Eine lange Etappe bis Salamanca, erstmals auf 1200 m Höhe

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
03.06.2011 91 597 1070 5900 Pilgerherberge

 

Der 11 Stunden lange Schlaf hatte gut getan. Wieder halbwegs guter Dinge freute ich mich an dem Morgen darüber, in der Herberge alleine zu sein. Mit meiner Gesundheit ging es erfreulicherweise wohl wieder bergauf. In den letzten Tagen war ich etwas von meiner ursprünglichen Tourenplanung abgewichen. Mein Ehrgeiz war zurückgekehrt, die fehlenden Kilometer wieder reinzuholen und bis nach Salamanca zu radeln. 91 km auf der N-630 wären kein  Problem, Pisten müsste ich einfach nur meiden.

Nach Experimenten wie am Tag zuvor war mir ohnehin noch nicht zu Mute. Deshalb kurbelte ich mein Stahlross entlang der N-630 langsam bis zum Puerto de Vallejera (1202 m) hinauf, die ersten 600 Höhenmeter hatte ich bereits um 11:00 Uhr geschafft. Auf dem Weg nach Salamanca geriet ich in Guijuelo noch in ein Stadtfest. Bei lauter aber toller Musik, die ansteckend wirkte, tanzten und sangen die Menschen total begeistert mit.

Auf dem folgenden Foto erkennt man, dass auf der N-630 absolut nichts los war. Ich kam sehr zügig  voran und freute mich, bereits um 15:30 Uhr nach 91 Radkilometern am Ortseingang von Salamanca zu stehen. In den Ort hinein ging es auf dem Originalpilgerweg, der über eine alte römische Brücke führt. Die Albergue de Peregrino (Pilgerherberge) befindet sich in Salamanca etwas südöstlich der Kathedrale. Für mich war noch ein Bett frei, das Problem der Unterkunft somit auch gelöst.

Salamanca ist eine faszinierende Stadt! Der größte Teil der 160.000 Einwohner zählenden Stadt erstreckt sich auf der Nordseite des Flusses Tormes, den ich selber  über die römische Brücke gequert hatte. Durch den enormen Reichtum an historischen Bauwerken, wie z.B. der Kathedrale, dem Plaza Mayor, der Universität mit Bibliothek, um nur wenige zu nennen, wurde die Stadt 1988 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Im Jahr 2002 folgte die Ernennung zur Kulturhauptstadt Europas.

Der Plaza Mayor befindet sich im Herzen der Stadt. Dort laufen alle großen Straßen zusammen. Er ist einer der schönsten und ältesten Plätze Spaniens. Im Jahr 2005 wurde dort sein 250. Geburtstag gefeiert. Die meisten Gebäude der Stadt wurden aus dem Stein von Villamayor, einem kleinen Nachbarort Salamancas, errichtet. Der Stein besitzt einen hohen Eisenerzanteil, ist äußerst hart und rostet, wenn er mit der Luft in Berührung kommt. Daher kommt wohl die eindrucksvolle Goldfarbe, die Salamanca zur Stadt des Goldes macht. In Salamanca leben 50.000 Studenten aus Spanien und der ganzen Welt. Das internationale studentische Ambiente prägt natürlich das Bild der Stadt.

Seine Ursprünge besitzt Salamanca in der Antike. Unter römischer Herrschaft wurde die Stadt im Zeitraum zwischen den Jahren 133 v. Chr. und 712 n. Chr. zu einem wichtigen Handelszentrum der Region. Im 8. Jahrhundert wurde Salamanca von den Mauren erobert und erst im Jahr 1085 wieder zurückerobert. Während dieser Zeit wurde die Stadt fast vollständig zerstört. Die heute zu sehenden Bauwerke stammen daher zumeist aus den Folgejahren.

Den Abend verbrachte ich natürlich in der tollen Innenstadt. Ich schlenderte durch die Gassen, schrieb einige Zeilen in mein Tagebuch und schaute einfach nur dem Treiben zu. Nachstehend noch einige Fotos von meinem Aufenthalt in Salamanca