Stuttgart im Regen, danach ins Fils- und Illertal

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
13.06.2012 125 728 500 1500 Camping

 

Als ich früh am Morgen aufwachte, regnete es nicht stark, aber ohne Unterbrechung. Es war kalt und ungemütlich. Das Zelt vollkommen nass in einem Ortliebsack verstaut, machte ich mich auf die Suche nach einem Cafe.  Meist dem originalen Track folgend traf südlich von Esslingen auf das Wasserhaus, aber immer noch nicht auf ein Cafe. Der Tafel konnte ich entnehmen, dass das Wasserhaus am Ende des Hammerkanals steht und zur Regulierung der durchfließenden Wassermenge diente. Durch den Bau der Anlage wurde die Ansiedlung von Industriebetrieben im Bereich der Pulverwiesen in Esslingen gefördert. Zusätzlich dient die Anlage wohl zum Schutz vor Hochwasser.

Ich machte ein paar Fotos, hielt mich dort aber nicht lange auf, weil mein „Magen auf den Kniekehlen hing“, gleichzeitig fehlte mir noch mein morgendlicher Cafe.  Etwas später führte der Radweg durch das Ortszentrum von Altbach, wo ich endlich eine Bäckerei mit Cafe fand. Beim Blick nach draußen fiel mein Blick auf das vollkommen verdreckte Rad. Einen Hochdruckreiniger an einer Tankstelle zu suchen, machte nicht wirklich Sinn, zumal die Wettervorhersage für den Morgen kontinuierlichen Regen versprach.

In Plochingen verließ ich das Neckartal und wechselte ins Filstal. Dort musste ich leider erkennen, dass auf dem Filsradweg teilweise schlecht zu radeln war. Aufgrund des ganzen Matsches wechselte ich immer mal wieder auf asphaltierte Straßen. 60 km im Regen machten an dem Tag nicht wirklich Spaß, ich kam aber trotzdem relativ gut voran. In Göppingen hatte ich das Glück, auf einen Mediamarkt zu stoßen, dort konnte ich für wenige Euro das USB Kabel ersetzen, das ich in Brey auf dem Campingplatz versehentlich hatte liegen lassen.

In Geislingen schwenkte ich mit meinem Radgespann auf die B10. Leider gab es in dem Bereich wenig Alternativen, die Bundesstraße stellte die einzige Möglichkeit dar, relativ zügig nach Ulm zu gelangen. Die ersten Höhenmeter auf meiner Tour waren trotz des stärkeren Verkehrs relativ schnell geradelt. Am letzten Anstieg vor Ulm wurde das Treten merklich schwerer, es gab einen Grund, der Hänger hatte einen Plattfuß. Aufgrund des starken Verkehrs quetschte ich mich auf eine Rasenfläche am Rand der Fahrbahn und reparierte den Schaden. Danach ging es in flottem Tempo nach Ulm.

Den zu Hause mit Hilfe von GoogleEarth fein ausgearbeiteten Track für die Durchfahrung Ulms konnte ich gut gebrauchen. Schnell kam ich so aus dem Großstadtverkehr raus und schwenkte ins Illertal. Dort gab es dann die Belohnung des Tages, als plötzlich die Sonne schien. Die 60 km lange Matschfahrt hatte endlich ein Ende gefunden. Die letzten 25 km des Tages waren sehr flach, nur unmerklich ging es langsam das Illertal folgend bergauf. Es war sehr schön, dort in der Sonne zu radeln, Großstädte waren mit dem Rad nicht so mein Ding, dort war ich wieder in fast unberührter Natur.

Nach 125 Tageskilometern erreichte ich den Campingplatz in Illertissen, er befindet sich am Illerkanal zwischen den kleinen Orten Dietenheim und Illertissen. Schon bei der Ankunft gefiel mir der Platz sofort. Nicht nur die Sauberkeit fiel sofort auf, die Eigentümerin des Platzes ging mit mir extra zu einem Waschplatz und gab mir einen Schlauch. Das Rad, Hänger und Gepäcktaschen sahen von der Matschfahrt fürchterlich aus und bedurften einer gründlichen Reinigung.

Den Abend verbrachte ich bei einem leckeren Essen direkt neben dem Campingplatz im Dornfelder Hof. Dank iphone und Netbook schaute ich in die Wettervorhersage und die versprach für die folgenden Tage Wetterbesserung. Besseres Wetter konnte ich in den Alpen gut gebrauchen.