Anreise und in der Bamberger Altstadt

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
25.08.2011 0 0 0 0 Hotel Alt Bamberg

 

Am 25.08.2010 machte sich unser Radler-Team von 1999 und 2003 (Hubert, Wolfgang und ich) mit dem PKW zu dritt auf den Weg nach Aschaffenburg, um von dort mit der Bahn nach Bamberg zu reisen. Dort sollte unsere Radtour einen Tag später beginnen. Da wir in unterschiedlichen Orten wohnten, trafen wir uns an einem Autobahnparkplatz an der A45 (Schwerte/Ergste), ließen Huberts PKW dort stehen und reisten gemeinsam mit einem Fahrzeug nach Aschaffenburg. Die weitere Fahrt verlief ohne Schwierigkeiten, so dass wir zügig unser Ziel erreichten. Das Auto parkten wir auf dem Volksfestplatz, direkt am Mainufer gegenüber dem Schloss.

Kurz die Lenker gedreht, die Sattelhöhe eingestellt und Taschen angehängt und schon konnte unsere Tour beginnen. Über die Mainbrücke radelten wir mit Blick auf das AschaffenburgerSchloss in Richtung Bahnhof. Der bestand aus einer riesigen Baustelle, so dass wir zunächst Schwierigkeiten hatten, den Fahrkartenschalter zu finden. Im Eiltempo ging es danach mit den beladenen Rädern die Stufen hinunter und wieder hinauf zum richtigen Gleis. Die zweimalige Nutzung des vorhandenen Aufzugs hätte zu viel Zeit gekostet, weil alle Räder nicht gleichzeitig in den Aufzug passten.  Um 12:13 Uhr, wenige Minuten vor der Abfahrt, war auch das geschafft. Pünktlich um 12:17 Uhr fuhr die Regionalbahn in Richtung Bamberg.

Das heutige Bamberg kann grob in drei Teile gegliedert werden. Der moderne neuere Teil liegt östlich des rechten Regnitzarmes, die bürgerliche Altstadt zwischen den beiden Regnitzarmen und das geistliche Viertel westlich des linken Regnitzarmes. Vom Hauptbahnhof, der im Nordosten Bambergs im neueren Teil liegt, radelten wir über die Luipoldstraße in Richtung Altstadt, um zum Hotel Bamberger Hof zu gelangen. Dort trennten wir uns vom Gepäck und von den Rädern, unseren Streifzug durch das alte Bamberg wollten wir zu Fuß angehen.

Bamberg besitzt eine bewegte Geschichte, die auf das fränkische Großreich zurückgeht. Ende des 9. Jahrhunderts errichtete ein fränkisches Grafengeschlecht mit dem Namen „Familie der Babenberger“ auf dem heutigen Domberg eine Burg. In der blutigen Babenberger Fehde verlor diese Familie nicht nur alle ihre Besitzungen, sondern auch ihr Leben. Im Jahr 973 schenkte Otto II. dem Bayernherzog Heinrich dem Zänker die königliche Grundherrschaft, die anschließend an seinen Sohn Heinrich überging. Dieser wurde im Jahr 1002 zum König Heinrich II. gewählt. Gemeinsam mit seiner Frau Kunigunde von Luxemburg lebte er in dem künftigen Bistum Bamberg und wählte diesen Ort wohl zu seinem Lieblingsplatz.
Der Aufstieg zum geistlichen Zentrum begann im 11. Jahrhundert, zu erkennen an den vielen Kirchtürmen, die Bamberg überragen und in dieser Epoche gebaut wurden. Bamberg wird wohl auch als das fränkische Rom bezeichnet, weil die Stadt auf sieben Hügeln liegt, auf deren Spitze jeweils eine Kirche steht. Geistlichen Ruhm erlangte die Stadt nicht nur durch ihre vielen Kirchen, sondern darüberhinaus durch ihren Bischof, der als Clemens II. Papstwürde erlangte.
Was wäre Bamberg ohne sein Brauereigewerbe, das der Kirche schon fast ihre Herrschaft abgesprochen hatte, als es in der Stadt noch mehr Brauereien als Kirchtürme gab. Von den vielen Brauereien sind immerhin noch neun geblieben, das Bierbrauen ist also nach wie vor ein großer Wirtschaftszweig der 70.000 Einwohner zählenden Stadt.

Wunderschönes Wetter hatten wir an dem späten Nachmittag, als wir zu dritt durch die alten Gassen streiften. Die Biergärten  luden zum Rauchbier- trinken ein, die geöffneten Restaurants mit ihren teilweise wunderschönen Innenhöfen boten darüberhinaus leckere Speisen zum Verzehr. Die ersten Eindrücke vom alten Bamberg und das alte Rathaus, das die Regnitz überspannt, waren geeignete Fotomotive, die unbedingt festgehalten werden mussten.

Danach liefen wir zum Bamberger Dom. Der 1237 geweihte Dom ist ein großartiges Werk des Übergangs von der Romanik zur Gotik. Am 01. November 1007 erfolgte auf Bitten König Heinrichs II. die Gründung des Bistums Bamberg. Fünf Jahre später, am 06. Mai 1012 konnte die bereits 1004 begonnene Kathedrale konsekriert (Weihe des Altars) werden. Nach zwei Bränden in den Jahren 1018 und 1185 entstand der heutige Dom mit seinen vier Türmen, zwei Chören, Krypta und westlichem Querhaus. Der Bamberger Dom ist vor allen wegen seiner Kunstwerke berühmt. Rings um den Ostchor stehen die Plastiken der Stauferzeit (ca. 1230): Synagoge, Ecclesia, die Chorschrankenreliefs mit den Propheten und Aposteln, der Bamberger Reiter, Papst Clemens II. und andere. Sehenswert sind auch das Fürstenportal und die Marien- und Adamspforte mit ihren Skulpturen. Neben den Gräbern von Papst Clemens II (+1047) im Westchor und König Konrad III.(+1152) in der Krypta  ist das Hochgrab der Bistumsgründer, des hl. Kaisers Heinrich und seiner Gemahlin Kunigunde von besonderer Bedeutung. Darüber hinaus gilt der Altar von Veit Stoß (1523) im südlichen Seitenschiff als herausragendes Kunstwerk.

Beim Verlassen des Doms fielen uns die ungewöhnlich vielen LKW auf, die auf dem Domplatz standen, aber dort irgendwie nicht hinpassten. Die Erklärung bekamen wir kurze Zeit später, als ich von einem Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes  aufgeforderte wurde, keine Fotos zu machen. Der Grund war folgender: In Deutschland entstand gerade der teuerste Film, der je in Deutschland gedreht wurde. Es handelt sich um die 3D-Variante des Hollywood-Streifen „Die drei Musketiere“ und Bamberg mit seiner Alten Hofhaltung und dem Dom Umfeld war einer der Drehorte. Laut Aussage des Geschäftsführers des Münchener Unternehmens Constantin Film liegen die Produktionskosten in der Liga des Kinohits „Das Parfüm“. Die Verfilmung des Bestsellerromans von Patrick Süskind hatte vor 4 Jahren 50 Millionen Euro verschlungen. Als Hauptdarsteller waren für die „Drei Musketiere“ bekannte Schauspieler wie Christoph Waltz, Mads Mikkelson, Orlando Bloom und Milla Jovovich verpflichtet worden. Wir liefen um die Alte Hofhaltung herum und schauten uns mit viel Interesse das reichliche technische Equipment an. Orlando Bloom bekamen wir bei einer Filmaufnahme in einem Torbogen der Alten Hofhaltung kurz zu sehen, danach verließen wir den Bereich.

Am späten Nachmittag schauten wir uns noch den Rosengarten der Neuen Residenz Bamberg, das Kloster Michaelsberg und das „Klein-Venedig“ von Bamberg an. Danach verbrachten wir den Abend in der Altstadt. Ein leckeres Essen und Bamberger Braukünste versüßten uns den Abend, wir waren uns einig, es handelte sich um einen gelungenen Tag.