Ein Ausflug auf die Isle of Arran

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
26.08.2014 72 1123 680 12800 Sandylands Park

     

Wenn ich an die ersten 4 Tage im Nordwesten des schottischen Hochlandes zurückdachte, dann fielen mir alle Wetterlagen ein. Angefangen von kurzen Regenschauern bis hin zu Windböen im Regen, die das Zelt fast wegfliegen ließen, es war alles dabei. Seit Tagen hatte es sich aber deutlich gebessert und war sehr stabil.

Als ich in Lochgilphead startete, schien die Sonne wieder in voller Pracht. Zuerst verabschiedete ich mich noch von einem Schotten, der am Abend zuvor noch mit seinem Rad am Campingplatz eingetroffen war, dann ging es los. Ich hatte mir den Namen nicht notiert, deshalb nenne ich ihn hier mal nach dem ehemaligen schottischen König Robert the Bruce (1274 – 1306). Robert lebte auf den Isle of Skye und wollte mit dem Rad nach Irland. Was ihn sichtlich freute, waren am Abend zuvor meine Tipps von meiner Tour rund um Irland ein Jahr zuvor. Umgekehrt bestätigte er meine Wahl, am Tag darauf über die Isle of Arran zu fahren, sie wären wunderschön.

Auf den letzten knapp 10 Kilometern zwischen Tarbert und Claonaig, dem Fährhafen zur Isle of Arran (Lochranza), zeigte es sich mal wieder, dass sich quälen können auf dem Rad irgendwie dazu gehörte. Auf der winzigen Zufahrtsstraße zum Hafen ging es mehrere Male steil bergan. Nie sehr lang, aber Steigungsprozente um 12 % machten es mir nicht leicht. Hinzu kam der Blick auf die Uhr, je länger ich für den Anstieg benötigte, je mehr bestand die Gefahr, die nächste Fähre zu verpassen. Als ich in Cloanaig ankam hatte ich noch fast eine halbe Stunde Zeit bis die Fähre kam, so schaffte man es, sich im Urlaub selber unter Druck zu setzen. Ein wenig abgekämpft wie ich war, freute ich mich trotzdem darüber pünktlich mit der Fähre zu fahren. Bei meiner Ankunft fiel mir sofort auf, das Lochranza nur aus einer schmalen Straße und einer Häuserreihe besteht. Am Ende der Straße war dann sehr schnell auf der linken Seite das alte Castle zu sehen.

Das Lochranza Castle steht auf einer kleinen Landzunge, die in den südwestlichen Teil der Bucht Loch Ranza hineinragt. Im 13.Jahrhundert von den Mac Sweens errichtet, wurde sie im Jahr 1266 Eigentum des schottischen Königshauses. Über die Campbells kam die Anlage in den 1450er Jahren an die Familie Montgomerie, die die Burg zu einem Tower house umbaute, ehe sie zu Beginn des 18.Jahrhunderts als Pfand für einen Kredit an die Herzöge von Hamilton kam. Nicht einmal 100 Jahr später war die Anlage schon verlassen und ohne Dach, so dass sie im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einer Ruine verfiel.

Beim Verlassen des kleinen Ortes fiel mir sofort die weithin sichtbare ansteigende Straße auf. Auf der Nordseite war auf dem ersten Stück wohl die Küste zu steil, um die Straße direkt am Meer entlang zu führen. Also kurbelte ich die Straße durch eine breite Talschneise hinauf, nur um im Anschluss wieder direkt zur Küste hinab zu sausen. Mein erstes Tagesziel war der Fährhafen Brodick, von dem aus ich mit der Fähre nach Ardrossan übersetzen wollte. Vor Brodock gibt es an der Ostküste der Isle of Arran noch die kleinen Orte Sannox und Corrie, durch die ich langsam fuhr. Als ich in Brodick ankam, stand die Fähre schon im Hafen, ich konnte also ohne große Zeitverzögerung direkt aufs Schiff. Nachstehend habe ich von der Überfahrt nach Ardrossan mal einige Fotos eingestellt. Bei der Ankunft in Ardrossan zeigte sich mir der Ort als ziemlich schmucklos. Ein nicht besonders schöner Hafen und schmuckloser Ort sind mir in Erinnerung geblieben, die nachfolgenden Fotos bestätigen das wohl.

Der Campingplatz, auf dem ich übernachten wollte, war nur noch wenige Kilometer vom Fährhafen entfernt. Ich radelte nah an der Küsten entlang und staunte sehr darüber, wie riesig der Strand war. Der Sandylands Park auf dem ich übernachtete, war eher ein Freizeitpark für Kinder. Man konnte dort feststehende Caravans mieten, Freiflächen für Zelte gab es dort eigentlich nicht. Die Rezeption war aber mit einer netten Dame besetzt, die zwar zunächst nachdenklich schaute, mir dann aber eine Lösung bot, die vollkommen in Ordnung war. Ich bekam einen Stellplatz auf einem Rasenteil, der wohl eher zum daneben befindlichen Luxus Waschhaus gehört. Dahinter befand sich zwar eine Bahnlinie, aber das war auch ok. Eine andere Chance hatte ich ohnehin nicht, weil es in der Nähe keinen anderen Platz gab.