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Das Frühstück für ca. 5,- € ging absolut in Ordnung. Viel Zeit ließen wir, Andreas Schönberger und ich uns an dem Morgen. Mehrmals liefen wir zum Buffet, um reichlich gestärkt unsere jeweilige Tagestour beginnen zu können. Andreas war mit einem MTB und Minimalgepäck unterwegs und wollte an dem Tag auf eine Piste schwenken, die ihn zur Hekla führte. Unser gemeinsamer Weg bestand deshalb nur aus ein paar Kilometern auf asphaltierter Straße. Ich selber freute mich darauf mal wieder Asphalt unter die Räder zu bekommen.
Draußen beim Rad beladen sah ich dann auch zum ersten Mal seine technische Errungenschaft, die er abends zuvor so begeistert beschrieben hatte. An seinem Flaschenhalter befestigt, befand sich ein Spot-GPS-Tracker. Das Gerät diente dazu um im Notfall via Satellit Hilfe anfordern zu können. Der eigene Standort wurde zyklisch an eine Zentrale gesandt, die wiederum im Notfall entsprechende Hilfe rufen würde. Ideal also, wenn man in Regionen unterwegs war, wo es keinen Mobilfunkempfang gab.
Wie man auf dem nachfolgenden Foto erkennen kann, war es an dem Morgen etwas bewölkt, aber trocken. Ich hatte mich von Andreas bereits nach 5 km verabschiedet und radelte auf den Straßen mit Nr. 26 und 32 nach Südwesten.
Noch auf der Str. 26
Nach ca. 5 km auf der Str. 32 stand ich auf der großen Brücke über den reißenden Fluß Pjorsa.
Brücke über den Fluß Pjorsa
Mächtig viel Wasser fließt hier durch
Etwa einen Kilometer weiter befindet sich eines der großen Kraftwerke Islands. Das Kraftwerk wurde direkt in den Berg gebaut. Versorgt wird es mit Wasser, das durch einen künstlich angelegten Kanal fließt. Ich fand beides nicht gerade sehenswert, zumal hier sehr viel von der ursprünglichen Natur zerstört worden war. Trotzdem mal ein paar Fotos.
Das Kraftwerk
Blick in die andere Richtung
Mein nächstes Tagesziel hieß Stöng. Stöng ist ein alter Bauernhof, dessen Grundmauern erst 1939 wieder ausgegraben wurden. Der Hof und das ganze Tal wurden durch einen verheerenden Ausbruch der knapp 20 km entfernten Hekla bereits im Jahr 1104 verschüttet. Heute befinden sich die Hofruinen unter Denkmalschutz.
Der eigentliche Zufahrtsweg nach Stöng befindet sich knapp 15 km hinter der Pjorsa-Brücke. Dies gilt aber nur, sofern man auf der Str. 32 weiterradelt. Ich selber bevorzugte die Piste, auf die man bereits nach 3 km hinter der Pjorsa-Brücke abzweigen kann. Wenn man auf die nachfolgenden Schilder am rechten Straßenrand achtet, lässt sich der Abzweig nicht verfehlen.
Der nördliche Abzweig nach Stöng
Ich weise hier bewusst auf diesen Abzweig hin, weil er mich in eine landschaftliche Idylle führte, die ich auf der Karte noch gar nicht wahrgenommen hatte. Mit dieser Wahl war ich zwar wieder auf einer Piste und nicht asphaltierten Strecke unterwegs, aber es war nun mal so: Die Highlight Islands befanden sich meist abseits der asphaltierten Straßen.
Die nördliche Zufahrt nach Stöng
Eine farbenfrohe Zufahrt
Auf dem Nebenweg wurde ich kurze Zeit später von einem einzelnen PKW überholt, aus dem jemand grüßte. Ich war mir in dem Moment nicht sicher, meinte aber deutsche Stimmen gehört zu haben. Da sie nicht anhielten, radelte ich ihnen in Ruhe hinterher. Etwas später sah ich den Wagen abseits von meiner eigentlichen Route an einem Stichweg stehen. Ich wurde neugierig und kurbelte dem Stichweg folgend bis zum dort parkenden PKW. Es musste doch einen Grund geben, warum sie dorthin gefahren waren. Der Grund hieß „Gjarfoss“ und dieser war von einer landschaftlichen grünen Schönheit umgeben, die es auf Island wohl eher selten gab. Nachstehend mal einige Fotos von der Umgebung. Das Pärchen das zum PKW gehörte traf ich unten am Wasserfall. Es waren tatsächlich Deutsche, mit denen ich mich noch kurz unterhielt.
Mein erster Blick hinunter
Idylle
Der Gjarfoss
Rechts „Echter Engelwurz“
Lava und Wasser
Bis zum Hof Stöng war es dann nicht mehr weit. Die Wegstrecke war allerdings auf dem letzten Kilometer kaum befahrbar.
Der letzte Kilometer nach Stöng
Zwischen meiner befahrenen Piste und Stöng befindet sich ein Fluss (Rauda), den man eigentlich furten muss. Schwenkt man vor dem Erreichen der Furt auf dem Weg nach links, findet man eine Holzbrücke für Fußgänger. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch der Parkplatz, auf dem die PKW parken, die über den eigentlich südlichen Anfahrtsweg anreisen.
Mein Rad stellte ich rechts vor der Holzbrücke ab. Bis zum Hof Stöng waren nur noch wenige hundert Meter zu laufen.
Die kleine Holzbrücke, im Hintergrund der Hof Stöng
Rückblick zur Holzbrücke, mein Rad soeben noch erkennbar
Eingang zum Hof Stöng
Erläuterungstafel
Die Grundmauern des ehemaligen Hofes wurden überdacht
Über die Tatsache, ob derartige Grundmauern besonders sehenswert sind, mag sich jeder sein eigenen Urteil bilden. Ich selber fand es historisch interessant, hielt mich aber dennoch nicht allzu lange dort auf. Über den eigentlichen südlichen Anfahrtsweg verließ ich Stöng. 6 km weiter müsste ich wieder auf asphaltiertem Grund stehen.
Ich verlasse Stöng
Rechts von mir ein Fluss
Schon fast wieder „Hochlandfeeling“
Ich war kaum wieder auf die Str. 32 eingebogen, da entdeckte ich den Hinweis zum Hjálparfoss.
Der Hinweis zum Hjálparfoss
Er liegt etwa 1 km abseits der Straße. Ich hatte Zeit und kurbelte die kurze Strecke über hügeliges Terrain bis zu einem kleinen Parkplatz. Er befindet sich direkt vor dem Wasserfall. Der Fluss Fossa stürzt dort über knapp 10m tief in einen Basaltkessel, bevor er in die Pjorsa mündet.
Am Hjálparfoss
Der Hjálparfoss etwas näher betrachtet
Etwa 6 km weiter traute ich erst meinen Augen nicht. Es gab auf Island doch tatsächlich noch Wald. Es handelte sich aber nicht um einen alten Wald, sondern um ein Aufforstungsprogramm, das seit ein paar Jahren zu ersten Erfolgen führte.
Auf dem Anfahrtsweg zum Wäldchen
Blick von der kleinen Brücke
Fast wie zu Hause…..
…. Und dann auch noch mit Picknickmöglichkeit
Nachfolgend noch ein paar Fotos von meiner Weiterfahrt bis Arnes. Der Ort bot sich als Zwischenstop für eine verspätete Mittagspause an.
Und weiter geht’s nach Arnes
Links von mir der mächtige Strom Pjorsa
Schön anzusehen
Und nun auch mal der Georg
Ankunft in Arnes an der Tankstelle
Arnes ist ein sehr kleiner Ort, der in manchen Karten gar nicht verzeichnet ist. Allerdings gibt es dort an der Straße eine Tankstelle mit zugehörigem Supermarkt und ein Fastfood Restaurant. Ich kaufte im Supermarkt ein paar Lebensmittel, aß ein Eis und pausierte dort kurz. Im Ort gab es ansonsten nicht viel zu sehen.
An dem nachfolgenden Straßenschild bog ich nach links ab, um ein kurzes Stück der Straße 30 zu folgen.
Das Straßenschild
Danach führte mein Weg noch auf der Straße 31 über 10 km nach Norden. Mein gewähltes Tagesziel hieß Laugaras. Bevor man den Ort erreicht, überquert man auf einer Brücke den breiten Fluss Hvita.
Kurz vor Laugaras, die Brücke über den Fluss Hvita
Breit fließt die Hvita dahin
In Laugaras gibt es mehrere Campingplätze. Ich wählte den direkt am Ortseingang liegenden. Es war dort sehr ruhig. Zum Platz gehört ein Hotel mit einem Restaurant in dem ich den Abend verbrachte.
Mein Stellplatz in Laugaras, mal wieder mit Bank und Tisch
Ein Blick auf die Hvita Brücke vom Campingplatz aus
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