Auf idyllischen Wegen nach Brousse le Chateau

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
18.09.2010 68 168 400 700 Hotel Le Relays du Chateau

 

In unmittelbarer Nähe von unserem Stellplatz gab es einen Holztisch mit einer Bank, wo wir unser Frühstück einnahmen. Die Lebensmittel hatten wir tags zuvor noch im Zentrum von Albi gekauft. Bis Saint Juery, das etwa 2-3 km östlich von Albi liegt, waren noch einige Autos unterwegs. Sie nervten auf dem Abschnitt ein wenig, weil sie teilweise nicht genügend Abstand hielten, danach war es mit dem Verkehr vorbei.

Die sehr ruhig geführte landschaftlich schöne Strecke die danach folgte, zog uns in ihren Bann. Das Vallee du Tarn hatte noch etwas, dass man kaum beschreiben konnte.  Wir „vermissten“ Geräusche, drehten uns immer mal wieder um. Da musste doch irgendwann einmal ein Auto kommen, aber es kam keins. Begeistert traten wir in die Pedale. An den Bauernhöfen spitzten wir die Ohren. Wir nahmen an, dass sich irgendwann ein Vierbeiner für unsere Waden interessieren würde, aber es kam auch keiner. In einem Gebäude das aussah, wie ein angebaute Garage sahen wir Fotos an einer Wand hängen, die auf eine alte Fährstation hinwiesen. Das alte Boot aus Stahl hatten wir vorher schon entdeckt. Es befand sich auf der anderen Straßenseite.

Danach radelten wir weiter durch die herrliche Landschaft, bis wir in Ambialet plötzlich vor einer großen Brücke standen. Davor befindet sich ein Hotel/Restaurant, eine ideale Gelegenheit, eine kleine Pause einzulegen. 34 der geplanten 74 Tageskilometer hatten wir zu dem Zeitpunkt bereits geschafft.

Vom weiteren Streckenverlauf gibt es relativ wenig zu berichten. Wir durchradelten noch die kleineren Orte Villeneuve sur Tarn sowie Trebas und wechselten vor Brousse le Chateau noch auf die südliche Tarnseite. An der Stelle mussten wir noch ein wenig eine kleine Steigung hinauf, danach war es fast geschafft.

Ursprünglich hatten wir geplant auf dem Campingplatz 3 km hinter Brousse le Chateau zu übernachten. Als wir dort eintrafen, war er geschlossen. Weiter zu radeln machte aufgrund der Entfernung zum nächsten Campingplatz wenig Sinn, also entschlossen wir uns  nach Brousse zurück zu radeln. Wir hatten Glück, im dortigen Hotel „Le Relays du Chateau“ war noch ein Doppelzimmer frei.

Der kleine Ort Brousse drängt sich idyllisch am Zusammenfluss von Tarn und Alrance unterhalb einer Burg, deren Ursprünge auf Karl den Großen zurückgehen sollen. Das Dorf besteht aus einer Reihe von alten Häusern, die mit Schiefer und Stein gedeckt sind. Es gibt eine hübsche kleine Kirche und ein Oratorium aus dem 15. Jahrhundert. Der älteste Teil des Dorfes ist über eine, mit Flusskieseln gepflasterte Brücke mit einem romanischen Bogen erreichbar. Jeweils am Nationalfeiertag, dem 14. Juli, erstrahlt über der Burg eines der schönsten Feuerwerke der ganzen Region.

Die zur Überwachung des Tarn erbaute Burganlage erstreckt sich auf einer ausgedehnten Felsenplattform über dem Fluss. Vom 13. bis 18. Jahrhundert war sie im Besitz der bekannten Adelsfamilie Arpajon. Nur wenig restauriert, wirkt das Bauwerk mit den dicken Mauern, dem Wohntrakt und den Türmen mit einer seltenen Wehrarchitektur, noch sehr authentisch. Besucher verweilen gern im Ehrenhof mit einem Garten, um die besondere Atmosphäre dieser uralten Mauern zu genießen. In einigen Räumen der Burg werden wechselnde Ausstellungen gezeigt.

Am frühen Abend liefen wir noch zur Burg hoch und fotografierten „was uns vor die Linse kam. Auch an ein wunderschönes Abendessen verbunden mit einer gemütlichen Stimmung im Hotel erinnern wir uns immer wieder gerne zurück.