Von Anholt über Doetinchem nach Doesburg an die Ijssel

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
30.07.2005 43 43 50 50 Camping Doesburg (Ijssel)

 

Am 30.07.2005  erreichten wir mittags mit dem PKW Anholt, bepackten die Räder und starteten in Richtung niederländischer Grenze. Von der noch vor einigen Jahren in Gendringen  vorhandenen Grenzkontrollstelle war nichts mehr zu sehen. Den Grenzübergang nahmen wir nur durch die veränderte Bauweise der Häuser wahr. Kleine schmale Häuser mit zierlichen blumengeschmückten Vorgärten säumten unseren Weg. Die Wettervorhersage sah für die nächsten Tage nicht so rosig aus, aber bei unserem Start regnete es schon mal nicht. Sollte das Wetter so bleiben, konnten wir zufrieden sein. Bereits vor Doetinchem radelten wir an der Oude Ijssel entlang, die wir im Ort auf einer der für die Niederlande typischen Hebebrücken überquerten. Das Ortszentrum liegt auf der anderen Seite der Oude Ijssel und einen ersten Kaffee wollten wir uns gönnen.

Wieder über die Hebebrücke zurück führte unser Weg vor dem Sportpark rechts abgebogen weiter an der Ijssel entlang. 800 m mussten wir auf einem Radweg an der N813 entlang radeln, danach verlief unser Weg wieder durch Wiesen hindurch bis zu einer weiteren kleinen Hebebrücke. Doesburg erreichten wir bereits am frühen Nachmittag. Der Ort besitzt eine ruhige Fußgängerzone und als Hauptattraktionen das alte Stadthaus (Stadhuis), die alte Stadtwaage (de Waag) und die Martinskirche (Martinikerk).

Die ersten historischen Hinweise auf Doesburg stammen aus dem 11. Jahrhundert.  Die Gegend muss damals ziemlich sumpfig gewesen sein, denn daran erinnert noch der Name.  „Does“ bedeutet soviel wie morastiges, sumpfiges Gelände, während „Borg“ auf Burg oder Berg hindeuten. Bereits im Jahr 1237 erhielt Doesburg Stadtrechte. Durch den Zusammenfluss von Ijssel und Oude Ijssel für damalige Verhältnisse sehr günstig gelegen, entwickelte sich der Ort zu einer befestigten Handelniederlassung mit vier mächtigen Stadttoren. Im Jahr 1447 schloss sich Doesburg dem Hansebund an. Als Hansestadt spielte der Handel mit Salz eine sehr große Rolle. Das Stadttor „Saltpoort“ durch das das Salz aus dem Süden gelangte, verdankt diesem Handelszweig seinem Namen. Durch die Folgen des 80 jährigen Krieges (1568-1648) und der französischen Besatzung verfiel die Hansestadt zum unbedeutenden Markplatz. Doesburg war in lange Zeit eine sehr arme Stadt. Eine Folge davon war, dass es kaum Investitionen gab und gerade deshalb viele alte Bauwerke erhalten blieben.  Ein Teil der Gebäude stammt sogar noch aus dem Mittelalter.

Wir verließen Doesburg durch den im Norden des Ortes gelegenen Stadtpark, unterquerten die N317 und radelten auf dem Deich an einem Nebenarm der Ijssel (Het zwaarte Schaar) entlang zum Campingplatz an der Eekstraat. Der Campingplatz besitzt einen Bootshafen und ein Restaurant in dem wir den Abend ausklingen ließen. Den Spätnachmittag verbrachten wir nach dem Zeltaufbau noch in Doesburg. Vom Campingplatz aus waren nur ca. 3 km bis ins Ortzentrum zu radeln und Zeit hatten wir ohnehin noch genug um ein wenig durch den Ort zu schlendern.