Rund um den Limski Fjord

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
03.09.2011 37 93 450 830 Arppartment in Vrsar

 

Frühstück gab es in unserer im Ostteil von Rovinj gelegenen Unterkunft nicht. Deshalb radelten wir erst einmal wieder in den Ortskern. Dort gab es natürlich alles,  was das Herz begehrt. Nach dem Einkauf in einem kroatischen Konzum-Markt besorgten wir uns an einem Bankautomaten noch Kroatische Kuna und machten uns danach auf den Weg. In Richtung Nordosten verließen wir die Stadt am Hafen entlang, den Blick immer mal wieder zurückgerichtet auf die doch so wunderschön anzusehende Stadt. Am Hafenkai wurde es kribbelig. An dem Morgen waren bereits viele Touristen unterwegs, um den Fischern bei ihrer Arbeit zuzuschauen oder ein paar Waren zu kaufen.

Unser zweiter Tag bestand aus einer kurzen Etappe rund um den Limski-Fjord. Der Zielort Vrsar befindet sich zwar nur in  8 km Luftlinie von Rovinj entfernt, mit der Fahrt um den tief ins Land ragenden Fjord kämen aber noch 37 km zusammen.

Geologisch gesehen ist die Bezeichnung Fjord für den Limski-Kanal oder Limski-Fjord eigentlich falsch, weil es sich um eine Ria handelt, die durch einen Fluss entstanden ist. Fjorde entstehen aufgrund von Erosion durch einen Gletscher. Der Limskikanal ist bekannt durch seine bekannte Austern- und Muschelzuchten, sowie durch seine dichten Wälder. Durch diese würden wir an dem Tag noch kilometerlang radeln. Zunächst kurbelten wir unsere Räder immer der Ausschilderung „Valalta“ folgend in Richtung Norden. Valalta ist eine riesige Ferienanlage, die auf der Südseite des Limski-Kanals liegt. Valalta war nicht unser Ziel, aus dem Grund schwenkten wir 2 Km vor der Anlage nach Nordost auf eine kleine Straße, die uns richtig gut gefiel. Dort trafen wir auf eine alte verlassene Kirche. Danach ginge es weiter durch kleine Wälder, die immer mal wieder Schatten boten, bis es keine Alternative mehr gab. Mit vorrückender Stunde wurde es zunehmend heißer.

In Rovinjsko Selo trafen wir auf die relativ stark befahrene D303, auf der es keinen einzigen Baum gab. In praller Mittagshitze ging es weiter leicht bergauf, bis wir in dem kleinen Ort Brajkovici eine Bar sahen. Wir schauten uns nur an, Worte brauchten wir nicht, um eine Entscheidung zu treffen, denn es gab nur eine Alternative und die lautete schnell in den Schatten. Wir waren gerade mal 18 km geradelt und fühlten uns schon platt. Die Sonne hatte uns bei einer Temperatur von 37 Grad im Schatten regelrecht ausgelaugt.

Eine große Flasche eiskaltes Mineralwasser, eine längere Mittagspause und ein zuvorkommender Kellner sorgten dafür, unsere Stimmung wieder zu heben. Am Vormittag hatten wir uns mit den Rädern von Meereshöhe auf eine Höhe von 180 m hinauf gekurbelt. Hinter Brajkovici ging es auf die D21 nach Norden. Ab der Stelle führte die gut ausgebaute Straße steil bergab bis an das Ende des Limskifjords. Unten am tiefsten Punkt verließen wir die D21 um direkt an den Fjord zu radeln. Dort ist es sehr schön,  es gibt dort kleine Holzhäuser auf Pfählen und Anlegestellen.

Der kleine Abzweig führte hinter den Anlegestellen steil bergauf wieder zurück zur D21. Der Straße mussten wir bis Klostar dann etwa 2,5 km folgen. Auf dem Teilstück gab es die Aufgabe,  etwa 120 Höhenmeter der eben hinunter gesausten 180 Höhenmeter wieder zurückzuerobern. Claudia fluchte zwar hin und wieder ein wenig, mit ein wenig Unterstützung meinerseits war auch das  nach einer guten Viertelstunde geschafft. Vor Klostar gibt es noch die Möglichkeit,  auf eine Aufsichtsplattform zu steigen, um einen tollen Blick auf den Limskifjord zu werfen. Das können wir nur empfehlen, weil die Aussicht lohnt.

In Klostar, einem kleinen Ort mit einem verfallenen alten Kloster, schwenkten wir auf eine Piste nach Westen. Sie führte mehrere Kilometer durch einen wunderschönen Wald bis kurz hinter dem Flughafen von Vrsar. Sie war als Bikeroute ausgeschildert und nicht zu verfehlen. Am Flughafen hatten wir unseren Zielort auch schon fast erreicht. Am Ortseingang von Vrsar fanden wir eine Zimmervermietung, die uns mitten im Zentrum ein Apartment vermietete. Die Übergabe war schnell geregelt, so dass wir am späten Nachmittag noch Zeit hatten,  hinunter zum Meer zu laufen. Am Hafen war es uns am Abend etwas zu rummelig. Zu viele Touristen und Kellner, die uns ständig in ihr Restaurant locken wollten. Wir fanden zwar noch eine akzeptable Möglichkeit zu essen, sehnten uns aber nach etwas Ruhe. Genau die fanden wir später ganz in der Nähe unserer Wohnung direkt neben der Kirche. Nach dem Motto „Klein aber fein“ gab es dort nur wenig Tische und eine angenehme Atmosphäre.

Etwa um 21:30 Uhr liefen wir die wenigen Meter bis zu unserem Apartement, um noch ein paar Minuten auf der uns so angepriesenen Dachterrasse zu verbringen. Über eine Leiter ging es durch eine Luke hinauf. Auf ca. 1,5 m im Quadrat gab es einen kleinen Tisch und zwei Stühle. Uns gefiel es aber, was braucht man mehr.