12. Puebla de Sanabria und die belegte Pilgerherberge in Lubian


Bis auf Roland und seine spanische Arbeitskollegin hatten sich alle Pilger bereits auf den Weg gemacht, als ich mein Rad auf die N-525 lenkte und nach Westen rollte. Es regnete zwar nicht, die Luft war aber noch feucht. Wenige Kilometer hinter Mombuey schwenkte ich nach Süden, um auf den Originalpilgerweg zu gelangen, musste aber feststellen, dass das nach dem nächtlichen Dauerregen eine Fehlentscheidung war. Der Boden war zu sehr aufgeweicht, um auf den Pisten zu radeln.

In Cernadilla

In Cernadilla

Dort war radeln noch möglich, später wurde es zu weich

In dem an der N-525 gelegenen kleinen Ort Asturianos traf ich noch drei der deutschen Pilger wieder, die mit mir in Mombuey übernachtet hatten, danach war ich auf der N-525 allein. Kurz vor dem Mittag erreichte ich den auf einem Hügel liegenden Ort Puebla de Sanabria.

Kurz vor der Ankunft in Puebla de Sanabria

Im Ort führt eine Straße steil bergan in Richtung Castillo de los Condes de Benavente. Die Iglesia de Nuestra Senora del Azogue befindet sich in unmittelbarer Nähe. Die Burg und die Kirche sind die wesentlichen Sehenswürdigkeiten des Ortes. Hat man sich einmal den Berg hinauf gekämpft, kann man oben eine wenig durch die Straßen wandeln.

In Puebla de Sanabria

Dort wird fleißig gearbeitet

Die Iglesia de Nuestra Senora del Azogue

Das Portal der Iglesia de Nuestra Senora del Azogue

Blick auf das Castillo de los Condes de Benavente

Wieder im unteren Ortsteil an der Za-925 angekommen, suchte ich mir zunächst einen Geldautomat, um mich wieder mit Bargeld zu versorgen, aß ein paar Tapas in einem an der Straße gelegenen Restaurant und machte mich dann wieder auf den Weg.

Alte Brücke hinter Puebla de Sanabria

Vor dem kleinen Ort Requejo musste ich mich an einem Bauernhof kurz einmal unterstellen und einen Regen abwarten, danach fuhr ich direkt in den Ort. Im Ortszentrum lief ich in eine Bar und staunte nicht schlecht. Dort saß Gerhard Skora beim Essen und grinste vor sich hin als er mich sah. Wir hatten uns zum zweiten Mal per Zufall getroffen. Wir aßen gemeinsam eine Kleinigkeit, machten uns dann aber jeder auf seinen Weg. Wir waren überzeugt davon, dass wir uns nicht voneinander verabschieden mussten. Wir würden uns ja wohl ohnehin wiedertreffen. Ich nehme es mal vorweg, es war tatsächlich so.

Kurz hinter Puebla de Sanabria beginnt der Anstieg zum Pardonelo Pass. Bei akzeptabler Steigung führt die Straße dort parallel zur Autobahn bis auf eine Höhe von 1330 m hinauf.

Auf dem Weg zum Pardonelo Paß (1330 m)

Es ist fast geschafft

Wenige Meter hinter dem Pass befindet sich der gleichnamige kleine Ort Pardonelo. Ich ließ das Rad einfach bergab rollen und bog dann gut einen Kilometer weiter rechts ab. Die kleine Straße Carretera a Aciveros bringt einen dann in vielen kleinen Schleifen direkt nach Lubian.

Die Straße nach Lubian

Der Weg zur Pilgerherberge war nicht gut ausgeschildert, dank GPS war die fehlende Ausschilderung aber kein Problem. Ich hatte mein Rad noch nicht in den Ständer gestellt, als ich vor der Herberge ohne direkt angesprochen zu werden aus einer Pilgerschar in etwas schnippigem Ton den Satz vernahm: „ Wir sind aber schon voll belegt“. Ich ignorierte den Satz und lief einfach hinein. Die Frau wusste ja nicht, dass ich zur Not eine Thermarest-Matte und Schlafsack mit mir führte. Zur Not hätte ich mich auch in den Aufenthaltsraum gelegt.

Zum Glück kam alles anders. Meine Entscheidung, mich erst noch einmal im Ort umzusehen, war genau richtig. Die Bar „Arume“ lag zentral im Ort und war gleichzeitig Habitaciones. Dort bekam ich ein erstklassiges Zimmer für gut 20 Euro. In unmittelbarer Nähe gab es auch einen Supermarkt.

Bar/ Habitaciones Arume