09. Den Namen des Zielortes kann man kaum aussprechen, Skjöldolfsstadir


Am 9. Radeltag gönnte ich mir bereits am Nachmittag ein Bad im beheizten Schwimmbad des Campingplatzes in Skjöldolfsstadir. Isländische Campingplätze wirken von Außen meistens sehr unscheinbar, und dennoch haben sie manche Überraschung parat. In Skjöldolfsstadir war es dass beheizte Schwimmbad mit Außenbecken. Als Windschutz hatte man das Außenbecken mit einem hohen Holzzaun umgeben.

Bevor es aber so weit kam, lag eine staubige Wegstrecke hinter mir. Morgens war ich um ca. 09:00 Uhr gestartet und musste gleich die Feststellung machen, dass die alte Ringstraße gar nicht so leicht zu befahren war, immer wieder traf ich auf Stellen mit losem Gestein, immer wieder ging es steil auf und ab. Landschaftlich gesehen führte die Strecke quasi durch eine hügelige Steinwüste, sie war aber immer wieder mit kleinen Seen, Grünbewuchs oder verschiedenen Pflanzen durchsetzt, insofern durchaus abwechslungsreich.

Rückblick auf Mödrudalur

Am Abzweig zur Askja

Ein letzter Rückblick auf Mödrudalur

Auf der ersten Passhöhe in ca. 700 m hatten Inis und Olaf mich wieder eingeholt, sie waren später gestartet. Jetzt war aber endlich mal ein Foto fällig, so häufig hatten wir uns doch schon getroffen. Wir fotografierten uns gegenseitig, die Bilder tauschten wir später (zu Hause) natürlich aus.

Inis und Olaf

Und das von Olaf gemachte Foto

Den Blick in Fahrtrichtung gewendet, sah es dann so aus! Mit 10 % Gefälle ging es hinab in eine Talsenke, wobei die nächste Hügelkette bereits zu sehen war.

Wenn das keine Wüstenstimmung ist

Was für eine weite Landschaft

Auf der Abfahrt in einer von zwei Kehren geschah dann das, womit ich eher auf der Kjölurroute gerechnet hatte. Mein Vorderrad rutschte weg, es war einfach nicht zu halten und schon lag ich auf der Seite. Ich war extrem langsam unterwegs gewesen, keine 10 km/h, weil die Piste in den Kurven schräg abfallend war und ich die Gefahr ahnte. Dass es aber so schnell geschehen würde, damit hatte ich nicht gerechnet. Nun gut, ich hatte keine Schramme abbekommen, die Kleidung war etwas schmutzig, aber das war wohl das geringste Problem.

Eine der zwei Kehren

Das Tal, das von oben schon zu sehen gewesen war, bestand in der Straßenführung aus einer unendlich scheinenden Geraden, links und rechts von mir ein Wechselspiel an Farben.

Die lange gerade Piste

Die Vegetation

Aber die nächste Hügelkette wartete schon auf mich! Reichlich schweiß treibend war die weitere Fahrt in Richtung Ringstraße. Hinter dem Abzweig zur F907 steht eine kleine Rettungshütte, an der ich eine kurze Pause einlegte. Raten dürfen die Leser jetzt mal, wen ich dort wohl traf? Die Lösung lautet I… und O…! Geraten? (Grins)

Das System der roten kleinen Schutzhütten ist einfach. Sie besitzen die Möglichkeit mittels Telefon (Antenne) Hilfe herbeizurufen, sich gleichzeitig aber auch vor plötzlich auftretenden Naturgewalten zu schützen. Sie sind nicht luxuriös ausgestattet, vorhanden sind dort aber die Dinge, die man im Notfall benötigen würde, Schlafsack, Kocher und etwas abgepackte Nahrung. Ein paar Fotos sind nachstehend zu sehen.

Hinweisschild und rote Hütte

Keine Nobelherberge

Ein erster Blick…

 …und der zweite Blick

Beim ersten Blick auf den direkt an der neuen Ringstraßenführung gelegenen Grunnavatn freute ich mich, das Ende der Schotterpiste nahte in ca. 2 km, nach ca. 35 gefahrenen Kilometern. Die Hochlandpisten auf Island erzeugten bei mir immer ein Wechselbad an Gefühlen. Zum einen landschaftlich meist wunderschön geführt, musste ich dort einfach hin. Hatte ich mich den Pisten dann kilometerlang ausgesetzt, freute ich mich wieder auf eine glatte Fahrbahn. Ich denke, dass es andern Radlern aber wohl auch so erging.

Blick auf den Grunnavatn

Die Ringstraße Nr. 1 war dann natürlich schnell erreicht. Nach dem unten abgebildeten Tageshöhenprofil ging es auf der Ringstraße noch einmal kurz ca. 20 Hm bergauf, bevor es dann über 300 Höhenmeter hinabging, um meinen Zielort zu erreichen. Schnell konnte ich auf der Abfahrt aber auch nicht fahren, weil die Fahrbahn nicht durchgängig asphaltiert war. Aber das würde ich im Osten noch häufiger erleben.

Wieder an der Ringstraße Nr. 1

Da geht es hinunter

Die links von mir scheinen sich wohl zu fühlen

Am frühen Nachmittag erreichte ich den winzigen Ort Skjöldolfsstadir. Inis und Olaf saßen vor dem Hauptgebäude des Campingplatzes in der Sonne und tranken Cafe. Ich gesellte mich dazu, bestellte mir ebenfalls einen Cafe und freute mich auf die frühe Ankunft und auf das oben bereits erwähnte Schwimmbad.

Nachstehend noch ein paar Fotos vom Campingplatz in Skjöldolfsstadir.

Mein Zelt steht bereits

Hinter dem Holzzaun befindet sich das beheizte Aussenschwimmbad

Das Hauptgebäude

Den Campingplatz für uns alleine
 

Höhenprofil des Tages (550 Höhenmeter)

 

Auf der alten Ringstraße über Schotterpiste nach Skjöldolfstadir