16% Steigung am Riedbergpass

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
16.06.2012 80 909 1000 3000 Camping

  

An dem Tag war ich  früh auf den Beinen, nach dem Pausentag aber auch topfit. Von Detlef und Conny hatte ich mich am Abend zuvor bereits verabschiedet, so konnte ich nach dem Zeltabbau direkt losfahren.

In Immenstadt an der Sonthofener Straße, also direkt auf meinem Weg, gab es die Bäckerei Härle. Dort gab es erst einmal ein Frühstück.

Die ersten 20 Kilometer über Sonthofen bis nach Obermaiselstein ließen sich noch recht locker radeln, dann ging es zur Sache.

Als ich das Schild mit der Steigung über 16 % und 4 km Länge sah, wusste ich, dass ich mich am Anfang des schwierigsten Teilstücks zum Riedbergpass befand. Internetrecherchen zu Hause ergaben zwar eine kürzere Distanz, aber was half dieses Wissen schon vor Ort? In langsamem Tritt kurbelte ich mein Gespann hinauf, bis im Bereich einer Baustelle nichts mehr ging. Es gibt nur wenige Pässe, auf denen ich bisher ein Teilstück mein Rad schieben musste, dieses Teilstück am Riedbergpass gehörte dazu. Auf dem Anstieg kam ich reichlich ins Schwitzen, innerhalb von 2 Std. war ich trotzdem oben.

Keine Frage, der Anstieg war eine immense Kraftanstrengung gewesen, es war aber erst 10:00 Uhr, als ich auf der Passhöhe stand. Die meisten Höhenmeter des Tages waren bereits geschafft. Ein Gefühl der Ruhe und Zuversicht stellte sich ein, der erste Alpenpass war mal wieder geknackt und jetzt ging es über viele Kilometer nur bergab. Was war das für ein Genuss, in zügigem Tempo und bei strahlendem Sonnenschein den Pass hinab zu sausen. Nach wenigen Kilometern war ich auch schon in Österreich.

Im kleinen Ort Andelsbuch legte ich auf der Terrasse des Gasthof Löwen meine Mittagspause ein. Das Vollstopfen mit schwer im Magen liegenden Gerichten war auf einer Radtour noch nie mein Ding  gewesen, aus dem Grund bestellte ich mir einen Salat und ein alkoholfreies Weizen und schon fühlte ich mich wohl. Auf der Terrasse hatte ich noch ein wenig Spaß mit einigen jungen Österreichern. Sie erzählten vom Leben im Dorf und ich ein wenig von meiner Tour. Bis zu meinem Zielort waren an dem wunderbaren klaren Tag ca. 80 km zu radeln, auf den letzten 25 km ging es insgesamt noch langsam über 200 Höhenmeter hinauf.

Der Campingplatz in Au war vom feinsten. Ein schöner Rasenplatz mit sauberen Sanitäranlagen, was wollte man mehr.

Den Abend verbrachte ich auf der Terrasse eines Restaurants direkt gegenüber dem Campingplatz. Eine Reisegruppe nervte dort ein wenig aufgrund ihrer Lautstärke. Als sie das Lokal aber kurze Zeit später verließen, herrschte endlich Ruhe pur.

Der darauffolgende Tag besaß ein anstrengendes Programm, aus dem Grund ging ich früh schlafen.