Vorbemerkung

Zeitraum

 Σ Distanz

 Σ Höhenmeter

Track

 12.05.2007 - 18.05.2007

397 km

 2.000 Hm

 

 

Wer landschaftlich schöne Radstrecken an Flüssen entlang bevorzugt und etwas Abgeschiedenheit und Ruhe sucht, dem können wir den Kocher-Jagst-Radweg sehr empfehlen. Bestens ausgeschildert und zu 90 % weit ab von jeglichem Autoverkehr, verläuft der Radweg fast durchgängig immer in Flussnähe. Je nach Fahrtrichtung wird entweder die Jagst oder der Kocher als begleitender Fluss für den Hin- oder Rückweg genutzt. Wir wählten die Fahrt im Uhrzeigersinn, radelten zunächst in drei Tagen die Jagst hinauf, wechselten die Talseite über den höchsten Punkt der Tour in Höhe von 677 m (Anstieg ca. 250 Hm) und genossen die Abfahrt durch das Kocher-Tal zurück nach Bad Friedrichshall.

Von einer Radtour mit Zelt würden wir eher abraten, weil es an den beiden Flüssen entlang nicht genügend Campingplätze gibt. Wir halfen uns, in dem wir zu Hause eine Liste möglicher Unterkünfte erstellten und übernachteten generell in Gasthöfen oder Hotels. Die Unterkünfte waren nicht immer erstklassig, akzeptable fanden wir aber immer.

 

km,


  


 

 Bad Wimpfen und ein kurzes Stück am Neckar entlang 

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
12.05.2007 24 24 120 120 Hotel Schöne Aussicht Jagstfeld

 

Am Freitag den 12.05.2007 stand nach der Ankunft nur noch ein wenig Einrollen auf dem Programm. Den Morgen hatten wir rund 4 Stunden im Auto verbracht, um die Anreisestrecke von Dorsten nach Bad Friedrichshall zu bewältigen. Grund genug, sich am Nachmittag etwas zu bewegen! Der PKW stand für die nächsten Tage bereits sicher abgestellt in der Tiefgarage des Hotels „Schöne Aussicht“ und unser Zimmer hatten wir bereits bezogen, als wir aufs Rad stiegen um zur alten Kaiserpfalz Bad Wimpfen zu radeln.

Am Nachmittag wollten wir nur noch ein wenig am Neckar entlang radeln. Unsere eigentliche Tour durch das Jagst- und Kochertal sollte erst am darauffolgenden Tag beginnen. Bei herrlichem Wetter überquerten wir den Neckar auf dem parallel zur Bahntrasse geführten Radweg und bekamen schon sehr früh einen tollen Blick auf die alte Kaiserpfalz Bad Wimpfen. Dem Neckartal folgend näherten wir uns der historischen Stadt von der Flussseite her, erklommen die ersten Höhenmeter und standen plötzlich auf der Rückseite des Bahnhofsgebäudes von Bad Wimpfen. Die Gleise kann man problemlos überqueren, danach geht es noch mal 30 Hm über die Hauptstraße hinauf bis zum Hohenstaufentor.

Bad Wimpfen besitzt eine sehr alte Geschichte. Schon die Römer hatten sich im Jahre 90 n. Chr. dort niedergelassen und ein Kastell sowie eine Brücke über den Neckar gebaut. Jahrhunderte der Zerstörung (Allemannen und Ungarn) und des Wiederaufbaus begannen, bis Kaiser Friedrich I. Barbarossa im Jahr 1182 die staufische Kaiserpfalz begründete. In den folgenden 200 Jahren blühte die Stadt regelrecht auf. Eine rege Bautätigkeit setzte ein, in der der romanische Teil der Stadtkirche, ein Hospital und das Dominikanerkloster errichtet wurde. Höhepunkte der Kaiserpfalz waren die in den Jahren 1182 -1250 stattfindenden Besuche der Stauferkaiser Friedrich I. Barbarossa, Heinrich der VI und Friedrichs des II. Im 14. Jahrhundert wurde Bad Wimpfen freie Reichsstadt. Ein weitere Ausbau der Stadtbefestigung mit Wallanlagen, Schutztürme und Toren fand im 15. und 16. Jahrhundert statt. Die nachfolgende rekonstruierte Skizze der Kaiserpfalz gibt ein Bild der Stadt im frühen Stadium um 1200 n. Chr. wieder. Wir schoben unsere Räder durch den Ort und ließen uns von den historischen Gassen und Gebäuden beeindrucken.

Für den ersten Nachmittag hatte unsere Radtour beeindruckend begonnen. In einer Gartenwirtschaft im Ortskern genossen wir noch einen Kaffee.  Danach radelten wir hinab ins Neckartal, um dem Radweg nach Gundelsheim zu folgen. Der Radweg führt bis Gundelsheim überwiegend abgesetzt von der Straße direkt am Neckar entlang. Das einzige Geräusch, das wir wahrnahmen, kam vom Dieselmotor eines Ausflugsschiffes, das uns auf unserem Weg begleitete.

In Gundelsheim hielten wir uns nicht sehr lange auf. Das Zentrum wirkte wie ausgestorben und wir rätselten schon über den Grund. Die Erklärung erhielten wir, als aus einer Gastwirtschaft tosender Beifall erschall. Stuttgart hatte ein Tor geschossen und wurde an dem Nachmittag Deutscher Meister – leider – Schalke wäre uns lieber gewesen. Wir radelten dieselbe schön Strecke zurück nach Bad Friedrichshall (Jagstfeld) und verbrachten den Abend auf der Hotelterrasse. Den ersten Tag unserer Tour konnten wir als gelungen bezeichnen.

 

 

 


 

 Die Jagst hinauf oder im Land des Gört von Berlichingen nach Krautheim

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
13.05.2007 65 89 400 520 Landgasthof Krone

 

Die Jagst hinauf oder im Land des Götz von Berlichingen nach KrautheiGenau diesen Schildern wollten wir nun 5 Tage lang folgen.  Die Räder hatten wir über Nacht in der Garage des Hotels abstellen können. Unsere Taschen waren morgens schnell gepackt, so dass wir Jagstfeld nach dem Frühstück bereits um 09:00 Uhr verließen. Die Ausschilderung zum Kocher-Jagst-Radweg konnten wir im Ort kaum verfehlen. Es war Sonntag und eine herrliche Ruhe umgab uns, als wir auf dem zunächst parallel zu den Bahngleisen geführten Radweg einbogen.

Wir ließen den kleinen Ort Untergriesheim rechts von uns liegen, durchradelten Herbolzheim (Jagst) und wurden in Neudenau plötzlich mit einer Situation konfrontiert, die wir aus unserer Region im Münsterland gar nicht kannten. Eine Reiterprozession die vom Ortkern bis zur außerhalb gelegenen Gangolfskapelle führte, versperrte uns den Weg. Auf der Hauptstraße wollten wir nicht radeln, deshalb ließen wir uns mit der Prozession vorsichtig bis zur Kapelle treiben. Die Pferde zu überholen, war einfach zu gefährlich. An der Gangolfskapelle war es dann geschafft. Die beeindruckende Prozession endete dort und ab sofort befanden wir uns wieder alleine auf dem Radweg.

In Siglingen direkt an der Brücke über die Jagst befindet sich eine schön gelegene Gartenwirtschaft mit dem Namen „Kobold“.  Wir waren zwar noch nicht viele Kilometer geradelt, einen zweiten Kaffee zu genießen, konnten wir uns aber durchaus vorstellen. Mutter und Sohn waren noch damit beschäftigt, die in der Nacht heruntergefallenen Äste und Laub zusammenzukehren, als wir vor der Gartenwirtschaft eintrafen und nach einem Kaffee fragten. Wir waren gern gesehene Gäste, der etwa 10 jährige Sohn hatte sichtlichen Spaß daran, uns zu bedienen und sich über die 2 Euro Trinkgeld zu freuen.

Das ca, 2 km weiter befindliche  Schloss Assumstadt wurde im Jahr 1760 im Auftrag der Kaiserin Maria Theresia von Österreich erbaut. Das es denselben Architekten hatte wie Schloss Schönbrunn in Wien, gibt es gewisse Ähnlichkeiten. Die Öfen, Fenster und Türen sind Kopien aus Schönbrunn. Sie wurden in Prag hergestellt und mit Ochsenkarren nach Assumstadt gebracht. Leider konnten wir das Schloss nicht besichtigen. Es befindet sich in Privatbesitz. Einige Fotos aus Entfernung zu erstellen war nicht möglich, weil der umgebende Bewuchs dies nicht zuließ. Einer Hinweistafel (Foto) zufolge befindet sich im Schloss eine „Erlebnisgastronomie“. Den nächsten Ort, den wir mit unseren Rädern erreichten, war Mockmühl. Er wird von einer kleinen Burg überragt und besitzt einen historischen Ortskern. Und diese Burg besitzt eine besondere Geschichte:

Der Herzog Ulrich von Württemberg war ein jähzorniger, unbeherrschter Mann, der beim Kaiser wegen mehrerer Vorfälle in Ungnade fiel. Als er 1519 die Reichsstadt Reutlingen überfiel und sie zu einer württembergischen Landstadt machte, war das Maß voll. Der Herzog wurde vom Schwäbischen Bund außer Landes gejagt und seine Besitztümer nach und nach eingenommen. Darunter auch das Amtsstädtchen Möckmühl, in dem Götz von Berlichingen (1480 - 1562) seit 1517 württembergischer Amtmann war. Er weilte auf der Burg, als am 8. Mai 1519 eine Vorhut von 200 bündischen Reitern vor den Toren der Stadt ankam und Möckmühl einnehmen wollte.

Die Möckmühler Bürger öffneten den Bündischen die Tore und ließen sie ein. Götz dachte jedoch nicht daran, die Burg aufzugeben und verschanzte sich in ihr. Während zwischen Ort und Schloss Schießereien ausbrachen, floh Götzens Frau mit einer Magd noch am 8. Mai nach Heilbronn, wobei man ihnen aus dem Städtchen nachschoss.  In der Burg wurde indes die Lage immer kritischer, weil die Vorräte zur Neige gingen. Besatzung und Pferde teilten sich den restlichen Wein, denn Wasser war nicht mehr vorhanden. Aus Fenstern und Türangeln wurde Zinn und Blei gebrochen, um die Geschütze noch füttern zu können. Trotzdem konnte Götz nicht zur bedingungslosen Übergabe der Burg gezwungen werden. Am 10. Mai 1519 änderte sich die Lage grundlegend durch die Ankunft des Bundesheeres in Neckarsulm. 1000 Mann und etliche Geschütze wurden sogleich nach Möckmühl gesandt. Angesichts der trostlosen Lage entschloss sich Götz noch in derselben Nacht zur Flucht. Er geriet mit seinen ca. 60 Mannen jedoch in einen Hinterhalt und nach einem erbitterten Gefecht mit großen Verlusten auf beiden Seiten wurde Götz gefangengenommen.  Man brachte ihn in das Lager des Bundesheeres vor Neckarsulm und am 12. Mai kam er in das Wirtshaus des Diez Wagenmann nach Heilbronn, wo er sich ständig, mit Ausnahme des Kirchganges aufzuhalten hatte. 3 ½ Jahre dauerte seine Gefangenschaft in Heilbronn. Danach zog er sich auf seine 1517 von Konrad Schott gekaufte Burg Hornberg am Neckar zurück. (Schott war 1517 vor Götz Amtmann in Möckmühl gewesen). 1562 starb Götz von Berlichingen im Alter von 82 Jahren auf seiner Burg Hornberg und wurde gemäß seinem letzten Wunsch im Kreuzgang des Klosters Schöntal als Vorletzter seines Geschlechts bestattet.

Vom im Jagst-Tal gelegenen Sportplatz bekamen wir noch einen letzten Blick auf den Ort mit der kleinen Burg. Danach unterquerten wir die gewaltige Autobahnbrücke der A81, die von Würzburg nach Heilbronn führt. Auf riesigen Brückenpfeilern gestützt, spannt sie sich hoch über das Jagst-Tal. Kurz hinter der Jagstbrücke in Olnhausen gibt es am Jagst-Radweg einen „Boxenstop“.  Wir waren zwar nicht mit Formel 1-Rennwagen unterwegs, ein leckeres Eis essen sollte aber auch für Radler mit Trekkingrädern möglich sein. Bis Jagsthausen hinein waren dann nur noch ein paarhundert Meter zu radeln. Im nördlichen Teil des kleinen Dorfes befindet sich die Götzenburg in der Götz von Berlichingen geboren wurde.

Der Innenhof der Burg wurde während unseres Aufenthaltes für eine Aufführung hergerichtet, so dass wir den inneren Bereich der Burg nicht besichtigen konnten. Die Außenanlagen waren aber schon sehr eindrucksvoll. Umgeben von einem großen Park und direkt an der Jagst gelegen, fügt sich die Burg wunderbar in die umgebende Landschaft ein. Nachstehend mal ein paar Fotos. Das nächste Highlight unserer Tour war eher eine Überraschung. Eine Lektion in römischer Geschichte bekamen wir, als wir plötzlich vor einer Hinweistafel zum römischen Limes standen. 

Der von den Römern errichtete Grenzwall verlief etwas östlich von Jagsthausen schnurgerade in nordsüdlicher Richtung durch das Jagst-Tal. Wie auf der Hinweistafel zu lesen, war auf landwirtschaftlich genutzten Fläche wie hier davon heute nichts mehr zu sehen. Wir hatten bereits den größten Teil unserer Tagesetappe hinter uns gebracht, als wir am Kloster Schöntal eintrafen.

Beeindruckend, welche Größe die Klosteranlage besaß. Über eine eigene Bahnverbindung, auf deren Überbleibsel wir auf unserem weiteren Weg noch mehrmals stoßen würden, verfügte das Kloster noch bis zum Beginn vorherigen Jahrhunderts. Mit der Bahnlinie wurden nicht nur Anreisende transportiert, mit ihr erfolgte auch der gesamte Versorgungstransport für das Kloster.

Als Zisterzienserabtei von Maulbronner Mönchen 1157 im malerischen Jagsttal gegründet, entwickelte sich das Kloster über die Jahrhunderte zu einem mächtigen und florierenden Klosterareal. Kloster Schöntal beeindruckt heute durch das monumentale Erscheinungsbild und die Vielfalt der Bauten vom Mittelalter bis Barock. Das imposante barocke Aussehen verdankt die Klosteranlage vor allem Abt Benedikt Knittel (1650–1732). Die Neue Abtei, der Konvent und die Klosterkirche, aber auch die Heiliggrabkapelle auf dem Kreuzberg, sind in seiner Amtszeit ab 1683 entstanden. Noch heute zeugen die feinen, detailreichen Ausarbeitungen und die liebevollen Stuckdecken von großer Handwerkskunst. Wie oben bereits erwähnt befindet sich in Schöntal das Grabmal des 1562 verstorbenen Ritters Götz von Berlichingen, der im Kreuzgang der Neuen Abtei neben den Mitgliedern seiner Familie ruht.

Auf unserer weiteren Strecke waren die Gleise der ehemaligen Bahnlinie bereits mehrmals zu sehen gewesen. Immer wieder tauchten sie plötzlich auf oder verschwanden im Gehölz. An einer Stelle konnten wir noch alte Waggons auf den Gleisen stehen sehen. Sie mussten dort schon einige Jahrzehnte stehen und waren zum Teil stark zugewachsen. In Altkrautheim zeigte unser Tacho einen Tageskilometerstand von 63 km. Unser Ziel der „Landgasthof Krone“ befindet sich hoch oben auf dem Berg in unmittelbarer Nähe zur Burg. Über eine relativ kurze Strecke brachten uns die ungefähr 100 Höhenmeter bis zum Ziel  doch noch einmal ins Schwitzen. Was unseren mangels weiterer Alternativen gewählten Übernachtungsort betrifft, möchten wir uns hier ein wenig zurückhalten. Nur soviel, die Lage mit der Nähe zur Burg war das Beste. 

Einen kurzen Fußmarsch unternahmen wir am frühen Abend noch zur Burg in Krautheim. Einiges zur Bedeutung der im 13. Jahrhundert erbauten Burg Krautheim fanden wir auf der folgenden Informationstafel. Den weiteren Abend verbrachten wir in der Gartenwirtschaft des Landgasthofes Krone und unterhielten uns über die Erlebnisse des vergangenen Tages.

 

  

 


 

 Von Krautheim nach Crailshein

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
14.05.2007 70 159 560 1080 Stadthotel Crailsheim

 

In der Nacht hatte es ein starkes Gewitter gegeben und wir befürchteten für den folgenden Tag schon einen Wetterumschwung. Als wir um ca. 09:00 Uhr wieder auf unseren Rädern saßen und die 100 Hm hinab zur L1025 sausten, war es aber trocken und die Luft besaß eine Klarheit, wie es nach Gewittern häufig ist. Es machte sehr viel Spaß in der Morgenfrische durch die Wiesen und Wälder in Richtung Klepsau zu radeln.

Auf dem Weg nach Mulfingen gibt es im Hohenlohekreis (Gemeinden Mulfingen, Dörzbach, Krautheim und Schöntal) mehrere Stellen, die zum Verweilen und zur Besinnung einladen.  Im Rahmen eines Projektes mit dem Namen „Pfade der Stille im mittleren Jagst-Tal“ wurden im Auftrag des Hohenlohekreises Stellen ausgesucht, die den Besucher gezielt zur Ruhe und Inspiration einladen. Sinn und Zweck des Projektes ist es, dass Radfahrer und Wanderer entlang des Pfades  die verborgenen Schönheiten Hohenlohes kennen lernen und den Wechsel zwischen Aktivität (Radfahren oder Wandern) und besinnlicher Ruhe erleben. Auf den  ersten Ort der Stille trafen wir an der St. Anna –Kapelle hinter Krautheim. Wir fanden den Text mit der Überschrift „Die Größe der Einfachheit“ sehr ansprechend und haben die Hinweistafel deshalb auch bewusst fotografiert.

Ja, der kleine Ort erzeugte tatsächlich eine Atmosphäre der Ruhe! Wir hielten uns dort einige Zeit auf, bevor wir uns auf den Weg machten, zu unserer nächsten Station, der kleinen Kapelle „St. Anna zu Mulfingen“ zu radeln. Die Kapelle besitzt wie man der Hinweistafel entnehmen kann (siehe Foto) eine lange Geschichte, die bis in das 16. Jahrhundert reicht. 

Hinter Eberbach trafen wir auf ein Wehr mit einem schönen Picknickplatz. Auf einer Hinweistafel des Landratsamtes Hohenlohekreis wurde der „Lebensraum Jagst“ mit seiner großen Tier- und Pflanzenwelt anschaulich dargestellt. Nach der Pause radelten wir über Untereggenbach und Obereggenbach weiter in Richtung Bächlingen. Hoch oben sahen wir etwas abseits von unserer Route die Langenburg liegen. 

In Bächlingen gibt es eine Holzbrücke (Archenbrücke) über die Jagst, die im 2. Weltkrieg zerstört wurde. Die heutige Brücke wurde nach historischen Angaben nachgebaut. Sie ist über 50 m freitragend und ist 100 Tonnen schwer. Über die Archenbrücke führt der Kocher-Jagst-Radweg auf die südwestliche Seite der Jagst. Danach führte der Weg durch Wiesen hindurch weiter nach Hessenau.

Hessenau ist ein 50 Einwohner zählendes Minidorf, das Kocher-Jagstweg-Radler wohl deshalb nicht vergessen, weil dort die Steigung hinauf nach Leofels beginnt. Die 100 Höhenmeter stellen für geübte Radler wohl kein Problem dar, wer aber mit den Vorstellungen auf dem Kocher-Jagst-Radweg unterwegs ist, das es dort überhaupt keine Steigungen gibt, der irrt. Die 100 Höhenmeter müssen auf einer Strecke von 1, 7 km bewältigt werden. Wir selber kamen ein wenig ins Schwitzen, standen aber relativ schnell oben an der Straße (K2664), die nach Kirchberg an der Jagst führt.

Kirchberg an der Jagst ist ein sehenswertes altes Städtchen, dessen Ursprünge bis ins 14. Jahrhundert reichen. Vor 625 Jahren gab Kaiser Karl IV. in einer Urkunde dem Grafen Krafft zu Hohenlohe die Erlaubnis, vor seiner Burg Kirchberg an der Jagst eine Stadt zu bauen. Seit dieser Zeit  haben viel Epochen in Kirchberg ihre Spuren hinterlassen: Aus der vom Grafen Krafft zu Hohenlohe geschaffenen Burgsiedlung wurde eine gräfliche Stadt, dann eine reichsstädtische Festung und schließlich ein hohenlohischer Residenzort. Heute ist Kirchberg im Landkreis Schwäbisch Hall ein romantischer verträumter Ort, umgeben vom Grün des Hohenloher Landes.

Wir machten es uns vor einem Cafe zunächst gemütlich und schoben anschließend die Räder durch den Ort. Nachstehend mal einige Fotos von Kirchberg an der Jagst. Kurz hinter Kirchberg führte uns der Weg noch einmal über eine alte Holzbrücke, ähnlich der, die wir bereits in Bächlingen überquert hatten. Nur das es sich hier um ein wirklich alte Brücke handelte. 

Viele Kilometer waren dann bis zu unserem Zielort Crailsheim nicht mehr zu radeln. Unsere Route führte über Mistlau, Wollmershausen und Tiefenbach an den Nordrand von Crailsheim. Das Stadthotel Crailsheim war dank GPS-Gerät schnell gefunden. Das Stadthotel Crailsheim möchten wir hiermit ausdrücklich empfehlen. Angefangen vom Standard der Zimmer, der persönlichen Betreuung bis hin zum köstlichen Frühstück, es stimmte einfach alles.

Crailsheim hat seinen Ursprung in einer fränkischen Siedlung aus dem 7. Jahrhundert, die sich in der Nähe des Jagstübergangs befand. Die erste urkundliche Erwähnung Crailsheims datiert von 1136. Damals hieß es noch „Cröwelsheim“ und später „Krawelsheim“. Führende Adelsfamilien waren damals die Herren von Lohr und von Flügelau. Nach deren Aussterben kam es an die Grafen von Oettingen.

Crailsheim, so wie es heute zu sehen ist, besitzt so gut wie kein historisches Gebäude mehr. Ein vorhandener Flugplatz und die vorhandene Eisenbahn waren für die Alliierten im Zweiten Weltkrieg Grund genug, die Innenstadt bis zu 95% zu zerstören. Der Wiederaufbau Crailsheims erfolgte nach Gesichtspunkten, die zu dem Zeitpunkt modern erschienen. So hat sich das Stadtbild natürlich stark gewandelt. Da es in der Innenstadt auch nicht allzu viel zu beschauen gab, kehrten wir früh ins Hotel zurück und verbrachten den Abend in der Hotelbar.

 

  

 


 

 Zwischen Jagst und Kocher wird es hügelig

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
15.05.2007 62 241 460 1540 Ratshotel Aalen

  

Leider erwartete uns ein Regentag als wir im Stadthotel Crailsheim beim Frühstück saßen und den Bikeline- Radführer studierten. Zur Wegführung benötigten wir ihn nicht, weil wir den vollständigen Track unserer Tour im GPS-Gerät gespeichert hatten, er erfüllte aber einen anderen Zweck. Dort aufgeführt waren immer einige Hinweise zu den am Kocher-Jagst-Radweg liegenden Orten oder Sehenswürdigkeiten. Deshalb benutzten wir ihn morgens regelmäßig, um über die Highlights des Tages zu sprechen.

Als wir unsere Räder aus dem Holzhaus des Hotels holten, regnete es noch nicht. Wir radelten die ersten Kilometer und unterhielten uns über den Verlauf der weiteren Tour. Claudia war sehr gespannt darauf, wie schwer der Wechsel vom Jagst- zum Kocher-Tal zu bewältigen war, zumal der höchste Punkt in 675 m Höhe ü. NN lag. Mit Ausnahme einiger weniger Tropfen hielt sich das Wetter am Morgen einigermaßen. Kurz vor der Mittagszeit erreichten wir Ellwangen und radelten auf der Bahnhofstraße von Norden kommend ins Stadtzentrum. In der Fußgängerzone war es verhältnismäßig ruhig. Wir hätten mit den Rädern auch fahren können, entschieden uns aber die Räder in Ruhe durch die Fußgängerzone zu schieben und hier und da mal in ein Geschäft zu schauen.

Mit den von Süden heranziehenden Wolken war es dann vorbei mit dem noch relativ beständigen Wetter. Dicke Tropfen fielen vom Himmel und verhinderten zunächst unsere Weiterfahrt. Wir verschwanden schnell in ein Cafe und genehmigten uns einen heißen Cappuchino. Etwas sollte der Regen schon nachlassen, bevor wir es wagen würden weiter zu radeln. Bis zum nächsten Ziel, dem Bucher Stausee waren ungefähr 5 km zu fahren. Die kleineren Orte Saverwang und Rainau streiften wir nur am Rande und ob es sonstige Unterstellmöglichkeiten gab, wussten wir nicht. Irgendwann wagten wir es einfach und radelten los.

Bei dem wolkenverhangenen Himmel wirkte der See düster. Bei schönem Wetter würden sich in dem Erholungsgebiet sicherlich viele Menschen aufhalten, jetzt saßen sie vermutlich zu Hause und ärgerten sich über die Wetterlage. Nur so „verrückte“ Radler wie wir waren an dem Tag unterwegs und radelten an der Ostseite des Sees entlang. Am Ende des Sees entdeckten wir dann etwas, womit wir auf keinen Fall gerechnet hatten. Ein Biber war emsig damit beschäftigt, Material für seinen Bau zu transportieren. Nachstehend mal zwei Fotos von der Stelle.

Ein Biber kann bis zu 1,40 m lang, 35 kg schwer und bis zu 20 Jahre alt werden. Sein braunes Fell ist mit über 20.000 Haaren pro Quadratzentimeter (Mensch bis zu 600 Haare pro Quadratzentimeter) extrem dicht und schützt vor Nässe und Auskühlung. Mit seinem spindelförmigen Körper und seinem abgeplatteten Schwanz ist das Tier perfekt an das Leben im Wasser angepasst. Der Schwanz (Kelle) dient dem Biber als Steuer beim Abtauchen sowie zur Temperaturregulation und als Fettdepot. Beim Tauchen verschließt er Nase und Ohren und kann so  bis zu 20 Minuten unter Wasser bleiben. Das von uns gesichtete Exemplar besaß diese Länge unserer Einschätzung nach nicht. Aber das richtig abzuschätzen war ohnehin schwer, weil nur ein Teil des Körpers aus dem Wasser ragte.

Unsere weitere Fahrt führte uns durch die kleinen Orte Jagsthausen, Westhausen und Westerhofen nach Reichenbach an den Fuß des Gebirgszuges, der zwischen Jagst und Kocher liegt. Wie man auf den folgenden Fotos erkennen kann, regnete es immer mal wieder.

Als wir in Reichenbach starteten, um über einen kleinen Nebenweg über die Autbahn A7 hinweg nach Bernlohe zu gelangen, ahnten wir noch nicht, was uns erwartete. Bei dem von uns gewählten Weg handelte es sich um eine Schotterstrecke, auf der ein Fahren kaum möglich war. Überall lagen lose Steine herum. Bei einer Steigung von 10% war die Sturzgefahr einfach zu groß. So schoben wir unsere Räder Meter für Meter den Berg hinauf, begleitet von Regenschauern, von denen wir hofften, dass sie endlich mal nachlassen würden. Hinter Simmisweiler, einer kleinen Ansammlung von Bauernhöfen hatten wir es dann geschafft. Wir hatten die Autobahn überquert und standen am höchsten von meinem GPS-Gerät aufgezeichneten Punkt in 675 m Höhe über NN und freuten uns auf die Abfahrt nach Aalen. Wasser kam fast nur noch von unten, aber das war egal, unsere Kleidung war ohnehin vollständig durchnässt. Um 17:00 Uhr erreichten wir das Stadtzentrum von Aalen.

Am Abend besserte ich die Wetterlage, so dass wir noch gemütlich durch den Ort bummeln konnten und einige Fotos machten. Einige davon habe ich nachstehend in den Bericht eingefügt.

 

 

 


 

 Schwäbisch Hall ist eine tolle Stadt

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
16.05.2007 69 310 230 1770 Hotel Goldener Adler

 

Die meisten Höhenmeter unserer Tour hatten wir bereits geschafft. Ab dem 5. Tag unserer Tour würde es im Kocher-Tal fast nur bergab gehen. Bereits vor 09:00 Uhr saßen wir auf unseren Rädern und verließen Aalen in nördlicher Richtung immer dem Kocher folgend. Die Friedrichstraße ortsauswärts  war ziemlich stark befahren. Deshalb freuten wir uns auch, ab Wasseralfingen wieder auf ruhigere kleine Sträßchen ausweichen zu können. In Niederalfingen gibt es die Marienburg, die bereits früh hoch oben auf einem Hügel sichtbar war.

In der Marienburg befindet sich heute eine Jugendbildungs- und Freizeitstätte mit 110 Übernachtungsplätzen. Die Historie der Burg ist lang. Von den Hohenstaufen um 1050 herum erbaut, ging sie im Jahr 1300 in den Besitz der Ritter von Seckendorf über. Die weitere Zeitafel führe ich nachstehend mal grob tabellarisch auf.

1368 Graf Eberhard Greiner von Württemberg erwirbt die Burg

1415 Die Burg wird Eigentum der Edlen von Hürnheim

1551 Die Grafen von Fugger aus Augsburg erwerben die Burg

1822 Turmbrand durch Blitzschlag

1838 Das Königreich Württemberg erwirbt die Burg

1903 Die Wandervögel (Jugendbewegung des Deutschen Reiches) kommen auf die Burg

1928 Der Bund Neudeutschland (ND) pachtet die Burg

1936 Der ND wird von den Nationalsozialisten verboten, die Burg besetzt und für die Hitler-
        jugend verwendet

1945 Das Korps der „Französischen Freiwilligen“ unter General Besson wird einquartiert

1946 Der Bund Neudeutschland kann auf die Burg zurückkehren

1956 Neugestaltung der Turmkapelle

1966 Der Neubau wird erstellt

seit 1966 Nutzung der Burg als Jugendbildungs- und Freizeitstätte. Wie man lesen kann, eine lange bewegte Geschichte!

Bei unserer Ankunft in Gaildorf hatten wir die ersten 48 km unserer Tagesetappe bereits hinter uns gebracht. Da wir den Ort aber sehr früh (ca. 12:00 Uhr) erreichten, beschlossen wir unsere ursprüngliche Planung zu ändern und noch bis Schwäbisch Hall zu radeln. Die 20 km sollten auch noch zu schaffen sein. In Gaildorf gibt es ein Schloss, das sich in unmittelbarer Nähe des Flusses Kocher befindet. Den zugehörigen Schlosspark findet man auf der anderen Kocherseite.

Das „Alte Schloss“ wird in einem Vertrag zwischen Schenk Friedrich von Limburg und der Stadt Hall im Jahre 1399 urkundlich in Form einer „Veste“ (Burg) erstmals erwähnt. Der Vertrag regelte die Holzflößerei auf dem Kocher zu den Salzsiedern der Stadt Hall. Der Vertrag und das 35 Jahre später entstandene Siegel der Stadt Gaildorf, das noch heute das Floß zeigt, belegt, welche Bedeutung das Holzflößen zur damaligen Zeit für Gaildorf besaß. Im Jahr 1700 ehelichte Juliane Dorothea von Limburg den Grafen Wilhelm von Wurmbrand aus der Steiermark. Nach dem Grafen wurde der große Saal des Alten Schlosses benannt. Die Konstruktion der eichenhölzernen Renaissancedecke wurde unter eine ältere, auch heute noch zum Teil erhaltene Stuckdecke erbaut. Das Besondere dieser Decke ist, dass sie freitragend ist und eine außerordentliche statische Leistung darstellt. Im Wurmbrandsaal fand damals auch schon die Hochzeit der Juliane Dorothea mit dem Grafen statt. Sie erbte später einen beachtlichen Teil des Schlosses. Das Alte Schloss, das die Kriegszeiten ohne größere Schäden überstand, beherbergte in den Nachkriegsjahren Flüchtlinge und ausgebombte Familien aus Gaildorf und Umgebung. Mitte der 50er Jahre wurde im Wurmbrandsaal eine Textilfirma untergebracht. Erst mit Beginn der 70er Jahre begann man mit umfangreichen Renovierungen. Heute werden die Räumlichkeiten als Vereinsräume, Ausstellungsräume und Wohnungen genutzt.

Hinter Gaildorf querten wir die B19 und die parallel dazu führende Bahnlinie und verließen das Kocher-Tal. Hinter Kleinaltdorf wird das Gelände etwas hügelig, so dass wir zwei kleinere Anstiege von 40 und 60 Hm zu meistern hatten. Sie waren kurz und steil, stellten aber kein wirkliches Problem dar.  Landschaftlich sehr schön geführt, radelten wir über Hägenau, Spöck und Westheim unserem neuen Tagesziel Schwäbisch Hall entgegen. Die Entscheidung, weiter nach Schwäbisch Hall zu radeln, war genau richtig gewesen. Dem Kocher-Tal folgend näherten wir uns der historischen Altstadt von der Südseite und waren sofort beeindruckt.

Das Haller Globe Theater ließen wir links liegen und schoben unsere Räder über den Sulfersteg auf die andere Kocherseite. Dort beginnt auch der historische Teil der Altstadt. Wir folgten  den Schildern zur Touristikinformation, und standen plötzlich auf dem Marktplatz vor der großen Treppe auf der alljährlich Freilichtspiele abgehalten werden. Zunächst wollten wir uns um eine Übernachtungsmöglichkeit kümmern und betraten deshalb die links von der Großen Treppe befindliche Touristikinformation. Ein paar Telefonate und schon war unser kleines Problem gelöst. Das am Marktplatz gelegene Hotel Adler war bereit uns zum Doppelzimmerpreis von 79,- Euro statt regulären 125,- Euro zu beherbergen. Klar, dass wir bei der Lage und dem Preis das Angebot sofort annahmen.

Die Atmosphäre in Schwäbisch Hall war einfach klasse! Direkt gegenüber der Großen Treppe hatte man unmittelbar vor dem Rathaus eine große Bühne aufgebaut, auf der Kinder musizierten, davor wurde getanzt und gelacht. Wir hatten zufällig den richtigen Tag erwischt und freuten uns über die vielen Kinder, die auf dem Marktplatz ihr Kinderfest feierten. Oberhalb der großen Freitreppe befindet sich die Kirche St. Michael. Die Treppe, auf der regelmäßig Freilichtspiele stattfinden und über die man zur Kirche gelangt, ist über 500 Jahre alt.

Die Kirche St. Michael stammt aus dem Jahr 1156 (Einweihung). Im 15. Jahrhundert wurden alle romanischen Teile der Kirche bis auf den heute noch erhaltenen Westturm niedergerissen. Ab 1427 errichtete man das Langhaus und den spätgotischen, mit einem reich verzierten Netzgewölbe ausgestatteten Chor. 1527 wurde der Bau des Gebäudes vollendet.

Das Rathaus stammt aus dem Jahr 1735. Es wurde nach einem Stadtbrand an der Stelle der einstigen Jakobskirche im Stil eines barocken Adelspalais errichtet. Nachdem es im April 1945 von einer Bombe getroffen wurde und völlig ausbrannte, wurde es bis 1955 im alten Stil wieder aufgebaut, so dass heute der Marktplatz zu einem der schönsten Deutschlands zählt. Bis in den Abend hinein schlenderten wir durch die Gassen des mittelalterlichen Ortes, überquerten nochmals den Sulfersteg und gelangten zum Haller Globe Theater.

Das ursprüngliche Globe-Theater wurde 1599 zur Zeit von Königin Elisabeth in Bankside, einem Londoner Stadtteil am rechten Themseufer errichtet. Dort außerhalb der Stadt befand sich das Vergnügungszentrum Londons und dort gab es, neben dem Globe auch noch weitere Theater wie The Swan, The Rose und The Hope. Das Globe wurde damals von der Schauspieltruppe „The Lord Chamberlaine“ erbaut, zu der auch William Shakespeare gehörte. Das Globe wurde 1613 durch ein Feuer vernichtet, das ausbrach, nachdem während der Aufführung des Stücks „Heinrich VIII“ eine Kanone abgefeuert wurde. Die Kanone setzte das strohgedeckte Dach in Brand, das danach mit einem Ziegeldach versehen wurde. 1642 schloss die puritanische Regierung alle Vergnügungsstätten und damit auch das Globe. 1644 wurde es dann abgerissen.

Beim Schwäbisch Haller Globe handelte es sich quasi um einen Nachbau, der im Jahr 2000 errichtet wurde. Nachstehend noch einige Fotos von unserem abendlichen Rundgang und vom Haller Globe. Den Goldenen Adler in Schwäbisch Hall können wir sehr empfehlen. Das Essen schmeckte hervorragend und das Ambiente ist toll.

 

  

 


 

 Den Kocher flussabwärts über Künzelsau und Frochheim zum Ziel

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
17.05.2007 87 397 230 2000 Hotel Roter Hahn in Rotenburg/Tauber

  

Schwäbisch Hall verließen wir am Morgen richtig ungern, zu sehr hatte uns dieser Ort gefallen. Anders als in Aalen konnten wir Schwäbisch Hall am Kocher entlang sehr schnell verlassen, ohne von Autos bedrängt zu werden. Nach ein paar hundert Metern standen wir bereits im  Grünen. Was im Gegensatz zum Vortag nicht mitspielte, war das Wetter. Es regnete fast den ganzen Tag und das war auch der Grund, warum wir auf der 87 km langen Strecke bis nach Bad Friedrichshall so wenig fotografiert haben.

Hinter Geislingen am Kocher befindet sich die riesige Kochertalbrücke der Autobahn A6. Bei der Brücke handelt es sich um Deutschlands höchste Autobahnbrücke, die in den Jahren 1976 – 1978 erbaut wurde und eine Höhe von 185 m besitzt. Mit einer Länge von 1128 m und einer Breite von 31 m stellt sie ein imposantes Bauwerk dar. Unsere weitere Fahrt brachte uns über Künzelsau nach Forchtenberg, wo wir uns in einem Cafe etwas aufwärmten und eine Kleinigkeit zu uns nahmen. Wir wollten wohl vor dem schlechten Wetter fliehen, anders kann ich mir die Tatsache im Nachhinein nicht erklären, warum wir die letzten Kilometer bis Bad Friedrichshall fast ohne Pause durchradelten. Bereits um ca. 16:00 Uhr standen wir mit unseren Rädern wieder in Jagstfeld vor dem Hotel Schöne Aussicht wo unsere Tour begonnen hatte.

Ja, unsere Tour war beendet! Ein landschaftlich schöne Strecke über knapp 400 km waren wir geradelt und hatte eine ganz neue Region Deutschlands kennen gelernt. Am Nachmittag entschlossen wir uns spontan mit dem PKW nach Rothenburg o.d. Tauber zu fahren. Wir quartierten uns dort im Hotel Roter Hahn ein und genossen  den schönen Abend in der historischen Altstadt. Tags darauf fuhren wir mit dem PKW wieder nach Hause.