Über die Nockberge (Schiestelscharte u. Eisentalhöhe)

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
12.09.2008 107 541 2150 10430 Camping Brunner a. Millstädter See

 

Unsere letzte Tagesetappe führte uns über die Nockalmhöhenstraße mitten durch den Nationalpark Nockberge. Eine wunderschöne alpine Region erwartete uns dort. Die Spitzenhöhe der Straße lag bei 2042 m ü.NN, kein Wunder, das wir noch mal richtig gefordert wurden. Unsere Tagesetappe hatte eine Länge von 107 km, an Höhenmetern waren insgesamt 2150 m zu bewältigen.

Man hätte den Tag auch „Wetter wie bestellt“ nennen können. Am Abend zuvor war schon davon die Rede gewesen, das es einen Wetterumschwung geben würde. Am Nachmittag unseres letzten Radtages sollte es laut Wettervorhersage regnen. Zu dem Zeitpunkt würden wir die alpine Region schon lange wieder verlassen haben, so unsere zeitliche Hochrechnung. Kein Wunder, das Ludger auf dem folgenden Foto mit den „Hufen scharte“.  Es war 09:20 Uhr und wir sollten endlich starten.

Auf den ersten 26 km bis zum Beginn der Nockalmhöhenstrasse kamen wir noch recht zügig voran. Es ging zwar fast nur bergauf und knapp 500 Höhenmeter waren auch dort schon zu bewältigen, die Steigung war aber relativ flach. Ab dem Straßenabzweig kurz hinter Reichenau ging es dann richtig zur Sache. Die häufiger bis auf 12 % anziehende Steigung kostete Kraft. Hier fuhr jeder seinen eigenen Rhythmus. Im unteren Bereich noch bewaldet, wechselte die Natur sehr schnell ihr Bild. Hochalmen bestimmten ab einer Höhe von 1800 m das Bild. Ein kleiner See mit einem Naturlehrpfad lud zu einer kleinen Pause ein.

Ein Kehre weiter konnte man ihn von oben betrachten. Ludger und Michael waren schon im Ziel, als wir drei Nachzügler die Passhöhe der Schiestelscharte in 2024 m erreichten. Es war erst 12:30 Uhr und die ersten 1600 Höhenmeter waren geschafft. Das Wetter hielt und unseren Zeitplan hatten wir bisher auch eingehalten. Eine Pause hatten wir uns natürlich redlich verdient. Eine Apfelschorle reichte nicht, um den immensen Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Ein Foto vor dem Schiestelschartenschild mußte natürlich auch noch gemacht werden, danach stürzten wir uns ins Tal.

Die Straße führt auf einem Teilstück von 6 km Länge in eine knapp 500 Höhenmeter tiefe Senke. Danach geht es sofort wieder hinauf bis zur Eisentalhöhe. Und noch mal kamen wir gehörig ins Schwitzen. Markus und ich spornten uns gegenseitig an und erhöhten das Tempo. Immer wieder fiel einer von uns beiden ein Stück zurück, kämpfte sich aber wieder an den anderen heran. Kilometer um Kilometer stürmten wir so in Richtung Passhöhe. Ca. 2 km vor dem Ziel ließen kurzfristig meine Kräfte nach und ich ließ Markus fahren. Jugend (Markus) und Leichtgewicht (Markus) ging vor Schönheit (Georg) dachte ich, stellte mich an den Fahrbahnrand und holte mal wieder Luft. Ich machte noch ein paar Fotos und radelte dann den anderen hinterher. Auf der Eisentalhöhe hatten wir unser Höhenmeterpensum mit Ausnahme von wenigen Metern geschafft.

Mein GPS-Gerät zeigte eine bereits gefahrene Strecke von 52 km an. Was dann folgte, war eine geniale Abfahrt über 55 km. Unsere Wegstrecke führte über Innerkrems und Kremsbrücke zunächst nach Gmünd. Vor Kremsbrücke fing es erstmals an zu tröpfeln. Schon von der Eisentalhöhe aus hatten wir gesehen, dass sich die Wetterlage langsam änderte. Egal, dachte ich! Es war nicht kalt und die Radsachen konnten wir schlimmstenfalls auch naß mit nach Hause nehmen.

Vor Gmünd hatte Ludger die tolle Idee, noch ein Eis essen zu gehen. Es regnete nicht mehr und die Belohnung hatten wir uns verdient. In rasendem Tempo, immer wieder den im Wind radelnden Fahrer wechselnd, sausten wir eine Stunde später in Richtung Millstädter See. Die Straße war naß und es regnete in Strömen. Es war nicht kalt und irgendwie machte es sogar Spaß in dem Regen ein wenig „Tempo zu bolzen“. Mit Wasser in den Radschuhen und vollkommen naß erreichten wir den Campingplatz. Am Abend liefen wir wieder zum See. Wozu noch am letzten Abend das Restaurant wechseln? Das Essen war gut und das Weißbier kam wohl aus derselben Brauerei.