5. Tag:  Auf hügeligem Terrain zum Giants Causeway

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
02.08.2013 99 442 1.150 3.926 Camping Portballintrae

 

Was schien die Sonne an dem Morgen schön! Mein Zelt stand  im Schatten, deshalb hatte ich die schöne Wetterlage zunächst überhaupt nicht bemerkt. Der erste Blick nach draußen tat richtig gut, noch besser war etwas später nur das Gefühl, in der Morgenfrische an der Irischen See entlang zu radeln. Sehr schnell kam ich an dem Morgen mit einem strammen Rückenwind zunächst voran, der Causeway Costal Road war durchgängig flach und der Wind drückt mich einfach nach Norden.

Zwischen Cushendall und Cushendun zweigte meine geplante Route auf eine kleine Straße ab, die küstennah nach Nordwesten führte. Die Höhenmeter hatte ich zu Hause zwar addiert, über solche Straßen findet man aber im Internet keine Steigungsprozente und die stellten sich auf der wunderschön geführten kleinen Straße als echte Herausforderung heraus. Steigungen bis zu 18% waren eher normal, aus dem Grund musste das Rad mit dem Gepäck auch schon mal geschoben werden. Eine echte Entschädigung für die kraftzerrenden Anstiege waren die tiefen herrlichen Ausblicke auf die Küstenregion.

Bei der Ankunft in Ballycastle war ich etwas platt, die vielen Senken und steilen Anstiege hatten mächtig an meinen Kräften gezehrt. Ein großes Eis und eine halbstündige Pause brachten die nötigen Kräfte zurück. Um Höhenmeter zu sparen, versuchte ich in Ballycastle am Hafen vorbei dicht am Meer zu radeln, die Straße endete in einer Sackgasse. Also wieder zurück und entlang der Straße den Hügel hinauf. Einige Kilometer weiter traf ich auf einen Aussichtspunkt, der einen schönen Ausblick auf Carrick a Rede ermöglichte.

Carrick-a-Rede ist eine kleine Insel, die sich im Norden Irlands zwischen den Städten Ballycastle und Ballintoy befindet. Die durch eine spektakuläre Hängebrücke mit dem Festland verbundene Insel ist unbewohnt, in der Region aber ein absoluter Touristenmagnet. Bei der Brücke handelt es sich um eine Hängebrücke für Fußgänger, die eine Meerenge von 20 Metern in einer Höhe von 30 Metern überspannt. Eine Brücke gab es zu der kleinen Insel wohl schon vor 350 Jahren. Sie wurde damals von Fischern errichtet, die von der Insel aus mit einem Netz Lachse fingen. Mit Blick auf die zusätzlichen Höhenmeter fuhr ich nicht zur Brücke hinab und radelte weiter zum nur noch etwa 5 km entfernten Giants Causeway, mir reichte der Blick von oben voll und ganz.

Bei der Ankunft am Giants Causeway staunte ich nicht schlecht, Touristenmassen strömten von den Parkplätzen zum Besucherzentrum. Ursprünglich hatte ich geplant, irgendwie mit dem Rad zu den Basaltsäulen zu gelangen, aber das ging gar nicht. Es gab Shuttle-Busse, die in einem 15 Minuten Takt zu den Basaltsäulen fuhren. Ein netter Parkwächter löste mein Problem mit der Unterbringung des Rades. Er sichert mir persönlich zu, auf Rad und Gepäck bis zu meiner Rückkehr aufzupassen, ich nahm das Angebot dankend an.

Der Giants Causeway zählt zum Weltnaturerbe der UNESCO. Er besteht aus mehr als 40000 Basaltsäulen, die ein Alter von 60 Millionen Jahren aufweisen. Die größten der zumeist sechseckigen Säulen sind bis zu 12 Meter hoch.

Die kurze Fahrt bis zum Campground in Portballintrae (Nahe Bushmill) war dann schnell geschafft, nach 95 Tageskilometern kam ich dort in etwa um 16:00 Uhr an.

Ein nettes Erlebnis hatte ich an dem späten Nachmittag noch in Bushmill, der durch seine Whiskey Brennerei (Old Bushmills Distillery) weit bekannten Stadt.
Meine Haare wurden mir zu lang, und im Ort hatte ich einen Haarsalon gesehen. Unbedarft wie ich war, lief ich in den Salon, mit der Hoffnung auf einen schnellen Termin. Die Chefin schaute mich an und bot mir einen am nächsten Morgen an. Als ich ihr erzählte, dass meine Reise am frühen Morgen weiterging und das ich dabei wäre, die ganze irische Insel mit dem Rad zu umrunden, erschien ein Lächeln in ihrem Gesicht. Sie schaute eine ihrer Mitarbeiterinnen an und keine 5 Minuten später saß ich auf dem Stuhl.