Auf Schotterpisten zum Tunnel de Parpaillon (2.645 m)

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
26.07.2004 22 220 1.378 5.978 Camping Le Planet

 

Wir lassen es morgens ruhig angehen, schließlich müssen wir kaum etwas packen, um zum Col de Parpaillon (2645 m) zu starten. Um 10:15 Uhr geht es los. An unserem Restaurant in Condamine Chatelard rechts abgebogen, geht es zunächst noch über eine geteerte Straße hinauf nach St. Anne. Ein Stück weiter an einer kleinen Kapelle mit einem Brunnen endet der Teerbelag.

Ab hier geht es in die Knochen ! Wir ahnen noch nicht, dass sich die Straßenverhältnisse bis in 2645m Höhe nicht mehr ändern werden. Zwischendurch immer mal etwas besser, gibt man die Hoffnung zwar nicht auf, man wird aber kurze Zeit später durch grobe Schotterstrecken wieder eines Besseren belehrt.

Fahrtechnisch schwierig zeigt sich die Strecke bis zur Hütte Cabane. Die Rastpedalen nutzen wir nicht, um uns schneller am Boden abstützen zu können, wenn wir das Gleichgewicht verlieren. Die Hütte Cabane liegt in 2040 m Höhe direkt in Höhe der Baumgrenze. Dort trinken wir erst einmal jeder eine Cola für den in Frankreich fast durchgängigen Preis von 2,50 Euro. Ich finde, dass der Preis für 0,33 Liter Cola ziemlich hoch ist. Aber wir können ohnehin nichts daran ändern.

Burkhardt entscheidet sich kurzfristig, sein Fahrrad an der Hütte stehen zu lassen und die letzten 600 Höhenmeter hinaufzulaufen.  Für einen Marathonläufer keine ungewöhnliche Entscheidung. Kurze Zeit darauf müssen wir feststellen, dass er erheblich schneller unterwegs ist als wir. Bei der Abfahrt wird es sicherlich anders sein. In 2300 Metern Höhe legen wir unsere Mittagspause ein. Diesmal wird eine Spargelcremesuppe gekocht. Um uns herum hören wir immer wieder das Piepen der Murmeltiere.

An einzelnen Stellen ist der Schotter so grob, dass wir teilweise schieben müssen. Die Gefahr zu stürzen, ist viel zu hoch. Immer wieder ein Rückblick auf die gewaltige Straßenführung und die umgebenden Berge. Ca. 200 Höhenmeter unterhalb der Passhöhe treffen wir auf eine größere Schafherde.

Ein allradgetriebenes Fahrzeug steht am Straßenrand, links vom Fahrzeug liegt ein Hund. Während Willem am Fahrzeug vorbeifährt, gibt er einen Kommentar über den etwas abgemagerten Hund ab. Die Hundebesitzerin, die im Auto sitzt, ist Schweizerin und versteht hervorragend Deutsch. Die Schimpftiraden, die Willem über sich ergehen lassen muss enden, als sie bemerkt das noch ein Erwachsener folgt.

Kurz darauf erreichen wir den Tunnel de Parpaillon (2645 m). Oben treffen wir zwei Holländer, die mit Gepäck den Pass hinaufgefahren sind und den Tunnel durchqueren wollen. Sie sind mit dem Gepäck zwei Stunden länger unterwegs gewesen als wir. Ich begleite sie noch mit meinem Fotoapparat ein kurzes Stück in den 500 m langen schnurgeraden Tunnel hinein, dann sind sie verschwunden. Am Ende des Tunnels kann man einen winzigen Lichtpunkt ausmachen. Unsere Fahrräder schieben wir noch oben auf den Tunnel, um ein Foto zu machen. Danach fahren wir dieselbe Strecke zurück. Die Abfahrt wird eine Tortur für unsere Handgelenke. Wir sind zwar wesentlich schneller unterwegs als bei der Auffahrt, halten aber immer wieder an, um auf Burkhardt zu warten, der die Strecke ja wieder zurücklaufen muss. Auf der Terrasse der Hütte Cabane setzen wir uns noch einmal hin und trinken etwas. Bis Burkhardt erscheint, vergehen nur ein paar Minuten.

Auf dem Stück bis zur Capelle vor St. Anne halten wir mehrmals an, um unsere Handgelenke zu lockern. Die Fahrräder sind von dem Straßenstaub so dreckig, dass man meinen könnte, wir wären durch eine Wüste gefahren. An der Kapelle nehmen wir die Radtaschen ab und werfen sie ins Brunnenwasser. Die Fahrräder bespritzen wir vom Brunnen aus, so dass wir sie einigermaßen sauber bekommen. Den Abend verbringen wir, wie den Abend zuvor, in der Pizzeria in Condamine Chatelard.