Von den heißen Quellen in Hveravellir zurück zur Ringstr. Nr.1

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
20.07.2007 113 400 795 3510 Camping Varmahlid

 

Die diesigen Wolken vom Vortag waren verzogen, als ich damit begann, mein Zelt abzubauen. In Richtung Norden sah es von der Wetterlage her noch besser aus. Einzelne Wolken, aber ansonsten war viel blauer Himmel zu sehen. Die ersten drei Kilometer radelte ich die Stichstraße zurück, die über den kleinen 40 m hohen Hügel führt, den ich am Tag zuvor noch hinaufschieben musste. Das Gestein war dermaßen lose gewesen, das an Fahren nicht zu denken war. In umgekehrter Fahrtrichtung war die Steigung flacher, so dass ich zügiger vorankam und schnell den Straßenabzweig nach Norden erreichte. Die Fahrbahn veränderte sich auf den ersten 15 km wenig und erinnerte mich stark an die Piste vom Vortag.

Zwischenzeitlich überholten mich Iwan Sult. der Hölländer, den ich am gestrigen Abend kennen gelernt hatte und ein deutsches Pärchen (Olaf und Inis), die ich später noch häufiger treffen würde. Ich war mit meinem Hänger halt immer etwas langsamer unterwegs. Es schien ein Tag der Radlertreffen zu werden, als mich kurz darauf die 3 Spanier und der Deutsche mit ihren MTB´s auch noch überholten. Nicht nur das wir uns unterwegs immer wieder trafen, am Abend standen alle Zelte auf demselben Campingplatz. Die Kjölur-Route war wohl eine Radlerautobahn.

Das mich umgebende Gelände war vom Profil her relativ flach. Es ging die ersten 70 km überwiegend bergab, mit Ausnahme eines kleinen Berges (Afangafell), den ich von weitem schon sehen konnte. Er liegt direkt westlich des Sees Blöndulon und besitzt einen Aussichtspunkt, von dem man einen wunderschönen Blick auf die umliegende Umgebung hat.

Die Straße hinter dem Blöndulon zog sich kilometerlang hin, die Fahrbahnbeschaffenheit war aber erheblich besser als zu Beginn des Tages. Da es leicht bergab ging, konnte ich richtig „Gas geben“ und einige der morgens verlorenen Zeit wieder gut machen. Kurz vor dem Erreichen der Ringstraße Nr. 1 ging es einige Kilometer auf Asphaltdecke über 400 Höhenmeter steil bergab. Es machte viel Spaß, mal wieder auf einer glatten Fahrbahn unterwegs zu sein und mit bis zu 60 km/h hinabzusausen. Kurz zuvor hatte es sich ergeben, dass wir, der Holländer Iwan Sult., Olaf und Inis und ich quasi gemeinsam unterwegs waren.  Da keine Autos zu sehen waren, raste eine lange Radlerkolonne den Berg hinab. Ich denke, dass alle froh waren, die Kjölurroute ohne Materialschaden oder körperliche Blessuren überstanden zu haben. Ich selber hatte für die gesamte Kjölurstrecke vom Start am Gullfoss um 16:00 Uhr zwei Tage zuvor, bis zum heutigen Tage um 14:00 Uhr, 46 Stunden gebraucht, um die Piste mit ca. 50 kg Gepäck zu bewältigen. Ich konnte sehr zufrieden sein.

Mit dem Erreichen der Ringstraße nach bereits 90 km, war der Tag noch keineswegs beendet. Um nach Varmahlid zu gelangen, zog sich die Strecke noch lang über 350 Höhenmeter hinauf. Von der höchsten Stelle aus konnten wir dann nach Varmahlid hinabsausen. Oben am höchsten Punkt traf ich Iwan Sult. wieder und einen Neuzugang, einen Mexikaner, der über die Ringstraße in Richtung Osten unterwegs war. Wie schon oben erwähnt, es war ein Tag der Radlertreffen. Gemeinsam radelten wir in den Ort (150 Einwohner!) hinein und entdeckten auch gleich den großen Supermarkt. Dort wurde zunächst Proviant eingekauft, danach rollten wir die letzten

500 m bis zum Campingplatz die Straße hinunter. Ein Bauernhaus, eine große Wiese, eine Dusche und ein Minischwimmbad erwarteten uns hier.  Als wir ankamen, hatten Olaf und Inis ihr Zelt bereits aufgebaut. Mit dem Mexikaner, den drei Spaniern und Deutschem, dem Holländer Iwan Sult, Olaf und Inis sowie mir war der Platz fest in Radlers Hand. Ansonsten zeltete hier niemand. Am späteren Abend sollte sich das noch ändern. Es war Freitag und die isländische Bevölkerung nutzte die Wochenenden gerne, um ihre Freizeit auf einem Campingplatz zu verbringen. Zahlreiche Zelte wurden noch aufgebaut, Kinder spielten mit Bällen oder gingen anderen Beschäftigungen nach.