05. Idylle am Weissensee


Am Morgen hatten wir die gesamte Ausrüstung relativ schnell verpackt. Zunächst stand ja die Fahrt mit dem Auto von Bruck zum Millstätter See auf dem Programm.

Die Zelte sind schon abgebaut

Vom Startort aus über St. Johann im Pongau noch auf Bundesstraßen langsam unterwegs, verlief die Fahrt auf der A10 recht zügig. Wir mußten für die Autobahn und Tauerntunnel zwar zusätzliche Gebühren bezahlen, eine Fahrt über Bundesstraßen hätte aber zu lange gedauert. Radeln wäre an dem Tag nicht mehr oder nur für eine sehr kurze Strecke möglich gewesen. Noch vor dem Mittag erreichten wir nach einer ruhigen Autofahrt unseren Zielort Döbriach. Als von mir das nachfolgende Foto gemacht wurde, standen die Zelte bereits und es war 11:45 Uhr.

Georg versorgt die GPS-Geräte mit den notwendigen Tracks

Ungefähr um die Mittagszeit waren alle abfahrbereit. Kaum das wir den Campingplatz verlassen hatten, zog die Straße von der Steigung her gnadenlos an. Keine Chance sich auch nur einen Kilometer warm zu fahren. Der erste „Hügel“ den wir überqueren mußten war nicht hoch. 250 Höhenmeter zu radeln war ja grundsätzlich kein Problem, der Anstieg war aber steil und alle Muskeln kalt. Als Robert mir oben signalisierte, dass sein Kreislauf nicht ganz in Ordnung war,  hielten wir kurz an. Anscheinend war er das Opfer des zu harten „Kaltstarts“. Glücklicherweise ging es ab dort nur bergab. So konnte er sich selber beobachten und erforderlichenfalls einfach anhalten. Wir hielten Ausschau nach einem Cafe bzw. Restaurant. Die Mittagszeit war ohnehin vorbei und eine Suppe würde uns allen gut tun.

Zuerst hielten wir an einem Gasthof, der nicht sonderlich einladend aussah. Die Auswahl an Speisen war dort sehr gering und die Gastwirtin machte nicht den Eindruck großes Interesse an uns als Gäste zu haben. Wenn wir richtig essen wollten, sollten wir ins Tal fahren. Vielleicht gehörte der andere Gasthof ja ihrem Bruder. Etwas verwundert über die Empfehlung, stiegen wir wieder aufs Rad und rollten die wenigen Kilometer bergab.

Ankunft am Gasthof

Nachstehend mal ein paar Fotos vom dortigen Aufenthalt

Der Robert grinst ja schon wieder

Der Ludger ist gut drauf

Markus: „Hoffentlich kommt der Almdudler bald“

Auf der anderen Straßenseite

Direkt nebenan

Nach einer heißen Suppe ging es Robert wieder gut. Die kleine Kreislaufschwäche war fast vergessen und er fühlte sich wieder fit, zum Weissensee zu radeln. Eine wunderschöne Straßenführung brachte uns bis zum See auf eine Höhe von 1050 m.  Beim Anstieg waren ca. 500 Höhenmeter zu bewältigen, die aber alle locker meisterten.

Auf zum Weissensee

Mit GPS am Rad

Kurz Wassertanken unterwegs

Nachfolgend mal einige Foto von dem idyllisch gelegenen See.

Ein erster Blick auf den See bei der Ankunft

Unser Team am Weissensee

Eine Schiffanlegestelle gibt es auch

Und natürlich ein Schiff

Unser nächstes Ziel war die Windische Höhe. Überwiegend durch Wald geführt, radelten wir nach Südosten, um zur L33 zu gelangen. Von dort wollten wir uns noch den Stich über 230 Höhenmeter hinauf zur Windischen Höhe quälen (16%).

Auf dem Weg zur Windischen Höhe

Auweia, 16 % Steigung

Auf der Windischen Höhe

Auf der Passhöhe hielten wir uns nicht allzu lange auf. Der Uhrzeiger stand bereits auf 17:00 Uhr und bis zum Millstätter See waren noch 25 km zu radeln. Eine Steigung über 300 Höhenmeter über unseren „Hausberg“ stand uns auch noch bevor.

Einen Cafe gab es oben noch

Die ersten 4 km radelten wir dieselbe Strecke zurück, die wir uns mühsam hoch gekämpft hatten. Das bedeutete auch, dass wir die Strecke kannten. Die Fahrbahn war relativ neu, ohne Rillen oder sonstige Beschädigungen. Robert lies sein Rennrad einfach laufen und legte mit einer Geschwindigkeit von 85,9 km/h einen neuen Rekord hin. An einen Reifenplatzer mag man dann nicht denken. Mehrere hundert Höhenmeter sausten wir so ins Tal, querten die Autbahn A10 und die Drau und standen in Feistritz vor unserem „Hausberg“. 

Etwas irritiert blickten wir kurz darauf auf ein Straßenschild. Dort stand der Hinweis, dass die L39 gesperrt war. Was nun? Für uns handelte es sich bei der Straße um den kürzesten Weg zum Millstätter See. Große Lust auf Umwege hatten wir auch nicht mehr. Wir wagten es und standen einige Kilometer weiter vor einer größeren Baustelle. Die Straße wurde neu asphaltiert und war über ein kurzes Stück nicht befahrbar. Wir liefen am Fahrbahnrand entlang und passierten die Teermaschine. Die Arbeiter störte es nicht. 200 m weiter stiegen wir aufs Rad. Der frische Asphalt dampfte dort nicht mehr, klebte aber etwas. Ein Grund mit, warum wir am Ende der neuen Asphaltdecke angelangt, erst einmal unsere Radhandschuh nutzten um die kleinen am Mantel festklebenden Steine zu entfernen. Kurz vor der Abfahrt zum Millstätter See machte ich noch das folgende Foto.

Kurz vor dem Ziel, es geht nur noch bergab

Den Abend verbrachten wir in einem Restaurant, das direkt am See gelegen einen tollen Ausblick bot. In Erinnerung geblieben sind mir noch der leckere Schindlbraten und die nette Bedienung.