20. Tag: Irish Folk am Ring of Beara

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
17.08.2013 68 1.625 514 14.887 Camping Beara

 

Die Wettervorhersage versprach nichts Gutes für den Tag und genauso kam es auch. Bis in das kleine Örtchen Sneem radelte ich einfach im Regen durch, hielt im Ort aber spontan an einem Cafe. Das Cafe war gleichzeitig Supermarkt und ein Anlaufpunkt im Ort. Als ich dort eintraf, war der Boden im Cafe gerade frisch gewischt. Ich zog mich draußen aus und hängte meine nassen Sachen unter einer Markise an einen Stuhl. Der älteren „Chefin“ im Cafe gefiel das wohl. Sehr nett wurde ich bedient und mit einem heißen Cappuchino verwöhnt. Es war nicht kalt, ich war ja sogar noch in kurzer Hose gefahren, meine Regenjacke, Überschuh und Handschuh waren aber vollkommen nass.

Die 26 km bis in den Ort Kenmare radelte ich im Regen durch, bei der Ankunft im Zentrum des kleinen Städtchens wurde das Wetter aber bereits besser. Vor einem Cafe konnte man bereits draußen sitzen und die nasse Kleidung ein wenig in den Wind hängen. Einige Touristen waren schon wieder zu Fuß unterwegs, ein deutliches Zeichen auf Wetterbesserung. Im Ort kamen alte Erinnerungen hoch, mit der Familie hatten wir im Sommer 2008 in der Nähe eine Ferienwohnung gebucht und einige Male in Kenmare eingekauft.

Danach ging es auf den Ring of Beara, den wir damals auch schon mit dem Auto abgefahren waren. 12 km noch gegen den Wind, dann war ich am Ziel. Der Campingplatz war eher bescheiden ausgestattet. Um mein Zelt nicht aufbauen zu müssen, bot mir der Besitzer an, ohne Aufpreis in einem seiner alten Wohncontainer zu übernachten. Nichts Tolles, aber immerhin trocken und kein Matschboden.

Einen größeren Ort gab es in der Nähe nicht, aus dem Grund radelte ich einfach drauf los und traf einen Kilometer weiter auf eine Bar. Die Auswahl an Essen war nicht groß, aber von Sandwiches mit Chips  wurde man auch satt.

Laut Barbesitzer sollte es wenige Kilometer weiter am Postoffice des winzigen Ortes Tuosist einen kleinen Shop geben, da radelte ich nach dem Essen hin, in der Hoffnung Essbares für mein Frühstück kaufen zu können. Groß war die Auswahl nicht, aber die Kombination von Postoffice mit Shop erinnerte mich an Läden, die es bei uns in Deutschland maximal bis vor 30 Jahren gab. Der Raum war maximal 4 m x 4 m groß und in dem Raum gab es eine Trennwand mit Klappe für das separate Postoffice. Der restliche Teil des Raumes war bis unter die Decke mit Waren aller Art zugepackt. Die alte Frau, die mich bediente war einfach zu herrlich, alles geschah in absoluter Ruhe, bloß kein Stress.

Keine 50 m weiter lag dann der Torfhaufen, den ich unbedingt noch fotografieren musste. Danach war ich noch kurz am Cloonee Lake, der nach dem Regen sehr schön anzusehen war.

Den Abend verbrachte ich in der Bar. Schon am Nachmittag war angekündigt worden, dass es an dem Abend dort Musik (Irish Folk) gab. Bei meinem Eintreffen wurde die Anlage gerade aufgebaut. Erstaunlich, was in so einem kleinen Raum alles reinpasste, zwei Riesenboxen, Verstärker und Mischpult wurden aufgebaut und akustisch abgestimmt.

Leider begann die Musik erst um 22:00 Uhr, so dass ich selber nur eine Stunde blieb. Es war für die kurze Zeit aber toll, diese Gemeinschaft zu betrachten. Das ganze Dorf, jung und alt kam hier um 22:00 Uhr zusammen, um die Musik zu hören und ein wenig mitzusingen.