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Wer verläßt schon gerne ein Hotel, in dem es ein tolles Frühstück mit frisch gepressten Orangen gibt?
Noch im Hotel „Campanas de San Joan“
Die Bewölkung vom Vortag hatte sich einigermaßen verzogen. Die Sonne schien und die morgendlichen Temperaturen waren sehr angenehm, als wir unsere Räder beluden, um anschließend Santiago zu verlassen.
Beim Beladen
Die ersten 26 km unserer Tagesetappe auf dem Camino del Norte deckten sich mit dem Camino Frances. Insofern war es nicht verwunderlich, dass wir bereits am frühen Morgen auf Scharen von Pilgern trafen. Alle strebten in Richtung Innenstadt, um die letzten Kilometer ihrer möglicherweise sehr langen Wanderung zu bewältigen. Kaum 100 m geradelt, traf man die nächsten Pilger um sie mit einem freundlichen „Hola“ oder „Bon Camino zu begrüßen.
Pilger, Pilger und nochmals Pilger
Der Strom reisst nicht ab
Die Gruppe Frauen kam uns singend entgegen
Die unbefestigten Wege des Camino ließen sich teilweise sehr schwer radeln, dafür war die Streckenführung aber recht schön. Unterwegs sahen wir in recht kurzem Abstand noch zwei stark frequentierte Herbergen, vor denen die Pilger schon am Morgen warteten.
Kleine Pause kurz vor dem Flughafen von Santiago de Compostela
Ein kurzes Stück an der Autobahn entlang
Wartende Pilger in Pedrouzo
Ein paar Kilometer weiter ebenfalls wartende Pilger
Die Jakobsmuschel überall
Sehr schöne Fahrstrecke
12,5 km vor dem Ort Arzua verließen wir den Camino Frances und schwenkten nach Norden. Uns erwartete eine sehr einsame wellige Strecke, auf der uns nur sehr wenige Pilger begegneten.
Eine lange Gerade
Keine 5 km weiter sahen wir eine Kirche und zwei bis drei Häuser. Die Kirche mit angrenzendem Friedhof hieß Iglesia Oins. Sie stand dort einsam und verlassen, kein einziger Mensch war weit und breit zu sehen. In dem schon fast unheimlich wirkenden Platz legten wir eine kurze Pause ein.
Iglesia Oins
Danach ging es auf einer schier unendlich wirkenden Geraden durch Eukalyptus und Nadelwälder weiter, bis wir vor einer in Einsamkeit gelegenen kleinen Kapelle standen. Für Pilger ein idealer Platz der Ruhe. Kurz vor Boimorto trafen wir dann auf eine Bar. Zwei Bauern erschienen während unseres Aufenthaltes, viele Menschen konnten dort in unmittelbarer Umgebung auch nicht leben.
Die Kapelle im Wald
Claudia freut sich wohl auf die Bar
Am Eingang der Bar
Von der Decke hingen dicke Schinken, die das bei uns vorhandene Hungergefühl verstärkten. Klar, dass wir uns zusammen eine Portion bestellten. Der Schinken war lecker und wurde mir Brot serviert.
Schinkenplatte galicischer Art
In Boimorto trafen wir auf die von Arzua kommende Straße Ac-234. Bis Sobrado waren noch 12 km auf glatt asphaltierter Straße zu radeln. Wir hatten bereits 800 Höhenmeter und 47 km in den Beinen und ich freute mich darüber, dass Claudia noch gut mithielt. Von einer kurzen Pause abgesehen, radelten wir die letzten Kilometer bis Sobrado durch und standen eine Stunde später am Ortseingang, des alten Pilgerortes.
Am Ortseingang von Sobrado dos Monxes
Schon von weitem konnten wir die riesige Klosteranlage vor uns liegen sehen.
Sobrado dos Monxes
Das Kloster von Sobrado existiert schon seit mehr als tausend Jahren. Es wurde als Kloster für Mönche und Nonnen im Jahr 952 gegründet. Während der zweiten Hälfte des 10.Jahrhunderts erlebte es Zeiten großer Wohlhabenheit im Schutz der Grafen von Présaras und des Heiligen Pedro de Mezonzo, der vor seiner Ernennung zum Bischof von Santiago Abt in Sobrado war. Im Jahr 1142 wurde das Kloster in den Zisterzienserorden eingegliedert. Der Bau der großen Abteikirche begann im Jahr 1150. Im 17. Jahrhundert wurde sie durch das noch heute stehende barocke Gotteshaus ersetzt.
Die eigentliche Herberge befindet sich im rechten Trakt der Klosteranlage. Die Atmosphäre die uns beim Eintreten umgab, kann man kaum beschreiben. Unsere Fahrräder durch die Kreuzgänge schiebend, hörten wir die Stimmen der Pilger vieler Nationalitäten. Ein paar junge Deutsche waren auch darunter. Der Padre, der uns empfing und unsere Pilgerausweise einsammelte kümmerte sich liebevoll um die Gäste des Hauses. Unsere Namen fanden Platz im Pilgerbuch der Klosteranlage, danach erhielten wir unsere Ausweise wieder.
Da es im Ort kein Restaurant gab, lief Claudia in einen kleinen Supermarkt. Die Tasche gefüllt mit Brot, Aufschnitt, Thunfisch und einer Flasche Wein erschien sie eine halbe Stunde später wieder. Unsere Abendmahlzeit war gesichert.
In der Küche der Herberge war es uns zu ungemütlich. Zwischen den Kreuzgängen standen einige Tische und Bänke, dort fanden wir einen idealen Platz für unser Abendbrot.
Der obere Schlafsaal
Der untere Schlafsaal
Der Kreuzgang
Die bewachsenen Kirchtürme
Am Eingang zum Herbergsbereich standen die Räder
Und ein Foto von vorn
Ideale Stelle für das Abendbrot
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