07. Porto ist eine faszinierende Stadt


In Portugal tickten die Uhren anders, das war uns schon klar und sollte in Spanien auch nicht anders sein. In Portugal konnte man hin und wieder bereits um 20:00 Uhr in einem Restaurant essen, in Spanien lief vor 21:00 Uhr nichts. Beim Frühstück war das ähnlich, da brauchten wir vor 09:00 Uhr in keinem Cafe erscheinen, so auch auf dem Campingplatz in Furadouro nicht.

Während wir etwas nachdenklich auf unser Frühstück schauten, erschien vor unserem Tisch ein Spanier, der gestikulierend auf uns einredete. Eigentlich waren wir noch mehr mit uns selbst und unserem spärlichen Frühstück beschäftigt, als auf Gespräche mit fremden Spaniern eingestellt. Er lies aber nicht locker, zupfte an seinem T-shirt und wollte es schon ausziehen, als wir endlich verstanden, was er von uns wollte. Wir hatten unsere Wäscheleine samt Klammerbeutel hängen lassen und unseren spanischen Zeltnachbarn nicht erkannt. Er war 400 m hinter uns her gelaufen um uns netterweise darauf hinzuweisen. Also lief ich mit ihm zu unserem Stellplatz zurück, bedankte mich noch etwas vor mich hin träumend mit einem Obrigado und blickte in ein erstauntes Gesicht. Ein korrigierendes Gracias sorgte für eine Aufhellung in seinem Gesicht, die Stimmung am Morgen war gerettet.

Durch eine tolle Dünenlandschaft radelten wir in Richtung Espinho und trafen 6 km weiter auf einen Straßenabzweig, der schnurgerade zum Meer führte. Wir wollten auf diesem Küstenabschnitt doch wenigstens einmal am Meer gewesen sein.

Auf dem Weg in Richtung Espinho

Hinter uns geht es tief hinunter

Was für ein toller Strand

Die weitere Region bis zum Mündungsdelta des Rio Douro ist relativ gleichförmig. Die Badeorte reihen sich dort aneinander und sind teilweise recht hübsch anzusehen. Da es keine besonderen Ereignisse gab, lassen wir einfach mal die Fotos „sprechen“!

Eine kleine Kirche

Ein schöner Strand

Immer wieder trifft man auf religiöse Motive

3 – 4 km vor Espinho standen wir plötzlich vor einem Bahnübergang, an dem ich das nachstehende Foto machte.

Sicherung des Bahnübergangs

Vermutlich ging die vor dem Gebäude stehende Frau dieser Arbeit schon viele Jahre nach. Sie signalisierte dem herannahenden Zug mit dem roten Stab, dass der Bahnübergang gesichert war. Wir hatten für die Situation keine andere Erklärung, deshalb hoffen wir mal, dass unsere Beobachtung richtig ist.

Eine Pause

Eine Klinik

Mal ein anderer Blick auf den Strand

Die Küste wird felsiger, aber auch schöner

Interessante Konstruktion

Immer am Ufer des mündenden Rio Douros entlang radelnd, unterquerten wir die von hohen Pfeilern gestützte Autobahn und näherten uns immer mehr der schon früh zu sehenden Altstadt von Porto. Im südlich des Rio Douro gelegenen Stadtteil Vila Nova de Gaia legten wir zunächst noch eine Pause ein und gingen in die Touristikinformation. Dort erhielten wir die gewünschten Unterkunftsempfehlungen und einen weiteren Pilgerstempel.

Wir nähern uns Porto

Links Porto, Rechts Vila Nova de Gaia

Einfach faszinierend, wie die Ponte Rodoviária Luis I den Rio Douro überspannt

Pause in Vila Nova de Gaia

Die im Jahr 1886 von der belgischen Firma Willebroeck errichtete Brücke ist das Wahrzeichen von Porto. Es handelt sich um eine reine Straßenbrücke, die zwei Ebenen besitzt und die Verbindung der beiden oberen und unteren Stadtteile gewährleistet. Sie ähnelt einer weiteren stromaufwärts von Gustav Eiffel erbauten Eisenbahnbrücke (Ponte Ferroviária Maria Pia), die wir aber nicht zu Gesicht bekamen.

Ponte Rodoviária Luis I

Claudia fährt über die Ponte Rodoviária Luis I

Einmal von der Altstadtseite

Ein erster Blick auf den Cais da Ribeira

Porto muß man gesehen haben! Die zweitgrößte Stadt Portugals zählt, Vorstädte mit eingerechnet, 1 Millionen Einwohner. Das historische Stadtzentrum steht seit 1996 auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Die direkt am Flußufer gelegenen Stadteile Ribeira und Miragaia sind die beliebtesten Wohnviertel. Ribeira wird seit Jahren renoviert und besitzt die meisten Restaurants und Bars. Kein Wunder, das sich dieses Viertel zu einem Zentrum des Nachtlebens entwickelt hat. Blickt man von dort auf die andere Flußseite, schaut man auf Vila Nova de Gaia. In dem Stadtteil befinden sich die Weinkeller, in denen der Portwein reift.

Wir schoben unsere Räder am Ufer des Douro entlang in die Altstadt und schwenkten dann durch eine Gasse nach Norden. Ein paar hundert Meter weiter musste sich das von uns ausgesuchte „Hotel da Bolsa“ befinden. Das 3-Sterne Hotel befindet sich etwas oberhalb des Douro in der Rua Ferreira Borges, ist aber bequem zu Fuß zu erreichen und vom Standard her absolut o.k.

Wir waren zufrieden, das Übernachtungsproblem gelöst zu haben. Unsere Fahrräder befanden sich in einem kleinen Gang, der wohl von den Lieferanten des Hotels genutzt wurde, Porto erkunden wollten wir zu Fuß.

In den wenigen Stunden bis zum Abend liefen wir uns ein wenig die Füße platt, bekamen noch so einiges von der Altstadt zu sehen und waren uns einig. Nach Porto wollten wir, wenn eben möglich, noch einmal hin. Vielleicht auf einer Städtetour, auf der man 3-4 Tage  Zeit hätte.

Nachstehend mal einige Fotos von unserem Erkundungsgang.

Hotel de Bolsa

Viele verfallene Wohnungen

Beim Studium des Reiseführers

Was für eine tolle Stadt

Die Kathedrale, im 12. Jahrhundert ursprünglich Wehrkirche

Ein Blick über die Stadt

Viel Historisches

Unterhalb der Kathedrale

Auch das gibt es

Am Abend gingen wir zum Cais da Ribeira. Die Uferstraße ist der malerischste Ort in Porto.  Vom Cais aus blickt man direkt auf den Brückenbogen der Ponte Rodoviária Luis I. Die teilweise baufälligen Häuser sind mit bunter Wäsche behängt und in den Fenstern sieht man Menschen, die in Ruhe hinab auf das Treiben im Viertel blicken. Am Kai liegen Boote vertäut, darunter barcos und moliceiros, die wir ja bereits in Aveiro kennengelernt hatten.

Im Viertel Ribeira

Wir suchten uns ein nettes Restaurant, aßen ein wenig und beobachteten das Treiben am Cais da Ribeira. Je später es wurde, je lebhafter wurde es im Viertel.

Abendstimmung am Douro

Etwas später schlenderten wir noch ein wenig am Kai entlang und trafen auf eine Menschentraube, die sich um eine Gruppe junger Musiker versammelt hatte.  Wir waren absolut fasziniert, den Abend würden wir nie wieder vergessen. Lange hörten wir uns die Jazz Musik an, wir konnten uns nicht davon lösen.

Die Musiker

Einfach klasse

Originell

Faszinierte Menschen

Ein stiller Beobachter

Er hat sich weh getan

Unsere netten Tischnachbarn