Die ersten 131 km bis Köln - Rodenkirchen

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
08.06.2012 131 131 200 200 Camping

 

In Nordrhein-Westfalen gibt es eine vorherrschende Windrichtung, meist bläst der Wind aus Südwest, so auch gleich am ersten Tag der Tour. Über 131 km mit viel Gegenwind bis nach Köln-Rodenkirchen zu radeln, war alles andere als leicht. Ein wenig musste ich mich erst wieder an den nachlaufenden Hänger gewöhnen, gleichzeitig bremste der Wind kontinuierlich von vorn. Der frühe Start um 06:45 Uhr erwies sich als ideal, um am Starttag nicht gleich in Zeitdruck zu geraten. Irgendwie war es spannend, von zu Hause aus zu starten. Weit mehr als 2000 km Radstrecke lagen vor mir und dennoch machte mich das nicht nervös. Klar stellte man sich die Frage, ob unterwegs Schwierigkeiten zu erwarten waren, ich war aber guter Dinge, freute mich auf die Tour und stieg motiviert aufs Rad.

Die Fahrt ging zunächst bei gutem Wetter auf bekannten Wegen über Kirchhellen-Grafenwald nach Oberhausen-Königshardt. Dort schwenkte ich auf die alte HOAG Bahntrasse in Richtung Duisburg. Es war dort sehr ruhig. Ein paar Frühaufsteher waren mit ihren Hunden unterwegs, ansonsten sah ich niemanden. Bei meiner Ankunft in der Duisburg Innenstadt traf ich wieder auf bekanntes Terrain. 9 Jahre meines Berufslebens hatte ich dort in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof verbracht.  Für einen Besuch der Kollegen fehlte die Zeit, es war zwar erst 09:00 Uhr, ich hatte jedoch noch an dem Tag knapp 100 km zu radeln.

In der Innenstadt kaufte ich mir zwei Brötchen, radelte dann aber zügig hinter dem Duisburger Hauptbahnhof in Richtung Wedau. Sehr schnell stand ich mit dem Rad im Grünen. An den Seen entlang zu radeln, gefiel mir sehr gut, zumal außer ein paar Joggern morgens kaum jemand unterwegs war. Es gab sie tatsächlich die Ruhrpott-Idylle, so konnte es auf meiner Tour weitergehen. Westlich vom Düsseldorfer Flughafen in Düsseldorf- Lohhausen kam ich an den Rhein. An einigen Bootsrestaurants vorbei führte die Strecke zum Fernmeldeturm in unmittelbarer Nähe des Landtages. Auf dem Fluss tuckerten ein paar Schiffe stromaufwärts,  am Ufer liefen ein paar Touristen mit Fotoapparaten umher, die Großstadt Düsseldorf war wohl noch nicht zu vollem Leben erwacht.

Am Düsseldorfer Landtag drückte ich meine Kamera einer jungen Frau in die Hand, die netterweise das nachstehende Foto machte. Im Bereich des Stadtteils Düsseldorf Volmerswerth macht der Rhein flussaufwärts betrachtet einen Bogen nach Osten. Dort führt die Autobahn A46 über den Rhein nach Neuss.  Auf der Autobahnbrücke gibt es hinter der Leitplanke eine breite Spur für Radler,  um auf die andere Rheinseite nach Süden zu gelangen. Dort erwischte mich der Wind allerdings frontal von vorn. Auf der südlichen Seite war ich froh, den nicht ungefährlichen Windböen unbeschadet entronnen zu sein.

Um ca. 13:00 Uhr erreichte ich nach 92 Rad-km den kleinen alten Ort Zons. Auf den mittelalterlichen Ort möchte ich hier in meinem Bericht nicht weiter eingehen. Nähere Informationen über die interessante Geschichte der ehemaligen Feste Zons finden Interessierte auf der Internetseite www.zons-geschichte.de . Für mich wurde es Zeit eine Mittagspause einzulegen, der Magen knurrte und es war sicherlich sinnvoll, meinem Körper mal etwas zur Verbrennung zuzuführen. Im Ort schaute ich mir nach der Mittagspause noch die kleinen Gassen mit der Stadtmauer und eine alte Mühle an, danach ging es auf dem Rheindeich weiter.

Vor Köln wurde die Strecke weniger attraktiv, weil sie um die Ford Werke und andere Industrieanlagen herumführte. Hinter den Werken verlief sie aber wieder am Rhein. Köln erreichte ich bei Sonnenschein, allerdings war es nicht so leicht, sich mit dem Gespann zwischen den vielen Fußgängern hindurch zu schlängeln. Auf dem nachstehenden Foto sieht man die drei Kranhäuser von Köln. Sie wurden im Jahr 2006 erbaut und sollen an Kräne erinnern, die dort früher mal standen. Nach einigen Fotos und einem Gespräch mit einem Mountainbiker, der sich für meine Tour  interessierte, war es nach wenigen Kilometern geschafft.

Der Campingplatz Berger befindet sich wenige Kilometer südlich von Köln. Er ist sehr schön und liegt in ruhiger Lage direkt am Rhein. Der Übernachtungspreis in Höhe von 10 Euro war ebenfalls sehr akzeptabel.

Draußen vor dem Restaurant verbrachte ich den Abend und schrieb die ersten Zeilen in mein Tagebuch. Zum ersten Mal hatte ich auf meiner Tour einen 1,4 kg wiegenden 12 Zoll Netbook dabei. Die Kombination mit dem Iphone ermöglichte mir,  im Internet zu surfen, Berichte zu schreiben und die Fotos zu sichern. Tagsüber erlaubte ich mir auf der gesamten Tour nach Rom ein bis drei Fotos pro Tag auf die Internetplattform Facebook hochzuladen. So hielt ich den Kontakt zu meiner Familie und Freunden.

Hin und wieder gab es auch mal einen Blick auf einen der großen Flachbildschirme. Die meisten Gäste sahen sich das Eröffnungspiel der Europameisterschaft 2012 an.