. Falk und ich hatten zwar ordentlich Gas gegeben, nach 10 Minuten Warten entschieden wir uns aber für die Weiterfahrt. Die ca. 7 km bis Umhausen waren nach den Kehren vor Tumpen schnell geradelt.

Kurz vor Umhausen

Nach dem Erreichen des Campingplatzes, wir hatten unsere Zelte gerade aufgebaut, erschienen Robert, Ulrich und Danjel. Sie erzählten von einer Nebenstrecke mit einem Wasserfall. Falk und ich hatten wohl leider etwas verpasst. Paul war bereits früher auf dem Campingplatz erschienen, weil er sich den Anstieg über die Pillerhöhe erspart hatte und durch das Inntal in Richtung Umhausen geradelt war.

Die ersten Zelte stehen (Georg u. Falk)

Den Abend verbrachten wir in einem sehr schönen Biergarten/Restaurant in Umhausen.

Abends im Biergarten

Resümee des Tages:

Die Ankunft um ca. 18:00 Uhr sagt eigentlich schon sehr viel aus. Der ursprünglichen Planung zu folgen und noch über den Kühtaisattel zu fahren, hätte bedeutet noch ca. 4 Stunden mehr unterwegs zu sein. Nein, ein nettes Abendessen in gemeinsamer Runde zogen wir der 22:00 Uhr Ankunft vor.