In Höfn endete früher die Ringstraße

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
27.07.2007 108 980 300 7600 Camping Höfn

 

Den Campingplatz in Djupivogur verließ ich richtig ungern, zu sehr hatte mir dieser kleine Platz gefallen. Morgens beim Packen kam ich noch kurz in ein Gespräch mit einer Frau aus Hamburg. Sie war mit ihrem Mann auf Motorrädern bereits über 3000 km durch Island gefahren. Sie wollte nur noch nach Hause, war im Hochland gestürzt und hatte so manche Nacht im Zelt gefroren. So konnte es ausgehen, wenn man nicht mit der richtigen Ausrüstung (Schlafsack) auf Island unterwegs war.

Ich hatte Djupivogur kaum verlassen, da erwartete mich eine grandiose Küstenlandschaft, die man sich schöner kaum vorstellen konnte. Es machte richtig Spaß an der Küste entlang zu fahren und die Blicke in den ersten Fjord des Tages den Hamarsfjördur zu genießen. Die Gegend ist durchsetzt mit Vogelkolonien, überall Schwärme von Vögeln. Die Luft war einfach klar, die Fernsicht enorm.

Bis zum nächsten Fjord, dem Alftafjödur bestand die Straßenführung aus einem ständigen auf und ab. Die Steigungen waren meist nicht steil, aber von einem mal so eben am Meer entlang radeln konnte auch nicht die Rede sein. Immer wieder musste ich ordentlich in die Pedale treten. Beim Alftafjördur handelt es sich eigentlich nicht mehr um einen richtigen Fjord, weil er durch eine vorgelagerte Landzunge fast geschlossen ist. Auch die vorhandenen Sandstrände sind für einen Fjord eher ungewöhnlich. Hinter dem Alftafjördur führt die Straße eng am Felsen entlang, auf der Schotterpiste wurde ich mal wieder mächtig in Staubfahnen gehüllt.

Das Ende der eng am Fels gebauten Straße erreicht man kurz vor dem  Leuchturm Hvalnes. Der Küstenstreifen weitet sich plötzlich und mit dem Wechsel der Fahrtrichtung nach Nordwest fährt man in den Lönsfjördur ein. Den Leuchturm konnte ich schon von weitem erkennen, nicht unbedingt einer der schönsten, aber toll gelegen. Der Lönsfjördur ist ebenso wie der Alftafjördur durch eine Landzunge praktisch geschlossen, schön zu sehen auf dem nachstehenden Foto. Kurz vor einem Campingplatz in Stafafell fand ich eine schöne Picknickstelle, es war kurz vor 13:00 Uhr und es wurde Zeit etwas zu essen. Noch vor dem Erreichen Fjordendes sieht man eine Hügelkette, über die die Straßenführung zum Pass Almannaskard führt.

Kein sehr hoher Pass, ich musste nach ca. 90 km Tageskilometern nur noch mal 150 Höhenmeter hinauf. Als ich dachte, ich hätte es fast geschafft, erstaunte ich nicht schlecht, als ich plötzlich vor einem Tunneleingang stand. Auf Island war das für mich der erste Tunnel, den ich sah. Warum hatte man ihn gebaut? Rechts von mir ging die alte Straßenführung doch nur noch minimal bergauf. Die einzige Erklärung die für mich als Möglichkeit in Frage kam war die, dass die Straße auf der anderen Seite zu steil bergab ging und im Winter immer wieder Probleme bereitete. So musste es sein.

Durch den Tunnel zu fahren, war absolut ungefährlich. Bei dem geringen Verkehr und der durchgängigen Tunnelbeleuchtung ließ ich mein Rad einfach sausen. Es ging im Tunnel über eine Länge von 1300 m nur bergab. Schnell war ich wieder draußen und sauste in hohem Tempo meinem Zielort Höfn entgegen. Höfn liegt auf einer Landzunge zwischen dem Hornafjördur und dem Skardsfjördur und ist nicht besonders groß. Mit 1800 Einwohnern würde man den Ort bei uns als Dorf bezeichnen. An Bedeutung gewonnen hat Höfn ab 1974, dem Zeitpunkt, als die Ringstraße im Skeidararsandur erstmals geschlossen wurde. Damit wurde die Entfernung zur Hauptstadt Reykjavik erheblich verkürzt. Fischverarbeitende Industrie sieht man hier an vielen Stellen des Ortes.

Den Campingplatz findet man sehr schnell. Er liegt am Eingang des Ortes auf der linken Seite und ist von guter Qualität. Einen großen Supermarkt findet man etwa 1 km weiter im Ort auf der rechten Seite.