Über Wertheim und Freudenberg nach Miltenberg/Bürgstadt

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
28.08.2011 78 295 200 600 Hotel Weinhaus Stein

 

Wir konnten nicht klagen, die Wetterlage hatte sich über Nacht merklich gebessert, das Frühstück war reichhaltig ausgefallen, was benötigten Radler mehr, um frohgelaunt in die Pedale zu treten?

Nach den gestrigen 96 km standen an dem Tag nur 76 km auf dem Programm, schon fast die reinste Erholung.
In Marktheidenfeld sahen wir auf der Obertorstraße ein kleines Pferdefuhrwerk, auf dem einige junge Frauen saßen. Sie boten verschiedene Süßigkeiten zum Verkauf und hatten einen riesigen Spaß dabei. Das gesellige Treiben gehörte wohl zu einem Junggesellinnenabschied. Wir machten den Spaß mit, kauften ein paar Lutscher und schoben unsere Räder in Ruhe durch den Ort.

Von Marktheidenfeld bis nach Wertheim, unserem nächsten Zwischenstopp waren noch ca. 23 km zu radeln. In dem kleinen Ort Homburg am Main fotografierten wir noch ein altes Sägewerk, bevor wir kurz vor Bettingen die Autobahnbrücke der A3 unterquerten.

Wertheim faszinierte uns bei unserer Ankunft sofort. Die hoch oben auf einem Bergsporn zwischen dem Zusammenfluss von Main und Tauber gelegene Burg ist Wahrzeichen der Stadt und seit dem 30-jährigen Krieg (1618-1648) eine Ruine. Sie thront beschützend über dem alten Stadtkern und wurde vor ihrer Zerstörung über mehr als 400 Jahre kontinuierlich ausgebaut. Die alten Gassen und der historische Marktplatz Wertheims laden geradezu zum Verweilen ein. Wertheim war für uns zur Mittagszeit der ideale Platz, um eine Kleinigkeit zu Mittag zu essen.

Weitere Hinweise zur Geschichte der Stadt und Burg finden sie bei Interesse auf der Internetseite www.wertheim.de

Die Mittagspause fiel allerdings etwas anders aus als geplant. Wir hatten bereits einige Zeit draußen vor dem Restaurant gesessen und unser Essen bestellt, als sich fast unbemerkt wieder dicke Regenwolken auftürmten. Ein kleiner Sonnenschirm, der sich leider immer wieder wegdrehte, musste dafür herhalten, unser Mittagessen zu schützen. Der Schauer dauerte nicht lange, so dass wir uns kurz nach dem Essen weiter auf den Weg nach Miltenberg begaben.

In Miltenberg war Michaelis-Messe. Die Auskunft hatte ich am Telefon schon von zu Hause aus laufend erhalten, wenn ich in Miltenberg eine Hotelübernachtung buchen wollte. Im direkt neben Miltenberg gelegenen kleinen Ort Bürgstadt war es mir noch vor unserem Start gelungen, ein Dreibettzimmer zu bekommen. Glücklicherweise erwies sich dieses gezwungene Ausweichmanöver als absolutes Highlight. Das Weinhaus Stern gefiel uns sofort! Die private Atmosphäre, das Ambiente des mehrere hundert Jahre alten Hauses, die Gespräche mit der alten Dame des Hauses, die zuvorkommende Betreuung, es stimmte einfach alles.

Um was handelte es sich bei einer Michaelis Messe? Wir wussten es nicht, konnten es nur erahnen, sollten das an dem Abend aber noch reichlich erfahren. Die Kombination einer Ausstellungsmesse mit gleichzeitiger Kirmes kannten wir im Münsterland in dieser Form nicht. So kam es, dass wir an dem Abend im Dunklen noch in ein Riesenrad stiegen, Messehallen durchstreiften und zum Schluss in einem riesigen Zelt landeten. In dem großen Zelt spielte bis Nacht um 02:00 Uhr eine Band, Partystimmung, die uns stundenlang mitriss und auf den Beinen hielt.  Als die Band verstummte, radelten wir die drei Kilometer noch zurück zum Hotel. Ein gelungener Tag lag hinter uns.