Coimbra die alte Universitätsstadt

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
20.08.2009 85 325 1100 2300 Camping

 

Abenteuer hatten wir in den ersten Tagen unserer dreiwöchigen Radtour schon genug erlebt. Nicht alles war nach unserem Plan verlaufen. Um genügend Zeit für die Universitätsstadt Coimbra zu gewinnen, veränderten wir die Streckenführung, starteten etwa eine Stunde früher als in den Vortagen, „quälten“ uns noch mal ca. 300 Hm bei mäßiger Steigung hinauf und radelten dann fast nur auf Nationalstraßen nach Coimbra.  Auf der weiteren Strecke ging es tendenziell von 450 m NN auf 75 m NN bergab. Die Fahrbahnen waren in guter Qualität und besaßen nur geringfügige Steigungen. Weitere Ortsbesichtigungen vermieden wir, so dass wir zügig vorankamen.

Klasse  unser Plan hatte funktioniert. Pünktlich um kurz vor 14:00 Uhr standen wir auf dem Campingplatz von Coimbra. Er liegt am südlichen Rand der Stadt und ist für unseren Geschmack zu modern gestaltet. Dafür ist er aber neu und die Sanitäranlagen in einem sehr guten Zustand. Nach einem kurzen Besuch des Pools drängte es uns in die Stadt.

In den Außenbezirken hatte sich Coimbra in den letzten 23 Jahren seit unserem letzten Besuch erheblich vergrößert. Augen zu und durch dachten wir und radelten die ersten 4 km bis ins Zentrum. Unser Ziel war die alte Oberstadt, in der sich das Universitätsviertel befindet (Alta) und das alte Geschäftsviertel in der Unterstadt (Baixa). Zum Besichtigen einer größeren Stadt sollten sich unsere Fahrräder mal wieder als ideal erweisen, wir kamen überall hin und liefen uns nicht die Füße platt. 

Coimbra ist eine sehr alte Universitätsstadt, in der ca. 20000 Studenten leben. Die Universität befindet sich im ehemaligen Königspalast (Coimbra war mal Hauptstadt Portugals), der bereit im Jahr 1540 zum „Paco dos Estudos“ umgestaltet wurde. Im Sommer ist es in der Stadt verhältnismäßig ruhig. Erst wenn die Studenten aus den Semesterferien zurückkehren, wird es so richtig lebhaft in der Stadt. Bezüglich des Studentenlebens gibt es eine alte Vorschrift, an die sich einige Studenten wohl auch heute noch halten. Sie tragen weite schwarze Capes, deren Saum in so viele Fransen geschnitten wird, wie sie unglückliche Lieben hinter sich haben. Ihre Mappen sind mit den Bändern in den Farben ihrer Fakultät geschmückt.

Im Gegensatz zu Deutschland bilden sie häufig große Wohngruppen (12-20), die Studenten stammen dann meistens aus derselben Region Portugals. Sie mieten sich häufig sehr große Wohnungen und beschäftigen eine Haushälterin, die auch für alle die Mahlzeiten zubereitet.

Von den Studenten nahmen wir aufgrund der Semesterferien nicht viel wahr, wir schauten uns aber die alten Gebäude an und fanden direkt daneben auch eine Touristeninformation, in der wir unseren Pilgerstempel erhielten.  Danach radelten wir hinab in die Altstadt und bummelten durch die alten Gassen. Nachfolgend mal einige Fotos von der Oberstadt (Alta) und der Unterstadt (Baixa)

Coimbra besitzt noch reichlich weitere Besichtigungsmöglichkeiten, wie z.B. das Nationalmuseum (Museo Nacional Machado de Castro) und die Kathedrale Sé Velha. Für weiteres reichte am Abend aber unsere Zeit nicht, wir hatten genug gesehen und wollten noch zum Bahnhof. Unsere Planung für den nächsten Tag bestand darin, morgens mit einem Zug ein Stück bis zur Küste zu fahren. Am Nachmittag wollten wir dann noch knappe 50 km am Meer entlang radeln.