Schon fast ein Ruhetag die Strecke nach Egilstadir

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
25.07.2007 53 786 250 6650 Camping Egilstadir

 

Island wäre nicht Island, wenn das Wetter so geblieben wäre, wie auf den ersten Tagen meiner Tour.  Morgens wachte ich bei leichtem Nieselregen auf, es regnete nicht viel, es hörte immer mal wieder auf, aber von stabiler Wetterlage konnte keine Rede sein. Es war der erste von zwei aufeinander folgenden Tagen, an dem ich meine Goretex-Hose und Schuhüberzieher zum Einsatz bringen musste. Meine einzigen Zeltnachbarn hatten bereits gepackt, sie wollten früh los um in Egilstadir ihren Bus nach Höfn zu erreichen. Am Abend zuvor hatten wir noch gemeinsam im Cafe des Campingplatzes gesessen und über unsere Touren und sonstige Dinge geplaudert. Nach der herzlichen Verabschiedung von Inis und Olaf packte ich die letzten Sachen zusammen, füllte die Wasserflaschen und radelte los.  

Viele Kilometer standen auch heute nicht auf dem Tagesprogramm. Ich hatte geplant bis zum Campingplatz in Egilstadir bzw. dem 11 km hinter dem Ort liegenden Platz zu fahren, das waren entweder 53 km oder 64 km. In Egilstadir traf ich die Entscheidung dort zu bleiben, der Platz hatte der Beschreibung nach zu urteilen eine bessere Ausstattung. Als Argument hinzu kam noch die vorhandene Einkaufsmöglichkeit in Egilstadir. Die Landschaft unterwegs war relativ gleichförmig, ein paar Bauernhöfe, Wiesen, ein breites Tal, vielmehr gibt es da nicht zu beschreiben. Nachstehend mal ein Foto der Landschaft. Mit dem Erreichen der Betonbrücke über den Jökulsa Bru wechselte die Straße ihre Richtung und führte weiter nach Südosten. Ab hier ging es auch wieder steiler bergauf.

Der einzige größere Anstieg des Tages (siehe Höhenprofil) bestand aus 160 zu bewältigenden Höhenmetern, die natürlich schnell geradelt waren. Danach ging es überwiegend bergab bis Egilstadir.  Kurz vor dem Ort überquerte ich noch den aufgestauten Flusses Lagerfljot, dahinter hatte ich mein Tagespensum geschafft.

Am Ortseingang befindet sich ein großer Bonus-Markt, klar dass ich hier erst einmal einen Großeinkauf tätigte. In den Bonusmärkten kosten die Lebensmittel teilweise weniger als die Hälfte dessen, was man in den kleineren Läden an Tankstellen usw. bezahlen muss. Wenn man sein Budget einigermaßen einhalten will, ist der dortige Großeinkauf ein unbedingtes Muss für jeden Radler. Eine interessante Begegnung hatte ich noch vor bzw. im Supermarkt. Vor dem Markt war mir bereits aufgefallen, dass sich eine Frau kurz für mein Rad interessierte, dann aber weiter in den Markt lief. Ein paar Minuten später sprach sie mich im Markt an. Es war eine deutsche Frau,, die sich drei Monate aus Island aufhielt und dort zeitweise arbeitete. In der Nähe von Hamburg besaß sie eine Firma zur Herstellung von Spezialfahrrädern. Klar das da ein längeres Gespräch anstand.

Düster hingen die Wolken über Egilstadir als ich den Campingplatz erreichte. Vor Platz befindet sich auch die Bushaltestelle von Egilstadir. Dort stand auch der Bus, der Inis und Olaf nach Höfn bringen würde. Ihre Räder und Taschen waren bereits verstaut, ein letztes Winken, dann waren sie fort. Beim Zeltaufbau tröpfelte es mal wieder leicht, aber ich hatte ja Zeit. In der Rezeption des Campingplatzes gab es einen warmen Cafe und Sitzmöglichkeiten. Dort hielt ich mich lange auf, schaute mir auf der Karte die Führung über den Öxipass an und schrieb einige Zeilen in mein Tagebuch.

Egilstadir war als Ort nicht wirklich sehenswert, ein paar Geschäfte, ein Schwimmbad, der große Bonusmarkt, einige Souvenirshops, ein wenig Industrie und eine Tankstelle. Ich blieb am Abend auf dem Campingplatz und ging früh schlafen.