Die letzten Kilometer bis Santiago de Compostela

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
11.06.2011 17 1104 250 11700 Hostal "25 de Julio"

  

Ein komisches Gefühl machte sich morgens breit. Die Begeisterung über die Erlebnisse der vergangenen Tage vermischte sich mit etwas Wehmut darüber, dass die Tour an dem Tag zu Ende ging. Bis Santiago de Compostela waren nur noch 17 km zu radeln.  Ein winziges Stück, wenn man bedenkt, welche Strecke bereits hinter mir lag. Die letzten Kilometer der Tour bewegte ich mich auf dem Pilgerweg. Der führte zu Beginn durch große Eukalyptus Wälder, danach durch eine relativ menschenarme Natur. Erst mit dem Erreichen des Vorortes Pineiro wurde es lebhafter, mein Ziel war quasi im Visier.

Beim ersten noch fernen Anblick auf die Kathedrale von Santiago de Compostela war ich etwas gerührt. Noch vor zwei Jahren war ich gemeinsam mit meiner Frau hier gewesen. Wir waren damals von Lissabon aus nach Santiago de Compostela geradelt, nun war ich zwar alleine unterwegs, aber wieder hier. Dankbar war ich, die gesamte Strecke ohne Stürze oder sonstige Blessuren überstanden zu haben, was konnte auf so einer langen Strecke über 1.104 km nicht alles geschehen.

In unmittelbarer Nähe der Kathedrale hatten wir von zu Hause aus eine Nacht im Hotel „25 de Julio“ vorgebucht. Meine Frau wollte ich am Nachmittag vom Flughafen in Santiago abholen. Dort beabsichtigten wir einen Mietwagen zu nehmen, um noch eine Woche gemeinsam mit dem Auto durch Galicien zu touren. Bei meiner Ankunft radelte ich kurz am Hotel vorbei, machte mich dann aber direkt auf den Weg zur Kathedrale. Ankunftsfotos mit Rad waren das absolute Muss nach einer so langen Reise. Klar, dass ich auch in die Pilgermesse ging.

Ich verbrachte mit meiner Frau einen wunderschönen Abend in der Altstadt von Santiago de Compostela. Wir hatten einander ja viel zu erzählen. Als wir durch die Gassen liefen, staunte ich nicht schlecht, vor uns lief Gerhard Skora. Hunderte von Pilger bewegten sich durch den Ort, nie hatte ich ein bekanntes Gesicht gesehen. Bereits zweimal hatten wir uns unterwegs, seit unserem Kennenlernen in Zamora, rein zufällig getroffen. Wie selten gab es wohl so einen Zufall?