Über Porto Christo nach Cala Ratjada

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
19.05.2008 70 190 500 1450 Hotel Flacalco

 

Als wir morgens aufwachten schüttete es immer noch vom Himmel.  Beim Blick aus dem Fenster war von der umgebenden Landschaft nichts zu sehen. Keine 10 m weit konnten wir schauen, so eingefangen war der Klosterberg in den treibenden Wolken. Bei der Wetterlage wollten wir auf keinen Fall starten, deshalb ließen wir uns sehr viel Zeit, frühstückten und schauten immer wieder nach draußen in die treibenden Wolken. Wir hielten uns dort wohl 1 -1/2 Stunden im Frühstücksraum auf, weitere Gäste erschienen während dessen nicht. Schon am Abend zuvor war uns aufgefallen, dass im nahen Restaurant fast nur Tagesausflügler einkehrten. Das Buffet hatten sie morgens anscheinend für uns alleine aufgebaut.

Wir hatten Glück, um kurz vor 10:00 Uhr besserte sich die Wetterlage merklich. Ein tolles Szenario bot sich uns. Unter uns zogen die Wolken hinweg und die Luft wurde immer klarer. Nachstehend einige Fotos von der Morgenstimmung.  Kurz nach 10:00 Uhr saßen wir in Regenkleidung auf den Rädern und freuten uns die kleinen Kehren hinabzusausen. Die Regenkleidung hatten wir unnötiger Weise angezogen. Wir waren noch nicht auf die Straße in Richtung Porto Colom eingebogen, als kein Tropfen Regen mehr vom Himmel fiel. Es sollte glücklicherweise den ganzen Tag so bleiben.

Unsere weitere Route führte über die Straße Nr. 401-4 nach Norden, anschließend auf ein nicht bezeichnetes kleines Sträßchen in Richtung des Ortes Son Macia. Die schmale Straße verlief durch eine abwechslungsreiche Gegend. Absolut in Ruhe radelten wir an Bauernhöfen und im Kontrast dazu an tollen Villen vorbei, nicht ein Auto überholte uns oder kam uns entgegen. Etwa um die Mittagszeit erreichten wir Porto Christo. Sofort war es vorbei mit der zuvor genossenen Ruhe. Autos und Menschmassen drängelten bereits im Mai durch den Ort. Für uns war sofort eines klar, einen längeren Urlaub würden wir dort nie verbringen. Das Örtchen mit seinem Hafen war ja ganz nett anzuschauen, aber voll auf Massentourismus eingestellt. Hier reihten sich die speziell für Touristen geröffneten Geschäfte aneinander.

Anschließend fuhren wir auf der Promenade am Meer entlang und durchquerten die Orte Sa Coma, Cala Millor und Cala Bona. Der komplette Küstenstreifen war hier mit Hotels zugebaut um den Massentourismus bewältigen zu können. Die Promenade hatte man kilometerlang durch eine Mauer vom Strand getrennt. Der Strand war schön sauber, überall standen Liegen und Sonnenschirme zur Vermietung bereit. Von seiner Ursprünglichkeit war nicht mehr viel geblieben. In Port Vell mussten wir die Küste wieder verlassen um auf die Straße 404 nach Capdepera zu gelangen. Die 2 km auf der Straße 404 ließen sich im Mai noch gut fahren. Es waren nur wenige Autos unterwegs. Dann standen wir an einem Abzweig der uns die Möglichkeit bot auf der alten für PKW gesperrten Strecke in Kehren den Berg hinauf zu fahren. Die Straße 404 führte durch einen langen Tunnel und die Fahrt auf der alten Straßenführung bot die Möglichkeit den Tunnel zu vermeiden.

Capdepera liegt auf einem 160 m hohen Hügel. Auf dem höchsten Punkt befindet sich die den Stadtkern überragende Burg aus dem 13./14. Jahrhundert. Das Bauwerk zählt zu den am besten erhaltenen Burganlagen Mallorcas. Schon um 1300 befand sich dort ein Wehrturm. König Jaume II. befahl 1337 den Ausbau der Anlage um die Bevölkerung hinreichend zu schützen. Als wir in Capdepera eintrafen, war der Ort mit bunten Fahnen und Bannern geschmückt.

Wir sparten uns die ca. 150 Stufen zur Burg hinauf und radelten am frühen Nachmittag unserem Tagesziel Cala Ratjada entgegen. Sofort fiel uns bei der Ankunft in Cala Ratjada auf, dass die Hotels hier nicht in den Dimensionen gebaut worden waren, wie z.B. in Cala Millor. An der Strandpromenade wirkte alles zierlicher und aufgelockerter. Unser Hotel Flacalco lag etwas abseits vom Meer und war dank GPS-Gerät schnell gefunden.