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Wer hätte das am gestrigen Abend gedacht, heute Morgen keine Wolke am Himmel. Bereits um 07:00 Uhr ist es mir zu warm im Zelt. Die Straße in Richtung Arvieux kenne ich bereits von unseren Touren im Jahr 1998 und 2002. In diesem Jahr befahre ich sie allerdings von Süd nach Nord, also in umgekehrter Richtung. Es ist schon faszinierend den Col d’ Izoard zum dritten Mal in Angriff zu nehmen. In ein paar Tagen führt hier die Tour de France durch. Kurz vor Arvieux sehe ich links im Feld aufeinander gestapelte Strohballen, verziert mit einigen alten Fahrrädern. So drücken die Franzosen ihre Begeisterung für die Tour de France aus.
 Tour de France Begeisterung
In den ersten Kehren hinter Brunissard (links Camping Plan Lachat) werde ich von einigen deutschen Rennradfahrern aus Rosenheim überholt. Sie haben als Begleitfahrzeug einen Mercedes Sprinter dabei. Wieder atemberaubend schön präsentiert sich die Casse Deserte bei strahlendem Sonnenschein, allerdings enorm heiß.
 Casse Deserte
 Casse Deserte
Auch am Refugium Napoleon, kurz hinter der Passhöhe auf der Nordseite keine Wolke zu sehen. Ich erinnere mich an die Auffahrt im Regen im letzten Jahr. Auf der Passhöhe wollen einige Rennradfahrer mein Fahrrad anheben, so fasziniert sind sie von dem Gepäck.
 Auf der Passhöhe am Col d’Izoard
Am Refugium Napoleon trinke ich mir erst mal eine Orangina, irgendwann ist man das Wasser leid. Da es erst 11:45 Uhr ist, treffe ich dort die Entscheidung, auch noch über den Col du Montgenevre zu fahren.
 Blick auf das Refugium Napoleon
Auf der Abfahrt wieder schön anzusehen, der kleine Ort Le Laus mit seinem kleinen Bach, der langsam durch die grüne Wiese fließt.
 In Le Laus
In Cervieres verspüre ich Hunger. Die Pause findet natürlich an unserer alten Picknickstelle mit dem hölzernen Brunnen statt. Den Käse hatte ich schon in Arvieux vor dem Col d’Izoard gekauft.
 Picknick in Cervieres
Aufgrund der danach nur noch wenigen Kehren, geht es zügig hinab nach Briancon. In der Stadt ist es ziemlich nervig wegen des Pkw-Verkehrs. Den Straßenschildern in Richtung Turin und Cite Vauban folgend, fahre ich zügigst hinaus aus dem Ort. Cite Vauban ist die alte Festungsstadt von Briancon, sie liegt etwas höher als die Stadt selber und direkt an meiner Fahrroute. Den Namen Vauban als den Baumeister vieler französischer Festungsanlagen trifft man übrigens in vielen französischen Städten an. Er war wohl einer der besten Baumeister seiner Zeit.
 Die alte Festung in Briancon
In Richtung Col de Montgenevre wird es zunächst zunehmend ruhiger als in der Stadt. Die Strecke über den Col de Montgenevre hat aber heute noch eine verkehrstechnische Bedeutung um nach Italien zu gelangen. Insofern überholen mich noch einige Pkw und leider auch Lkw. Fahrtechnisch sind die 600 Höhenmeter bei durchschnittlichen 6% relativ leicht zu fahren. Es ist aber wieder so heiß wie am Col d’Izoard, so dass ich mehrere Pausen einlegen muss. Um 14:30 Uhr erreiche ich die Passhöhe. Der Col de Mongenevre gefällt mir allerdings nicht. Viel zu viel Rummel, eher ein großer Skiort.
 Nicht sehr einladend am Col de Montgenevre
Ich halte mich oben auf der Passhöhe nicht lange auf, ich habe noch ein langes Stück vor mir. Es geht zwar fast nur bergab, aber eben nur fast. Zwischendurch immer wieder ein paar kleinere Anstiege. Sie summieren sich bis nach Susa meinem heutigen Zielort ab der Passhöhe bis auf 150 Höhenmeter auf.
 Galerien auf der Abfahrt nach Susa
Um 17:30 Uhr erreiche ich Susa und finde keinen Campingplatz. Ich treffe schnell die Entscheidung, im Hotel Napoleon (65,- Euro) zu übernachten. Den Abend verbringe ich in der Altstadt in einer Trattoria unter einem Arcadengang. Den Insalata Mista und die Pizza, sowie ein kaltes Bier habe ich mir heute verdient. 96 km und „schlappe“ 1783 Höhenmeter waren es heute.
 Abends in der Altstadt von Susa
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