Vorbemerkung

 Zeitraum

 Σ Distanz

 Σ Höhenmeter

Track

Presse

 08.08.2005 - 19.08.2005

 800 km

 18.000 Hm

 

Viel haben sie in diesem Jahr trainiert, um sich die nötige Kondition für die Radtour zu holen. Willem Schulte im Fitnessstudio, Felix Föcker beim TTH Dorsten, sowie Georg Föcker über mehrere tausend Kilometer auf dem Rennrad. Eines wissen sie: Bisher haben sie jeden Anstieg, ohne das Fahrrad mit Gepäck schieben zu müssen, geschafft. In diesem Jahr gibt es aber eine kleine Besonderheit im Programm, welches auch dem 48 jährigen noch reichlich zu denken gibt. Wie schafft man es, dass 3 km lange Teilstück mit 24 % Steigung am Nigerpass zu befahren ? In Schlangenlinien?

Die Anreise mit dem Pkw am Montag den 08.08.05 nach Sterzing zum Campingplatz gelingt problemlos, kein Stau, 900 km Autobahn über Würzburg, Nürnberg und dem Brennerpass.

 

km,

 


  


 

 Über das Penser Joch in die Wärme nach Bozen

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
09.08.2005 70 70 1350 1350 Camping Mossbauer

 

Mehrere Tunnel durchfahren sie, bei denen die Beleuchtung unbedingt eingeschaltet werden muß. Als Highlight, die Burg Runkelstein kurz vor Bozen. Die aufsteigende warme Luft erzeugt Den Abend verbringen die drei in der Altstadt von Sterzing, bevor die eigentliche Tour am 09.08.2005 mit dem Anstieg zum Penser Joch ( 2214 m) beginnt. 14 km Anstieg mit einer Höhendifferenz von 1350 m ergeben ca. 10 % Steigung durchschnittlich und die reichen für die drei Alpenspezialisten durchaus zum warm werden. Am einem Gasthof in 1515 m Höhe die erste größere Pause. Zermürbend ist am Penser Joch nicht die gleichmäßige Steigung von 10 %, sondern die hinter den ersten Kehren liegende kilometerlange sichtbare Strecke.

Die Passhöhe ist bereits weit zu erkennen, aber man meint ihr einfach nicht näher zu kommen. Aber sie wissen, die Belohnung kommt. Oben auf der Passhöhe gibt es erst mal für jeden eine Pfanne Bratkartoffeln mit Spiegelei. Danach fahren sie kilometerlang durchs wunderschöne Penser Tal bei Sonnenschein hinab nach Bozen. einen Gegenwind, der ihnen ständiges Mittreten abverlangt. Nach der Kühle auf der Passhöhe und der Wärme im Tal ist der Pool am Campingplatz in der Nähe von Bozen ein Genuss. Mitten in den Obstplantagen zwischen Bozen und Meran gelegen, riecht es nach Obst. Schon am ersten Abend gibt es nach der persönlich erbrachten Leistung nur zufriedende Gesichter.

 

 

 


 

 Auf steilen Wegen zum Rosengarten (Nigerpass und Karerpass)

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
10.08.2005 53 123 1636 2986 Camping Campitello

 

Am nächsten Tag durch Bozen zu fahren, um den Abzweig zum Nigerpass zu erreichen,  ist am Tagesbeginn aufgrund des Verkehrsaufkommens wirklich kein Spass. Es handelt sich aber nur um wenige Kilometer. Eine Wegesuche anhand einer Karte ist glücklicherweise aufgrund des Tracks im mitgeführten GPS-Gerät am Fahrrad nicht erforderlich. Zügig erreichen sei über die S12 vor Blumau den kleinen Abzweig in Richtung Manötscher Hof.  24 % warten !

Mehrere Kilometer fahren sie durch eine enge Talschneise in Richtung Nigerpass,  ohne dass die Steigung merklich zunimmt. Ab der etwas rechts vom Weg liegenden Jausenhütte Waldhex, geht es dann zur Sache. Alleine den Anstieg zu sehen reicht, um einem genügend Respekt einzuflössen.  Alle drei versuchen, das Fahrrad samt Gepäck nach kurzer Zeit zu schieben, geben aber spätestens nach 30 m auf. Danach der Versuch,  im rechten Winkel zur Fahrbahn anzufahren und durch Drücken und Ziehen (Rastpedale) sich hinaufzubringen, klappt besser. Die drei müssen zwar alle 300 m anhalten, kommen aber wesentlich besser weiter. Alle drei haben eine derartige Situation noch nicht erlebt. Straßen mit 24% gibt es auch in den Alpen eher selten ! Am Straßenabzweig in Richtung Nigerpass wird es für sie dann etwas leichter. Den Schildern nach zu urteilen, Streckenabschnitte zwischen 14 und 20 %. An einem Straßenabzweig zu einem Bauernhof kochen sie sich ihr Mittagessen.

Kurz darauf können sie es kaum glauben, auf der Passhöhe angekommen und die 24% Anstieg fast vollständig gefahren zu sein.Über den Karerpass, erreichen sie ihren Übernachtungsplatz kurz vor Campitello.

 

  

 

 


 

 Am Fedaiastausee und Giaupass

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
11.08.2005 75 198 2078 5070 Camping Olympia

 

Der Fedaiapass ( 2047 m) ist von Canazei aus relativ leicht zu befahren, kein Vergleich mit dem Anstieg zum Nigerpass. Wunderschön der oben auf der Passhöhe gelegene Fedaiastausee. Noch meint die Sonne es gut mit ihnen. Auf der Staumauer fotografieren sie sich gegenseitig und fahren danach hinab ins Tal,  um noch am selben Tag den Passo di Giau (2230 m) hinaufzukurbeln. Auf der Giaupasshöhe geraten sie in ein Gespräch mit drei tschechischen Rennradfahrern, die ebenfalls begeistert mehrere Pässe befahren.

Auf dem Weg nach Cortina dí Ampezzo ist die Straße teilweise nass, sie müssen deshalb vorsichtig hinabfahren. In Cortina regnet es dann heftig. Sie stellen sich einmal kurz unter, entscheiden sich aber schnell für die Weiterfahrt, um nicht vollkommen auszukühlen. Auf dem Campingplatz bauen sie im Regen schnell das mitgenommene Tarp auf und schon stehen sie im Trockenen. Unter dem Tarp können sie ihre nasse Kleidung aufhängen und das Zelt dann in Ruhe aufbauen.

Abends im Campingplatzrestaurant essen Willem und Felix jeweils 2 Pizzen. Die 2100 Tageshöhenmeter machen hungrig.

 

  

 


 

 Über den Passo di Cibiane nach Zolto Alto und hinauf zum Staulenzapass

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
12.08.2005 72 270 1650 6700 Camping vor Zolto Alto

 

Am darauffolgenden Morgen öffnen sie den Zeltreißverschluß, weil es zu warm wird im Zelt. Ein klarer Himmel mit Sonnenschein erwartet sie. Es hat zwar über Nacht noch etwas geregnet, Tarp und Zelt sind aber schon fast wieder vollständig getrocknet. Sie frühstücken in der Innenstadt von Cortina auf dem großen Platz vor der Kirche. Dabei werden sie von einer Schulklasse ca. 7 jähriger Jungen und Mädchen, die derartig bepackte Fahrräder wohl noch nie gesehen haben, ständig beobachtet. Die langgezogene Abfahrt mit geringem Gefälle nach Venas di Cadore genießen sie in der morgentlichen wärmenden Sonne. Die gut 700 Höhenmeter zum Passo di Cibiane kurbeln sie in knapp 2 Stunden hinauf.

Auf der Passhöhe dann ein Erlebnis mit zwei Motorradfahrern. Diese sind mit einer Karte im Massstab 1 :1,2 Mio. unterwegs und wissen tatsächlich nicht mehr, wo sie sind. Die drei Radler können darüber nur lächeln. Sie wissen, dass man auf einer langsamen Radtour unterwegs wesentlich mehr von der Natur und Gegend wahrnimmt, als beim schnellen Pässebefahren mit dem Motorrad. Georg hilft ihnen aber weiter und gibt ihnen Tipps. Auf dem Anfahrtsweg zum Staulenzapass liegt 350 Höhenmeter unterhalb der Passhöhe in Zoldo Alto der Campingplatz,  auf dem sie übernachten wollen. Sie bauen deshalb ihr Zelt auf und fahren die letzten 350 Höhenmeter ohne Gepäck.

Wie im Flug geht es innerhalb von 35 Minuten zur Passhöhe hinauf. Froh den zweiten Pass auch noch geschafft zu haben, lassen sie die Fahrräder zum Campingplatz sausen. Die nasse Kleidung vom Vortag hängt am Abend gewaschen auf der Wäscheleine und ist fast wieder trocken. Die Sonne scheint nach wie vor, die Stimmung im Team ist gut.

 

  

 


 

 Über den Duranpass nach Falcade

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
13.08.2005 50 320 1250 7950 Camping in Falcade

 

Um 09:00 Uhr stehen sie am Straßenabzeig zum Duranpass, haben gut gefrühstückt und versuchen, aufgrund der morgentlichen Kühle und den ersten Abfahrtskilometern die Muskeln warm zu treten. Wenige Minuten später dann das erste Schild mit dem Hinweis auf 16 % Steigung. Glücklicherweise hält diese nicht sehr lange an. Erschrecken kann sie ein derartiges Schild nicht mehr, sind sie doch am Nigerpass die 24 % hinaufgefahren. In einem kleinen Dörfchen werden sie von einer älteren Dame begeistert angefeuert. Obwohl die drei ihre Wasserflaschen am Dorfbrunnen aufgefüllt haben, fragt sie mehrmals nach, ob sie den Radlern noch mit Wasser aushelfen kann.

Auf der Passhöhe des Duranpasses beantwortet Georg die Fragen eines Italieniers auf englisch. Er ist total begeistet von den bepackten Fahrrädern. Probeweise hebt er Georgs Fahrrad an, muß aber noch einmal nachfassen, weil er die 48 kg sonst nicht vom Boden bekommt. Auf dem Weg nach Falcade entdeckt Willem an einem Fluß eine wunderbare Picknickstelle. Die drei schauen sich nur an und wissen, dass ist unser Platz. Die Taschen vom Rad geschnallt, steht der Kocher binnen 3 Minuten auf einer ebenen Kiesfläche.

Georg kann es nicht lassen und steigt in die kühlen Fluten. Falcade erreichen sie am frühen Nachmittag bei etwas einsetzendem Regen. Als eingespieltes Team steht das Tarp binnen 5 Minuten. Das Zelt wird nur zur Hälfte unter das Tarp gebaut, so dass sie alle noch bequem darunter auf ihren kleinen Hockern sitzen können.

 

 

 


 

 Der 3 Pässe-Tag (Pellegrinopass, Pramadacciopass, Lavazepass)

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
14.08.2005 115 435 2300 10250 Camping "Wasserfall"

 

Am gestrigen Abend in Falcade hatten Willem und Felix eine Idee entwickelt, die Georg doch sehr erstaunte. Die zunächst theoretische Möglichkeit 2 Tage der Tour zusammenzulegen,  um doch schon am Samstag vor Schulbeginn wieder zu Hause einzutreffen,  wurde von Willem und Felix morgens in die Tat umgesetzt. Beide sind so früh auf den Beinen, dass sie bereits um 08 :15 Uhr auf dem Rad sitzen. An den Vortagen absolut nicht möglich. Welche Gewaltleistung sich an diesem Tag daraus entwickeln würde, können die drei nur erahnen. Den Pellegrinopass gehen sie derartig motiviert an, dass sie bereits vor 10 :00 Uhr auf der Passhöhe stehen. Die langgezogene Abfahrt bis Predazzo ist schnell gemeistert, dann bis Treveso zum Abzweig hinauf auf den Pramadiccio- und Lavazepass. Der 18 % Anstieg fordert sie gewaltig, regelmässige Pausen sind ein absolutes Muss.

Auf der Passhöhe tröpfelt es bereits leicht. In der Bar trinken sie einen wärmenden Kakao. Am frühen Nachmittag geht es dann wieder abwärts. Was sie beim Kartenstudium zu Hause aufgrund fehlender Höhenangaben nicht erkennen konnten, ist die Senke vor dem Petersberg. Sie müssen tief hinab ins Tal, um noch einmal mehrere hundert Höhenmeter hinaufzufahren. Strömender Regen setzt ein, als sie den Straßenabzweig zum Petersberg erreichen. Glücklicherweise befindet sich dort ein Cafe, in dem sie sich ca. eine Stunde aufhalten.

Bei nachlassendem Regen steuern sie den Petersberg an. Auf der langen Abfahrt nach Auer Ora dann plötzlich wieder einsetzender strömender Regen. Die Luft ist dermaßen feucht und wolkenverhangen, dass sie kaum mehr als 50 m weit sehen können. Sie fahren mit Sicherheitsabstand, aber immer in Sichtweite hintereinander ins Tal.

In Auer Ora befindet sich der Campingplatz direkt am Ortseingang. Kaum haben sie das Tarp aufgebaut, hört es auf zu regnen. Ein kontinuierlicher Wind hat das Gewitter vollkommen weggeblasen. Die drei lachen sich an, ist es doch bei einer Temperatur von ca. 20 Grad vollkommen egal, dass ihnen das Wasser bis oben in den Schuhen steht. Georg löst das kleine Problem sofort. An der Campingplatz-Reception gelingt es ihm,  mehrere alte Tageszeitungen zu bekommen. Über Nacht in die Schuhe gesteckt, sind die Schuhe am folgenden Morgen fast wieder trocken. Nach dem Duschen freuen sie sich über ihren tollen Stellplatz auf der Liegewiese neben dem Swimmingpool. Abends gleichzeitig eintreffende Motorradfahrern erhielten einen Stellplatz auf einem Platzteil unten am extrem lauten Fluss. Am Abend in der Osteria in Auer Ora freuen sie sich beim Essen über ihre erbrachte Tagesleistung, 110 km und 2300 Höhenmeter hinauf.

 

  

 


 

 Durch die Apfelplantagen zum Mendelpass

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
15.08.2005 75 510 1550 11750 Camping in Dimaro

 

Am darauffolgenden Morgen keine Wolke am Himmel. Alle Kleidungsstücke sind vom Wind wieder trocken geblasen. Die letzte Restfeuchte in den Schuhen entweicht beim Fahren in Richtung Kalterer See. Sie finden einen kleinen Radweg auf der Ostseite des Sees und gleiten durch die Obstplantagen. Der Versuch einzukaufen, misslingt in Kaltern, in Italien ist Feiertag. So kaufen sie sich in einer Obstplantage Äpfel und eine Flasche frischen Apfelsaft, ein Frühstück der besonderen Art.

Durch den am Anstieg liegenden kleinen Ort Nikolaus kurbeln sie sich zum Mendelpass hinauf. Links von ihnen immer wieder der herrliche Anblick auf den Kalterer See. Die Luft ist aufgrund des gestrigen Gewitters besonders klar. Etwas nervig sind leider die vielen Motorradfahrer, die den Pass hinaufjagen. Kurz vor der Passhöhe überholen sie zwei Moutainbiker, die ohne Gepäck unterwegs sind. Für sie ist es die erste Passfahrt mit dem MTB. Sie sind sichtlich, stolz oben anzukommen. Oben auf der Passhöhe gibt es einen ziemlichen Rummel, viele Cafes und Hotels.

Die drei essen oben eine Kleinigkeit, halten sich aber nicht sehr lange auf und fahren zügig hinab bis zum Stausee Lago di S. Giustina. Von kleineren Zwischensteigungen abgesehen, erreichen sie ihren Zielort Dimaro nach 70 km und 1550 Höhenmetern.

 

 

 


 

 Über den Tonalepass zum Fuße des Gaviapasses

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
16.08.2005 55 565 1100 12850 Camping in Temu

 

Den Tonalepass haben sie in die Routenführung nur eingebaut, um zum südlichen Fuß des Gaviapasses zu gelangen. Weniger schön zu befahren, vorbei  am alten Forte Strino, gelangen sie bei mässiger Steigung zügig auf die Passhöhe. Oben auf der Passhöhe sieht es weniger schön aus. Einer der riesigen Skiorte mit riesigen Hotels, optisch nicht schön anzusehen. Auf der rechten Seite ein riesiges Kriegsdenkmal. Schnell weg, denken sie und lassen sich ins Tal rollen. Der Ort Ponte di Legno wiederum ist sehr schön anzusehen. Ein Fluss durchschneidet den Ort, eng wurden die Häuser daran gebaut. Draußen vor dem Cafe genießen sie in der nachmittäglichen Sonne ihren Kakao bzw. Cappuchino.

 

  

 


 

 Über schmale Straßen zum Gaviapass

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
17.08.2005 55 620 1500 14350 Camping in Valdisotto

 

Der Campingplatz in Temu liegt in einer Höhe von 1120 m. Nachts ist es zum ersten Mal ziemlich kühl. Den Schlafsack bis über den Kopf gezogen, wachen sie morgens bei 6 Grad Celsius auf. Gespannt sind die Radler auf die Straßenführung des Gaviapasses (2621 m). Mehrere Male wurden hier schon die entscheidenden Etappen des Giro d´Italia ausgetragen. Noch vor wenigen Jahren zum Teil unbefestigt, ist er heute durchgängig geteert. Allerdings ist die Straßenführung in einer Höhe von ca. 2000 m dermaßen schmal, dass sich ständig Staus bilden. Die Radler erleben eine Situation, bei denen es wohl eine viertel Stunde dauert, bis sich durch Vor- und zurücksetzen das Verkehrschaos gelöst hat.

Für die drei Entspannung pur. Kein einziges Auto überholt sie mehr. Kurz vor der Passhöhe der Blick auf den Lago Nero, ein wunderbar gelegener See. Bereits unten im Ort hatten sie ein Panoramafoto vom See gesehen. Sie setzen sich auf einen Stein und genießen den Blick auf die umliegenden über 3000 m hohen Berge.

 

 

 


 

 Der Höhepunkt der Tour, Stilfser Joch von Bormio aus

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
18.08.2005 110 730 1750 16100 Camping in Meran

 

Der Campingplatz in Valdisotto bei Bormio liegt in etwa auf der selben Höhe wie der vom Vortag. Es ist aber erheblich wärmer in dem Tal. Der Tourhöhepunkt steht auf dem Programm. Die Befahrung des Stilfser Jochs (2758 m) von Bormio aus. Für Georg Föcker ist es das dritte Mal, dass er diesen Riesen bezwingt. Von Prad aus über die spektakulären 48 Kehren hat er diesen Pass bereits 1997 befahren, im Jahre 2000 bereits von St. Maria im Münstertal aus. Rund 1600 m müssen die drei mit ihrem Gepäck hinauf. Zweifel, oben nicht anzukommen, haben sie nach den Erfahrungen der letzten Tage nicht. Hochmotiviert strampeln sie sich den vorletzten Pass ihrer 800 km-Tour hinauf.

Die Kehren vor dem Abzweig zum Umbrailpass geschafft, bekommen sie in einer langezogenen Talschneise bereits den ersten Blick auf das Stilfser Joch und dem links davon auf einer Bergkuppe stehenden Rifugium Garibaldi. Dort hat Georg Föcker bereits im Jahre 2000 übernachtet, bevor er die Kehren nach Bormio hinuntergefahren ist. Den Umbrailpass (2501 m) bekommen die drei quasi geschenkt. Er liegt an einem kleinen Straßenabweig nur 15 höher als die alte Grenzstation zur Schweiz.

Die letzten 250 Höhenmeter immer wieder der Rückblick auf die umliegenden Berge und den Umbrailpass. Auf der Passhöhe wird selbstverständlich viel fotografiert. Willem und Felix bekommen zum ersten Mal einen Blick auf die tollen Kehren bis zum Hotel Franzenshöhe (2000 m). Über 700 Höhenmeter türmen sich hier die Kehren übereinander. Im Restaurant Tibet stärken sie sich, eine lange Abfahrt und Strecke bis Meran über 75 km liegt noch vor ihnen. Die 48 spektakulären Kehren fahren sie langsam hinunter, sie genießen den Ausblick auf den in der Sonne glitzernden Ortler.

Den Campingplatz in der Mitte von Meran kennt Georg Föcker schon. Die Koordinate hat er im GPS-Gerät gespeichert. Den späten Nachmittag verbringen die drei Radler am Pool, Abends bummeln sie durch die Gassen von Meran.

 

 

 

 


 

 Von Meran durchs Passeiertal und über den Jaufenpass nach Sterzing 

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
19.08.2005 70 800 1900 18000 keine, da Rückreise ab Sterzing

 

Früh starten sie in Meran. Sie finden eine bereits um kurz nach 07 :00 Uhr geöffnete Bäckerei, frühstücken dort und strampeln anschließend durch das Passeiertal langsam hinauf nach St. Leonhard (690 m), dem Anstiegsort zum Jaufenpass. Kleine Senken im Passeiertal mitgerechnet, müssen sie 1900 m hinauf. Das Wetter ist wieder traumhaft schön. Die drei berechnen,  wann sie wohl auf der Passhöhe ankommen werden. Je viertel Stunde erreichen sie mit dem Gepäck einen Höhengewinn von über 100 Metern.

Sie haben sich eingefahren, in absolut rundem Tritt erreichen sie die Jaufenpasshöhe bereits um 13:00 Uhr. Der erste Blick zeigt die Veränderung. Die alte Holzhütte auf der Passhöhe steht nicht mehr. Ein riesiges neues Holzhaus wurde errichtet. Für Georg Föcker ein eigentümliches Gefühl, stand er doch bereits 1995 auf seiner ersten Alpentour hier oben. 10 Jahre ist es her, damals war der Jaufenpass auch der letzte Pass der Rundtour durch die Dolomiten.

Die drei Radler sausen ins Tal,  um ihren Startort,  der gleichzeitig Zielort ist, wieder zu erreichen. Das Auto steht wohlbehalten und gesichert auf dem Campingplatz. Noch am Nachmittag machen sie sich auf den Weg nach Hause.