Vorbemerkung

 Zeitraum

 Σ Distanz

 Σ Höhenmeter

Track

 30.08.2012 - 09.09.2012

 433 km

 490 Hm

 

Die Idee eine Radreise mit ein paar Tage Relaxen zu verbinden ist ja grundsätzlich nichts Neues. Uns kam diese Idee im Winter zuvor. Warum nicht wie früher über Beaune nach Südfrankreich fahren und dort bei noch angenehmen Temperaturen am Canal du Midi entlangradeln. Danach sollten noch ein paar Tage zum Auspannen möglich sein. Als Ort zum Ausspannen hatten wir uns Vaison la Romaine ausgesucht. Diese Internetseite ist eine Radreiseberichtsseite, aus dem Grund endet der Bericht auch mit der Ankunft in Cap d´Agde, wo unsere Radtour endete.

 

km,


  

 

 


 

 Anreise und Zwischenstop in Beaune

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
30.08.2012 8 8 0 0 Camping

  

In früheren Jahren waren wir in den Ferien häufiger nach Südfrankreich gefahren. Meist verlief es so, dass wir früher Feierabend machten und am Nachmittag noch bis Beaune fuhren. Beaune liegt ca. 35 km südlich von Dijon, mitten in Frankreich. Von Dorsten aus sind es mit dem Auto rund 670 km. 

An dem Morgen hatten wir viel Zeit, wir frühstückten zu Hause erst in Ruhe, befestigten die Räder auf dem Thuleträger (Anhängerkupplung) und packten die Taschen ins Auto. Um kurz vor 09:00 Uhr ging es los. Die Wetterlage war auf der ganzen Strecke sehr angenehm, wir hatten etwa 20 Grad und keinen Regen. Zwei Pausen legten wir auf der gesamten Strecke ein, einmal in der südlichen Eifel an der B51, beim zweiten Mal kurz hinter dem französischen Ort Toul westlich von Nancy. Die Fahrt verlief ohne Schwierigkeiten und Staus, so dass wir um 15:55 Uhr in Beaune ankamen. Nach dem Einschecken im Etap Hotel radelten wir in den Ort.

Beaune besitzt einen alten Stadtkern mit einer sehr schönen Kathedrale. Ca. 2 bis drei Stunden blieben wir in der Innenstadt, fotografierten ein wenig und genossen ein Glas Wein. Beaune gehört zu Burgund, klar das wir einen Wein der Region wählten. Beim Verlassen des Ortes besuchten wir noch einen großen Supermarkt. Der Abend war gesichert, Käse, Wein, Kochschinken und Baguette füllten unsere Taschen. Der erste Anreisetag war sehr zu unserer Zufriedenheit verlaufen.

 

 

 


 

 In Cap d´Agde

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
31.08.2012 11 19 0 0 Camping

  

Die anstrengende Fahrt vom Vortag sorgte für einen langen Schlaf. Um 08:00 Uhr gingen wir erst einmal zum Frühstück. Nichts Tolles: Brot Baguette, Marmelade, ein wenig Käse, Müsli, Orangensaft und Kaffee, uns reichte es. Kurz die wenigen Sachen wieder ins Auto gepackt, waren wir um kurz vor 09:00 Uhr wieder auf der Autobahn in Richtung Süden. Die Fahrt verlief wie am Vortag ohne Schwierigkeiten, die üblichen Staus in Lyon bei der Ortsdurchfahrt, ein wenig Regen danach auf dem Weg nach Valence. Je weiter wir nach Süden kamen, je wärmer wurde es. An dem Tag stieg das Thermometer von 13 Grad im Regen auf 27 Grad bei der Ankunft in Cap d´Agde. Den Campingplatz Neptune fanden wir in Cap d´Agde sehr schnell. Für uns beide kostete die Nacht 22 Euro, ein Preis, der absolut ok war.

An der Rezeption teilte man uns mit, dass unser PKW auf oder vor dem Campingplatz für die Dauer unserer Radtour nicht stehen bleiben konnte. Die gute Frau hatte aber gleich eine Lösung parat. Ein Telefonat und wir bekamen den Hinweis, dass wir unseren KIA Ceed in Agde auf einem sicheren Platz abstellen könnten. Der Vermieter würde am nächsten Tag extra vorbei kommen, um uns abzuholen. Der Platz war wohl nicht so einfach zu finden, aus dem Grund gab es wohl den kostenlosen Abholdienst. An Kosten sollten für den Parkplatz pro Tag 4 Euro aufkommen, wir hatten das Parkplatzproblem gelöst und den Preis fanden wir akzeptabel.

Am späten Nachmittag radelten wir nach dem Aufbau des Zeltes noch nach Le Grau-D´Agde zum Strand und in die Altstadt von Cap d´Agde. Es war bereits zu merken, dass die Nachsaison begonnen hatte. Im Ort war es merklich ruhig, es gab viele Restaurants, aber wenig Touristen.

Wir bummelten am späten Nachmittag noch ein wenig durch Cap d´Agde, fanden unserem Reiseführer folgend auch das Stadtmuseum, es war aber leider geschlossen. Der vor dem Museum vorhandenen Hinweistafel konnten wir entnehmen, dass das Museum im ehemaligen Hotel de la Charité untergebracht war und das in den 26 Sälen des Museums die Geschichte der Stadt wohl anschaulich dargestellt wurde. Nach unserer kurzen Besichtigung der Altstadt radelten wir die wenigen Kilometer wieder zurück zum Campingplatz.

Draußen vor dem Pool machten wir es uns an dem Abend noch ein wenig gemütlich. Es gab zwar kein geöffnetes Restaurant, man konnte aber eine Pizza bestellen und diese an den Tischen am Pool verzehren.

 

 

 


 

 Erste Kilometer am Canal du Midi oder auf nach Capestang

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
01.09.2012 52 71 100 100 Camping

 

Um 08:15 Uhr hatten wir unser Gepäck bereits gepackt und ins Auto verladen. Nach einem kleinen Frühstück im Campingplatz Restaurant stand der Vermieter des Stellplatzes wie angekündigt vor der Rezeption. Wir fuhren mit unserem Kia hinter ihm her, bis etwas außerhalb des Ortes. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen Campingplatz im nördlichen Randbereich von Cap d´Agde handelte, der bereits geschlossen hatte, ein ideales Terrain, um den Wagen sicher abzustellen.

Nach einer etwas schwierigen aber netten Unterhaltung verabschiedeten wir uns von den Besitzern des Platzes und machten uns auf den Weg.

Unser erstes Tagesziel war eine nördlich von Cap d´Agde am Beginn des Canal du Midi errichtete Rundschleuse, in der die Schiffe um 90 Grad gedreht werden können, um über einen Nebenkanal in die Stadt Agde zu gelangen. Sie wurde im Jahr 1676 erbaut und ist die einzige Schleuse, mit mehr als zwei Anschlüssen, die in Frankreich in Betrieb ist. Der dritte Zugang führt über einen Stichkanal direkt zum Unterlauf des Flusses Hérault. Von dort gelangen die Schiffe auf kurzem Weg direkt zum Mittelmeer. Von einer Rundschleuse aus ging es an dem Tag immer am Canal du Midi entlang.

Das zweite Highlight des Tages war der Hochwasserdurchlass des Libron. Südwestlich des kleinen Ortes Vias kreuzt der Canal du Midi den Bach Libron. Dieser führt zu normalen Zeiten wenig Wasser, das durch einen Düker unter dem Kanal hindurchfließt. Nach starken Regenfällen ist dessen Wasserführung aber enorm groß, was eine andere Lösung erforderte. Ein Aquädukt für den Canal du Midi war auch nicht möglich, weil der Hochwasserpegel des Libron oberhalb des Pegels vom Canal du Midi liegt. Anfänglich wurde als Lösung eine Barke eingesetzt, die bündig zwischen die Kanaleinfassungen passte und auf die Kanalsohle abgesenkt wurde. So wurde künstlich quasi eine Rinne erzeugt, durch die die Wassermassen des Libron in Richtung Meer abfließen konnten. Der Einsatz der Barke war sehr zeitintensiv, was den ohnehin unterbrochenen Schiffsverkehr noch weiter verzögerte.

Die endgültige in der Mitte des 19. Jahrhunderts  gefundene Lösung in Form eines voll mechanisierten Doppel-Bauwerks ist heute noch zu sehen. Die Konstruktion ist originell und einmalig. Man muss sich das so vorstellen, dass zwei Kammern, die ähnlich wie Schleusen funktionieren, den Durchfluss der Wassermengen des Libron ermöglichen. Seit dem Bau der Anlage musste der Schiffsverkehr nicht mehr unterbrochen werden. Wenn in einer der beiden Kammern ein Schiff war, wurde die andere für den Durchfluss des Libron genutzt und umgekehrt. Der gesamte Mechanismus ist sehr schwer zu erklären und auch vor Ort nicht einfach zu verstehen. Nachfolgend habe ich mal einige Fotos von der Anlage platziert.

Etwas weiter trafen wir auf einen ausgebrannten A-Klasse Mercedes. Viele Tage konnte der Wagen dort nicht stehen, denn es roch noch etwas verbrannt.

Es machte sehr viel Spaß an dem Tag am Canal du Midi entlang zu radeln. Die Wegführung war zwar mal etwas holprig, aber immer sehr schön. Kurz vor Beziers sahen wir auf einer Brücke einen Menschenauflauf, den wir zunächst nicht einordnen konnten, kurze Zeit später klärte sich aber die Situation. Es handelt sich um ein Harley Davidson Treffen, die Menschen warteten auf die Durchfahrt der Motorräder. Wir stoppten dort kurz und hatten das Glück, dort zum richtigen Zeitpunkt angekommen zu sein. Kurze Zeit später dröhnten unsere Ohren von dem typischen Geräusch der Maschinen. Kurze Zeit später erschien der gesamte Tross.

In Beziers kamen wir an der Stelle vorbei, die uns von unserer Tour zwei Jahre zuvor noch bekannt war. Wir waren damals nach Beziers geflogen und von dort gestartet (siehe Bericht). Dort quert der Canal du Midi den südlich um Beziers herum fließenden Fluss L Òrb. Ein paar Kilometer weiter trafen wir auf die Écluses de Fonseranes, einer Aneinanderreihung von 9 Schleusen. Dort mussten wir dann mit den Rädern nach einer Mittagspause auch mal ein wenig bergauf.

Westlich des kleinen Ortes Colombiers verlässt der Radweg kurz den Canal du Midi, weil dieser durch einen Tunnel verläuft. Man muß den Berg etwa 20- 30 Höhenmeter hinauf,  um dann quasi über den Tunnel hinweg auf die andere Kanalseite zu gelangen. Auf der Westseite des Tunnels konnten wir den Eingang fotografieren. Später gab es noch eine Baustelle, der Radweg war abgesperrt und führte um einen Bereich herum, in dem ein großes Feuer brannte. Dort wurden wohl die dicken abgesägten Platanen verbrannt.

Den Campingplatz in Capestang fanden wir sehr schnell, ein Municipalplatz in mittlerer Qualität, der aber mit einem Preis von 12 Euro für uns beide relativ  günstig war.

An dem Abend radelten wir noch kurz in den Ort, um in einem Restaurant zu essen.

Die Stiftskirche St Etienne (unter Denkmalschutz) ist ein mächtiges Bauwerk und ein schöne Beispiel der südfranzösischen Gotik aus dem 14.Jh. Sie wurde jedoch wie die Kirche in Narbonne nie beendet. Das Kirchenschiff und das Querschiff wurden kaum begonnen und die Überreste der vorherigen romanischen Kirche sind im Westen noch zu sehen.

Nach ein paar Einkäufen machten wir uns wieder auf dem Weg zum Campingplatz.  Dort fanden wir ein nettes Plätzchen an einem Tisch mit Bank. Bei einem Gläschen Wein freuten wir uns über den ersten gelungenen Tag.

 

 

 


 

 Der Tag des Windes, die Tour musste umgeplant werden

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
02.09.2012 42 113 62 162 Camping

 

Geplant war an dem Tag eigentlich, bis Carcasonne zu radeln, das wären 79 km gewesen. Die Planung mussten wir aber um den Mittag herum aufgeben, zu sehr blies der Wind gnadenlos von vorne. Kamen die Windböen mal etwas seitlich, wurde es teilweise schon gefährlich, zu groß war die Sturzgefahr.

Aber beginnen wir mit dem Morgen! Wir schliefen relativ lange, so dass wir erst um 09:00 Uhr nach Capestang in den Ort radelten, um etwas zu frühstücken. Wir mussten uns mit Einkäufen aus der Boulangerie und einem Cafe aus einer Bar begnügen, aber das war schon in Ordnung. In Capestang war an dem Morgen Markt, wir bummelten noch an den Ständen vorbei, kauften ein paar Lebensmittel für unterwegs ein und starteten dann um ca. 10:00 Uhr in Richtung Canal du Midi.

Es war wieder sehr schön am Canal entlang zu radeln,  aufgrund der riesigen Platanen fuhr man mit dem Rad meistens vor der Sonne geschützt und wir radelten durch eine wunderschöne Region. Nach wenigen Kilometern trafen wir auf die Einmündung des Canal Rubine, der Canal führt von Narbonne aus dem Süden kommend in den Canal du Midi. Interessant war unterwegs auch, welche Mühen sich die Franzosen schon damals gemacht haben, den Canal mittels Brücken über Flüsse zu realisieren. Der Aufwand, es gab noch keine Bagger, muss damals immens gewesen sein. Im kleinen Ort Le Somail legten wir eine Pause ein und tranken einen Tee und Cappuchino.

Claudia war aufgrund des massiven Gegenwindes geschafft. Aus dem Grund änderten wir unsere Planung und trafen die Entscheidung nach Lezignan-Corbieres zu radeln. Dort gab es einen Campingplatz. Zunächst radelten wir aber an dem Ort Ventenac-En-Minervois vorbei in Richtung Roubia. In dem kleinen Ort wollten wir den Canal du Midi verlassen, um dann für wenige Kilometer nach Süden zu schwenken. Als wir den Canal du Midi verlassen hatten, war die Fahrt auf dem offenen Terrain ein einziger Kampf gegen den Wind. Es gab aber keine Alternative, weil es bis zum ursprünglichen Zielort Carcassone bei dem Wind nicht mehr zu schaffen war.

Nach der Ankunft auf dem Campingplatz in Lezignan-Corbieres und dem Zeltaufbau radelten wir noch in den Ort zum Bahnhof. Unterwegs war der Gedanke gereift, die Tour aufgrund des Windes umzudrehen. Wir wollten mit dem Zug nach Westen fahren, um dann mit Rückenwind wieder zum Startort zurückzukehren. Eine Alternative, die uns - sofern möglich - je länger man darüber nachdachte, immer mehr gefiel.

 

 

 


 

 Mit dem Zug von Lezignan-Corbieres nach Toulouse

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
03.09.2012 21 134 29 182 Camping

 

Kurzerhand wurde an dem Morgen umgeplant, weil der Wind mit bis zu 60 km/h aus westlicher Richtung  blies. Wir wollten mit dem Zug nach Toulouse fahren, um von West nach Ost mit Rückenwind zu radeln. Das weitere Stück bis Bordeaux wurde bei der Umplanung fallen gelassen, weil wir am Abend zuvor am Bahnhof bereits die Auskunft bekommen hatten, dass auf dem Teilstück von Toulouse nach Bordeaux keine Fahrradmitnahme mehr möglich war. Wir beschlossen deshalb, zunächst von Toulouse nach Lezignan-Corbieres zurück zu radeln, wie es danach weitergehen sollte, wollten wir unterwegs recherchieren.

Die Fahrt mit dem Zug nach Toulouse klappte sehr gut. Die Zwischenzeit bis zur Abfahrt verbrachten wir in einem Cafe am Bahnhof, um 12:45 Uhr ging es dann los. Der Zug war eigentlich schon  mit Rädern gefüllt, wir schafften es aber noch, unsere Räder zusätzlich in dem Abteil zu deponieren. Ein junger Engländer, der auf Jersey wohnte, interessierte sich für unsere und wir für seine Tour. So kam es, dass die Zeit im Zug sehr kurzweilig wurde. Er war bereits seit drei Monaten mit dem Rad unterwegs und war auch in Rom gewesen.

Um 14:07 kamen wir pünktlich in Toulouse an. Den Bahnhof in Toulouse Matabiau kannten wir ja schon von unserer Tour zwei Jahre zuvor. Der Bahnhof befindet sich direkt am Canal du Midi, so mussten wir nicht mehr durch die Innenstadt. Wir schwenkten nach Südosten und verließen relativ zügig die Stadt. Nun mit Rückenwind gefiel es Claudia erheblich besser am Canal du Midi entlang zu radeln.

Bis zum Campingplatz „Les Violettes“ südöstlich von Toulouse waren an dem Nachmittag nur 17 km zu radeln, es gab somit zeitlich überhaupt kein Problem. Der Campingplatz war recht schön, auf dem Platz standen an vielen Stellen Tische und Stühle herum. Ideal, so hatten wir es relativ bequem. Am Abend saßen wir noch draußen vor der Bar, später im Restaurant. Wir schrieben ein paar Zeilen in unser Tagebuch (Netbook) und überlegten, wie die Tour weitergehen sollte. Wir würden drei Tage später nach den Übernachtungen in der Nähe von Castelnaudary und Carcassonne ja wieder in Lezignan-Corbieres eintreffen und hatten noch mehrere Tage Zeit. Sehr schnell kamen wir auf die Idee, ca. 20 km auf demselben Teilstück der Hinfahrt zurück zu radeln, um dann am Canal de Rubine entlang in südlicher Richtung nach Narbonne zu fahren. Dann sollte es an der Küste weitergehen, mehr dazu aber später.

 

 

 


 

 Auf nach Castelnaudry

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
04.09.2012 63 197 110 292 Camping

 

Wir hatten Zeltnachbarn mit einem 6 Monate alten Kind. Er kam gebürtig aus Heiden, einem kleinen Ort keine 25 km entfernt von unserem eigenen Heimatort. Jetzt lebten sie wohl zu dritt in Köln. Wir erzählten uns reichlich, so kam es, dass wir erst um 10:20 Uhr auf dem Rad saßen. Es war egal, wir hatten Zeit, bis Castelnaudery waren es knapp 60 km, mit Rückenwind sollte das kein Problem sein.

Was uns an dem Tag auffiel, war die Tatsache, dass es trotz sehr schöner Strecke an Infrastruktur mangelte. Um die Mittagszeit bei spärlichem Frühstück nichts zu essen zu bekommen, war nicht so toll. Viele Ort lagen abseits vom Canal du Midi. Unser Versuch, in einen Ort zu radeln und Einkäufe zu tätigen, misslang. Im dem kleinen Ort Avignonet-Lauragais ging es zwar bergauf, wir fanden aber kein geöffnetes Geschäft oder eine geöffnete Bar.

Also wieder zurück zum Canal du Midi, bis Castelnaudary war es ja nicht mehr so weit. Bei der Ankunft deckten wir uns im Ort zunächst mit Lebensmittel ein, Claudia verschwand noch in einer Touristikinformation, um nach dem Weg zum Campingplatz zu fragen, der Platz lag außerhalb des Ortes, Wir mussten weiter dem Canal du Midi folgen und dann der Ausschilderung am Canal folgend 3,5 km nach Nordwesten radeln. Der Campingplatz „La Capelle“ war klein und bot relativ wenig, dafür war es sehr ruhig und er hatte einen unheimlich netten Besitzer.

Der Campingplatz „La Capelle“ war klein und bot relativ wenig, dafür war es sehr ruhig und er hatte einen sehr netten Besitzer. Unsere Einkäufe für den Abend hatten wir ja in Castelnaudary getätigt. Das war auch gut so, weil es im ganzen näheren Umkreis weder ein Restaurant noch eine Einkaufsmöglichkeit gab. Wir kochten selber etwas Einfaches, genossen ein Gläschen Wein und machten es uns auf einer Bank neben unserem Zelt gemütlich.

 

 

 


 

 Ein wunderschöner Tag in Carcassonne

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
05.09.2012 42 239 68 360 Camping

 

Wir waren im Vergleich zu den Vortagen relativ früh auf den Beinen. Es begann damit, dass uns der nette Campingplatzbesitzer die Croissants mit seinem Elektromobil persönlich an unseren Stellplatz brachte. Noch eine Cappuccino gekocht und schon war das Frühstück fertig. Nach unserem Start um kurz vor 09:00 Uhr war das nächste Highlight die „Ecluse de la Peyruque“. Dort hat der Eigentümer einen kleinen Laden. Ihm machte es sichtlich Spaß uns einen leckeren Cappuccino zu kochen. Ein Foto von seinem Lädchen durften wir auch machen. Als dann von mir noch der Hinweis kam, dass ich ein Foto davon auf meiner Internetseite platzieren würde, war er hin und weg. Nach einem Visitenkartentausch radelten wir weiter. Unterwegs trafen wir noch einige Radler, legten an den Schleusen immer mal wieder eine kurze Pause eine, kamen aber trotz „Rappelpiste“ zügig weiter.

Nach ca. 42km kamen wir etwa um 14:30 Uhr in Carcassonne an, dort in der Cite war der Bär los. Die Touristeninformation befindet sich gleich am Eingang der alten Festungsstadt. Dort bekamen wir den Hinweis, dass die nur 300 m vom Eingang entfernte Abtei (Abbey) auch einen kleinen Campingplatz besaß. Auf dem kleinen Campingplatz auf dem Gelände der Abtei gab es nur zwei Zelte, das eine gehörte uns, am zweiten war kein Bewohner zu sehen. Uns war es egal, wir konnten in den Gebäuden der Abtei duschen, dort gab es einen Frühstücksraum und mehr brauchten wir nicht.

Das Gelände der Abtei und die Gebäude waren alt und unansehnlich, die Nähe zur Festung war aber ein starkes Argument, die eine Nacht auf dem Gelände zu verbleiben. Je erwachsener Person kostete die Übernachtung mit Frühstück 12 Euro, für die Touristenstadt eher ein ungewöhnlich niedriger Preis, für uns war das ok.

Der Altstadtbesuch am späten Nachmittag bis in den Abend hinein gefiel uns gut. Als wir kamen, waren noch viele Touristen unterwegs, später lichtete es sich aber und es wurden immer weniger Menschen. In der Cite machten wir es uns in einem Restaurant gemütlich, das Essen war erstaunlicherweise gut. Claudia wählte ein Menü für 11 Euro, das mit einem leckeren Salat als Vorspeise, Hähnchenfleisch mit katalanischer Soße, mit Käse überbackenen Gemüse, Pommes Frites und einem Eiskaffee bestand. Wir konnten nicht klagen. Die Abendstimmung mit den angestrahlten Burgmauern war richtig schön. Gut das wir so lange geblieben waren. Die meisten Touristen waren weg, kaum jemand machte sich nochmal die Mühe, im Innenbereich komplett um die Burg zu laufen.

 

  

 

 


 

 Wieder zurück in Lezignan-Corbieres

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
06.09.2012 61 300 65 425 Camping

 

An dem Tag stand die Strecke nach Lezignan-Corbieres auf dem Programm, das war der Ort, von dem aus wir mit dem Zug nach Toulouse gefahren waren. Morgens frühstückten wir in der Abbey. Etwas witzig fanden wir, dass der junge Bedienstete in dem alten Gemäuer mit Hemd und Krawatte herumlief. Alle Übernachtungsgäste passten nicht dazu. Die meisten in kurzer Hose, mit tätowierten Armen und Beinen, dort war einfach Alles zu sehen. Die Abbey hatte sicherlich bessere Zeiten gesehen. Kurz formuliert, es war teilweise etwas schmutzig, nicht im Frühstücksraum, aber in den Duschen und Toiletten.

Etwas später saßen wir auf dem Rad, radelten in Richtung Pont View, wo Claudia noch ein paar Postkarten und Briefmarken kaufte. Danach ging es zum Canal de Midi zurück, der einfach zu erreichen war. Die erste etwas größere Pause hatten wir in Trebes, dort kamen wir in ein Gespräch mit einem etwa gleichaltrigen Pärchen aus Herten. Sie hatten auf meinem Trikot Dorsten gelesen. Das war der Aufhänger gewesen, uns anzusprechen.

An dem Tag kamen uns viele Radler entgegen oder wir trafen immer wieder einige, die in unserer Richtung radelten. Zweimal half ich Radlern, mit Werkzeug ihr Problem am Rad zu beseitigen. Beim Ersten hatte sich die Befestigungsschraube der Kurbel gelöst, beim Zweiten eine Befestigungsschraube am Gepäckträger. An dem Tag fuhren wir an vielen Schleusen vorbei, der Weg war mal gut zu befahren, dann wieder die reinste Rappelpiste. Auf dem nachfolgenden Foto sieht man, wie schmal manchmal der zu befahrende Weg war, es machte trotzdem Spaß durch so eine wunderbare Natur zu radeln.

An einer der Schleusen, die wir passierten, hatte ein Künstler Skulpturen aufgestellt, Elvis war auch dabei. Ein paar Kilometer weiter fanden wir an einer Schleuse endlich eine Restauration. Die Sonne hatte uns an dem Tag doch merklich zugesetzt, etwas Kaltes zu trinken tat immens gut. Marseillette zeigte sich als etwas uninteressantes Dörfchen, während es in Homps ein wenig geschäftiger her ging.

Wir hatte uns viel Zeit gelassen, aus dem Grund kamen wir in Lezignan-Corbieres auf dem uns bekannten Campingplatz erst nach 17:00 Uhr an. Aber das war uns egal. Leider bekamen wir unseren alten Stellplatz mit Bank und Tisch von vor drei Tagen nicht wieder, er war belegt. Wir suchten uns an dem Abend einen Tisch und eine Bank auf dem Grillplatz, der war nur wenige Meter von unserem Stellplatz entfernt.

 

 

 


 

 Am Canal de la Robine

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
07.09.2012 47 347 25 450 Camping

 

Auf den ersten 22 km des Tages radelten wir die Strecke zurück, die wir auf dem Hinweg schon geradelt waren. In Robia tranken wir einen Cappuccino, in Le Somail gab es dann die zweite Pause. Dort genehmigten wir uns ein Perrier, eine Orangina und jeder ein leckeres Eis. Wie sagt man: „An dem Morgen fühlten wir uns wie Gott in Frankreich“. Den Abzweig nach Süden in den Canal de Jonction konnte man nicht verpassen. Auf gerader Strecke sausten wir nach Salleles de Aude.

Dort sahen wir ein neuseeländisches älteres Pärchen wieder, das wir mit ihren Rädern zum ersten Mal in Lezignan auf dem Campingplatz gesehen hatten. Wir hatten uns auf dem Campingplatz wie auch in  Salleles de Aude nur aus der Ferne gesehen. Ein Gespräch war noch nicht zustande gekommen,  das würde erst später geschehen.Etwa ein Kilometer hinter dem Ort wurde es schwierig. Von Salleles de Aude von Norden kommend, radelten wir am Canal de Jonction entlang bis zu der nachfolgend abgebildeten größeren Schleuse. Um unsere Versuche, den weiteren Weg zu finden, erklären zu können, habe ich mal nachstehend eine Bildschirmkopie der Live-Aufzeichnung meines GPS-Gerätes eingefügt.

Da der Weg weiter gerade ausführte, radelten wir zunächst am Canal de Jonction weiter nach Südwesten, bis wir merkten, dass uns der Weg wieder nach Salleles de Aude zurückführen würde. Also wieder umgedreht und im Bereich der Schleuse auf die andere Kanalseite. Dort übersahen wir einen winzigen Hinweis auf einem Stein (Roter Pfeil) und folgten dem Canal der Jonction auf der anderen Seite nach Süden. Der Weg führte unter einer Eisenbahnlinie hindurch auf verschiedene Felder, führte dabei aber immer weiter nach Nordosten. Wir waren wieder falsch. Wieder an der Schleuse zurück, half uns dann eine französische Familie, die den Hinweis auf dem Stein kannte. Wir mussten zunächst auf einem sehr schmalen Pfad nach Norden, um dann entlang der Bahngleise über eine Brücke nach Süden zu schwenken. Auf der südlichen Kanalseite des Canal de la Robine sollte unser Weg weiterführen. Auf der Brücke kamen hinter uns dann auch die Neuseeländer auf die Gleise. Die Linie wurde nicht mehr befahren, sonst hätten wir den relativ schmalen Randbereich mit Sicherheit nicht betreten.

Die weitere Strecke bis nach Narbonne war einfach zu befahren. Wir überholten uns immer gegenseitig und kamen auch ein wenig ins Gespräch. Das ältere Pärchen war bereits seit 4 Monaten mit dem Rad in Europa unterwegs. In Narbonne trennten wir uns zunächst wieder. Ich schreibe zunächst, weil wir sie  auf demselben Campingplatz südlich von Narbonne wieder trafen.

In Narbonne schauten wir uns nach über 12 Jahren nochmal den Kreuzgang und die Kathedrale an, danach gab es ein kaltes Getränk, es war inzwischen ziemlich heiß.

Den Campingplatz  Les Floralys fanden wir ziemlich schnell, er liegt etwa 4 km südlich von Narbonne. Der Platz war nicht so toll, hatte aber immerhin einen Pool und einen WIFI Point. Dort bekam ich mal wieder alle Akkus geladen.
Am Abend wurde es noch recht lustig, weil es auf dem Platz in der Nähe der Rezeption mehrere Bänke und Tische gab, an dem sich abends die Radler trafen. Zum einen erschienen das neuseeländische Pärchen und dann noch ein sehr junges Paar aus Prag. Die Unterhaltung war zwar auf Englisch nicht immer leicht, wir hatten aber alle wohl viel Spaß dabei, Essen zu kochen und gleichzeitig zu quatschen. Noch im Dunkeln erzählten wir von unseren Touren und freuten uns über den toller Abend.

 

 

 


 

 Über Gruissan nach Saint Pierre de la Mer

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
08.09.2012 37 385 10 460 Camping

 

An dem Morgen trafen wir auf weitere Radler, ein älteres Ehepaar aus England, dass wir schon mehrmals unterwegs am Canal du Midi gesehen hatten. Ein Gespräch hatte sich unterwegs aber nie ergeben. An dem Morgen war es anders. Sie erzählten von ihrer ersten gemeinsamen Radtour am Canal du Midi und davon, dass es ihnen viel Spaß gemacht hatte. Einen Tag später würde es mit einem Bikebus wieder nach England gehen. Wir starteten etwas früher als die Neuseeländer und kamen zügig über die ca. 11 km nach Gruissan. Das kleine Örtchen hatten wir bereits in unserem Familienurlaub in Coursan (2000) besucht.

Als wir über die westliche vom Ort gelegene Brücke radelten, sahen wir schon von weitem, das Markttag war. Für Claudia war das natürlich eine Gelegenheit, die sie sich nicht entgehen lassen durfte. Danach kurbelten wir unsere Räder noch ein wenig durch den kleinen Ort und fotografierten die Burgreste oben in der Mitte des Ortes auf dem kleinen Berg. Dort waren wir im Jahr 2000 auch mit unseren Kindern gewesen. Am Ortsausgang entdeckte Claudia einen Radweg, der uns über Narbonne Plage bis in unseren Tageszielort Saint Pierre la Mer führte. Rechts von uns befand sich ein sehr breiter und langer Strand, viele Cafes, es war sehr touristisch. Die Größe der Touristeninformation in Fleury d´Aude machte deutlich, das der Ort im Hochsommer Hochburg des Tourismus war.

Der Municipal Campinplatz war nicht so toll. Wir machten aber das Beste daraus, radelten noch in den Hafen zwischen Narbonne Plage uns Saint Pierre la Mer, um die frühe Ankunft bis zum Abend auszugleichen. Danach kauften wir in einem Sparmarkt ein, um am Abend auf dem Campingplatz zu kochen. Dort auf einem Grillplatz fanden wir auch Bänke und Stühle, um unser Essen zuzubereiten.
Unsere Radtour würde Morgen zu Ende gehen, wir hatten aber wieder viel gesehen und tolle Menschen kennengelernt.

 

 

 


 

 Unsere Rückkehr nach Cap d´Agde

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
09.09.2012 48 433 30 490 Camping

 

Die Nacht über war es sehr ruhig gewesen, ausgeschlafen machten wir uns auf den Weg, um die Etang des Pissevanches herum nach Valras Plage zu gelangen. Ein kurzer Zwischenstopp im Hafen von Les Cabanes de Fleury, ein Besuch auf einem Markt vor dem Ort Valras Plage, es gab wenig zu berichten von dem Tag. Die Küste gefiel uns nicht besonders, dazu hatten  wir schon zu viel Anderes gesehen. Dem kleinen Städchen Serignan statteten wir noch einen Besuch ab, bevor es auf Nebenwegen wieder zum Canal du Midi ging.

Auf den Canal trafen wir wieder in Höhe des Ortes Portiragnes, er liegt einige Kilometer östlich von Beziers. Den weiteren Weg bis nach Agde kannten wir ja schon vom Hinweg. Wir trafen noch einige Radler, es war halt Sonntag und zu den wenigen Reiseradlern mit Gepäck gesellten sich noch die, die nur auf kurzer Tagestour unterwegs waren.

Wieder in Agde, schwenkten wir mit den Rädern nach Norden zu dem Platz, auf dem wir unser Auto abgestellt hatten. Der Besitzer erschien nach kurzem Klingeln, es hatte alles wunderbar geklappt. Unsere Radtour war beendet und damit endet der Reisebericht auch hier.

Mit dem Auto fuhren wir an dem Tag noch nach Pezenas, einem kleinen Ort in Südfrankreich und verbrachten eine Nacht dort. Danach fuhren wir für zwei Nächte noch nach Gignac um im Anschluss über knapp 200 km nach Vaison la Romaine zu fahren. Dort hatten wir noch für drei Tage ein Hotel gebucht. Die weiteren Ausflüge mit dem PKW möchte ich hier nicht beschreiben, handelt es sich doch um eine Radreiseberichtsseite. Nur soviel: Meine ursprüngliche Absicht den Mont Ventoux nach den Jahren 1998 und 2002 ein drittes Mal hinauf zu radeln, scheiterte am Wetter. Oben betrug die Temperatur 2 Grad Celsius und die Windböen waren enorm.