Zwei Highlights, die Abtei Sesto Al Reghena und Portogruaro

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
12.09.2011 63 524 130 2980 Casa Delser

 

Über die Abtei Sesto Al Reghena hatten wir ja schon zu Hause einiges gelesen. Sie war unser nächster geplanter Zwischenstopp in ca. 30 km Entfernung. Unser Frühstück bekamen wir in der Gastwirtschaft direkt neben unserer Unterkunft. Tags zuvor hatten wir dort aufgrund des Sonntags nur nicht einkehren können, sonntags war die Wirtschaft  halt geschlossen.

Noch einmal querten wir an dem Morgen den Tagliamento in westlicher Richtung und hielten zum ersten Mal in Cordovado. Den Ort hatten wir bei unserer Planung überhaupt nicht in den Fokus gerückt, umso schöner, so gab es ihn halt als Überraschung.

Als wir in dem mittelalterlich anmutenden Dorf eintrafen,  sahen wir keine Menschenseele. Der Ort ist nicht groß, besitzt aber einen gut erhaltenen alten Ortskern mit einer kleinen Burg und einer alten Pfarrkirche. Sehenswert sind darüber hinaus zwei alte Adelspaläste aus dem 18. Jahrhundert, die Villa Attimis und der Palazzo Ridolfi auch Palazzo del Capitano genannt. Bis Sesto Al Reghena waren nur noch knapp 5 km zu radeln, das eingeplante Highlight stand ja als nächstes auf dem Programm.

In Sesto Al Reghena gibt es einen wertvollen Kunstschatz, die Benediktiner Abtei Santa Maria in Sylvis. Bei unserer Ankunft beeindruckte uns das verteidigungsartige Gebäude sofort. Die Abtei ist ein herausragendes Beispiel einer Klosterfestung, die im 8. Jahrhundert von den Langobarden erbaut wurde. Später Veränderungen im romanischen Stil sorgten dafür, dass von der ursprünglichen Verteidigungsanlage nur noch der große Turm am Eingang erhalten blieb. Die Kirche ist heute Mittelpunkt kultureller Veranstaltungen. Aufgrund der hervorragenden Akustik werden dort Konzerte antiker Musik gegeben. Der ehemalige Wohnsitz des Abtes ist heute Rathaus. Unser weiterer Weg brachte uns nach Süden in Richtung Portogruaro. Bis dorthin waren ca. 12 km zu radeln, was auf dem flachen Terrain aber zügig machbar war.

Die historische Stadt Portogruaro hat eine wunderschöne Altstadt und sehenswerte Renaissancepaläste. Als architektonische Attraktionen gelten das Rathaus aus dem 13. Jahrhundert, der schiefe Glockenturm des Doms und die alten Mühlen im Zentrum der Stadt, die man eigentlich kaum übersehen kann. Die Mühlen stammen aus dem 12. Jahrhundert. Sie wurden im Auftrag der Bischöfe von Concordia errichtet, die diese wiederum verpachteten. In den achtziger Jahren rettete der Minister für Kultur und Umwelt die Mühlen vor dem Verfall. Als wir dort eintrafen, war es wieder sehr heiß und wir sehnten uns nach einem Eis oder einem Eiscafe. Auf der Suche nach einem Cafe wurde fotografiert, was vor die Linse kam, Motive gab es reichlich.

Etwa 12 km südöstlich von Portogruaro hatten wir uns nördlich des kleinen Ort Lugugnana auf einem alten Bauernhof eingemietet, der ursprünglicher nicht sein konnte. Die Vermieterin sprach Deutsch, umso leichter war die Kommunikation als sie uns unser Zimmer und die Vorräume zeigte. Den Abend verbrachten wir in eine Pizzeria in dem kleinen Ort. Alternativen gab es aufgrund der abseits gelegenen Lage ohnehin nicht.