Autofreier Samstag am Stilfser Joch oder mit 5000 Radlern aufs Joch

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
03.09.2005 71 71 2000 2000 Camping Mals

 

Die Organisatoren des Autofreien Samstags hatten die Teilnehmer gezählt und einen Tag später auf ihrer Internetseite veröffentlich. Die spektakulären 48 Kehren wurden doch tatsächlich von 5183 Radlern bewältigt.

Als Robert und ich um 07:00 Uhr wach wurden, machten sich die ersten Forumsmitglieder bereits auf den Weg nach Prad, dem eigentlichen Startort. Wir hatten vereinbart, dass jeder seinem Rhythmus folgen sollte und dass wir uns zwischen ca. 13:00 Uhr und 14:00 Uhr oben etwas abseits von der eigentlichen Passhöhe des Stilfser Jochs am Lift treffen wollten. Die knapp 10km bis Prad wurden zügig leicht bergab befahren.  In der Ortsmitte von Prad ging es dann um kurz nach 09:00 Uhr los. Ein gigantischer nicht abreißender Strom an Radler, die alle mit ihren Rädern angekommen waren um das Stilfser Joch zu bezwingen. Fast unvorstellbar, mit was für Rädern hier teilweise gefahren wurde. Von uraltem MTB, über Cityrädern mit 5 –Gang Nabenschaltung, Rennräder für ca. 5000,- Euro bis zum Tandem. Einige machten selbst nicht davor Halt ihren Sprössling im Kinderanhänger mit hinaufzuziehen. Auch die Verpflegung unterwegs war jederzeit gesichert. Zu Beginn entwickelte sich eine gewisse Hektik, die aber relativ schnell nachließ. Jeder wollte zunächst mit den anderen Gruppen mithalten, fuhr eigentlich zu Beginn zu schnell um das Tempo dauernd halten zu können. Robert und ich fanden unseren Rhythmus und so kurbelten wir uns zügig in ungefähr 3 ½ Std. Gesamtzeit incl. Pausen die 1850 m zum Pass hinauf.

Am Hotel Franzenshöhe (2200 m) legten wir die erste größere Pause ein. Dort spielte ein Musikkapelle.  Die ersten 1500 Radler sollten dort eine Kappe des Nationalsparks Stilfser Joch erhalten. Meine Nachfrage ergab, dass bei unserer Ankunft erst 650 Kappen verteilt wurden. Wir waren also zeitlich nicht schlecht unterwegs gewesen und erhielten das „Prunkstück“. Die letzten Kehren, von Franzenshöhe aus überbrücken einen Höhenunterschied von ca. 550 m, der über seine gesamte Strecke aus bis oben eingesehen werden kann. Die Kehren besitzen eine recht spektakuläre Führung, wirken wie versetzt übereinandergestapelt, lassen sich aber bei gleichmäßiger Steigung zügig befahren. Oben auf der Passhöhe dann ein gigantisches Spektakel, kaum ein Durchkommen um am Passschild ein Foto zu machen. Überall wurden die Fotoapparate hochgehalten, um die spektakulären Kehren zu fotografieren oder sich selbst am Passschild fotografieren zu lassen. Die Sonne strahlte, wir waren zufrieden den Anstieg gemeistert zu haben und suchten uns eine ruhiges Plätzchen für den Trikotwechsel. Hinter dem Restaurant Tibet trafen wir dann die ersten Radler vom Rad-Forum wieder. Wie abgesprochen fuhren wir gemeinsam zur Seilbahnstation um ein Gruppenfoto der Rad-Forum-Mitglieder zu erstellen.

Danach radelten wir gemeinsam die 250 Höhenmeter bis zur Grenzstation hinab um die 10 m hinauf zum Umbrailpass zu fahren. Am Schlagbaum standen sehr viele Motorradfahrer, die es wohl nicht verstehen konnten, warum man sie nicht nach Bormio hinunterfahren ließ. Am Umbrailpass wurde dann schnell noch eine Foto vor dem Passchild geknipst um im Anschluss zügig über St. Maria nach Mals hinabzufahren. Den Campingplatz in Mals erreichten wir bereits um 15:30 Uhr. Es blieb also noch genügend Zeit für Gespräche zwischen den Reiseradlern. Den Abend verbrachten wir alle gemeinsam in einer nahen Pizzeria. Beim Essen wurden Adressen und Erfahrungen ausgetauscht und vor allen Dingen die Meinung vertreten, dass im kommenden Jahr ein erneutes Treffen am selben Ort oder in einer ähnlichen Umgebung stattfinden sollte.