Über den Col de Lombarde nach Italien

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
24.07.2004 37 150 1.479 3.552 Camping Il Castagneto

 

Pünktlich um 07:00 Uhr werden Burkhardt und ich auch ohne Wecker wach. Die beiden Jungs müssen wir etwas energischer wecken, sonst würden sie noch um 10:00 Uhr schlafen. Nach unserem gemeinsamen Frühstück fahren wir erst einmal in die Innenstadt von Isola. Der Campingplatz liegt etwa einen Kilometer ausserhalb. Dort decken wir uns mit Verpflegung für unterwegs ein. Direkt in Isola beginnt die Straße bereits mit einem sehr steilen 10-12% igen Anstieg. Ich würde mich lieber erst auf einem flacheren Stück warmfahren, aber so geht es eben gezwungenermaßen schneller.

Die Landschaft um uns herum ist einfach wunderschön. Immer wieder kleine Flüsse, die uns begleiten. Zwischendurch Picknickstellen, die am Wochenende stark belegt sind. Überall französischen Familien, die es sich mit ihren Picknickkörben gemütlich gemacht haben. An einer Stelle sehen wir eine Gruppe, die Holzkohle zwischen Steinen angehäuft hat und auf einem kleinen Rost ihre Würstchen grillt. Wir selber finden natürlich auch eine schöne Stelle am Fluss.

Einige Kilometer vor Isola 2000 wird die Straßenführung auf einer kurzen Schotterpiste an einem kleinen Tunnel vorbeigeführt. Der kleine Tunnel ist durch einen Lawine schwer zerstört worden. Die Stahlträger des Daches sind vollkommen weggeknickt. Aufgrund der Steigung schaffen wir es nicht schnell genug, die Schotterstrecke innerhalb einer Ampelphase zu durchfahren. Bereits auf dem letzten Drittel kommen uns Autos entgegen. Sie warten aber kurz, so dass wir wieder sicher auf den festen Straßenbelag gelangen. Isola 2000 ist absolut hässlich. Ein im Sommer fast unbewohnter Skiort, so gut wie alle Geschäfte sind geschlossen.

Zunächst finden wir noch nicht einmal eine geöffnete Restauration, nur einen Colaautomaten, aus dem wir einige Dosen ziehen können. Während wir durch den Ort schieben, sehe ich zwei Rennradfahrer, die in einem Gebäude verschwinden. Es handelt sich um einen Durchgang, der zu einer geöffneten Restauration führt. Dort bestellen wir uns erst einmal einen Cappuchino.

Hinter Isola 2000 wird die Straße immer schmaler. Überall Blumen und Murmeltiere. Kurz vor der Passhöhe sehe ich ein französisches Ehepaar mit einem kleinen 5 Monate alten Baby in der Wiese sitzen. Ich fotografiere sie und bieten ihnen an, dass Foto per Mail an ihre Adresse zu senden. Spontan entwickelt sich eine längere Unterhaltung auf englisch. Die Emailadresse schreibe ich in mein Tagebuch. Die beiden 16-jährigen starten einen Wettbewerb, wer die Passhöhe zuerst erreicht. Ich bremse sie allerdings ein wenig aus. Mir ist es wichtig, das allen Fahrer die gesamte Tour zu schaffen.

Auch die Abfahrt ist einfach herrlich, eine schmale Straßenführung, mehrere Flüsse und immer wieder kleine Seen, die tief unter uns zu sehen sind. Weit unten eng aneinanderliegende Kehren, die uns zur S21 führen. Über die S21 gelangen wir nach Vinadio. Dort entdecken die Jungs auch sofort den Hinweis zum Campingplatz. Der scheint zwar recht einfach zu sein, weiterfahren wollen wir aber auch nicht mehr, zumal wir morgen wieder in die entgegengesetzte Richtung fahren. Schon bei der Ankunft sehen wir die alten Festungsmauern von Vinadio.

Der Campingplatz liegt etwas tiefer. Mit dem Zeltaufbau müssen wir uns beeilen. Wir haben das Tarp kaum aufgebaut, fängt es stark an zu regnen. Der Regen lässt aber nach ca. 1 Std. nach, so dass wir uns in Ruhe in den Ort begeben können. In einer Pizzeria essen wir zu Abend. Danach schieben wir unsere Fahrräder noch etwas durch den alten Ortskern.