Vorbemerkung

 Zeitraum

 Σ Distanz

 Σ Höhenmeter

Track

Presse

 22.07.2004 - 31.07.2004

 540 km

 11.500 Hm

 

Im Vorjahr hatte es mir gut gefallen mit dem Flugzeug nach Nizza zu fliegen. Keine lange Busreise, vollkommen stressfrei und ohne Probleme. So kam die Idee auf, frühzeitig im Winter bereits die Flüge zu buchen. Die Tour im Jahr 2004 sollte aus Zeitgründen etwas kürzer als 2003 ausfallen. Die Zeit für die Hin- und Rückreise musste deshalb so kurz wie möglich ausfallen. Wir wählten einen Rundkurs über ca. 540 km, der uns nach Nizza zurückführen sollte. Als Höhenmeter wurden bei der Planung ca. 11500 errechnet.

Bei der Fluggesellschaft Germanwings schafften wir es nach einer langen Internetsitzung am PC bereits im November 2003 vier Flüge zu buchen. 138,- Euro pro Person incl. Fahrrad (50, -Euro für das Fahrrad) erschien uns für die Hin- und Rückreise ein durchaus akzeptabler Preis zu sein.

Der Teilnehmerkreis stand natürlich schon fest: Felix Föcker (16 Jahre), Willem Schulte (16 Jahre) sowie Burkhardt Klimke (47 Jahre) und ich, Georg Föcker (47 Jahre).

 

km,

 


 

 Anreise und Start in Nizza

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
22.07.2004 52 52 631 631 Camping Les Merveilles

 

Pünktlich um 07:00 Uhr geht es von zu Hause aus los. Es ist Ferienbeginn und wir befürchten in einen Stau zu geraten. Die Verkehrsdichte ist auf der A3 nach Köln zwar relativ hoch, wir kommen aber trotzdem frühzeitig am Flughafen an. In Ruhe wird das Gepäck abgeladen und der Pkw im Parkhaus 3 untergebracht. Während wir drei mit dem Pkw gefahren sind, reist Burkhardt mit dem Zug aus Dortmund an. Auch er trifft bereits um 09:00 Uhr pünktlich ein. Die Gepäckaufgabe geht zügig vonstatten, der Start verzögert sich aber aus einem uns unbekannten Grund um 25 Minuten.

Bis Nizza dauert der Flug etwa 1 Std. und 20 Minuten. Wir landen bereits um 13:00 Uhr. Dann das zunächst große Problem. Mir fehlt beim Gepäckempfang ein Gepäcksack, ausgerechnet der mit meinem Daunenschlafsack und der Isomatte. Während die drei ihre Fahrräder herrichten, begebe ich mich zur Gepäckreklamation und fülle das entsprechende Verlustformblatt aus. Die Dame an der Gepäckreklamation kann mir meinen Gepäcksack natürlich auch nicht herzaubern, sie hilft mir aber weiter, indem sie mir die Adresse eines Sportgeschäftes in Nizza gibt und den Weg dorthin ungefähr beschreibt. Kurze Zeit später sind wir startklar. Entlang der Promenade des Anglais fahren wir in Richtung Altstadt immer am Meer entlang. An einem großen Platz entdecken wir nach einstündiger Suche das Sportgeschäft „GO SPORT“. Dort kann ich mir eine Isomatte und einen Schlafsack zu einem einigermaßen akzeptablen Preis kaufen. Gleichzeitig decken wir uns mit Gaskartuschen ein. Während des Einkaufs flickt Burkhardt seinen Fahrradschlauch. Er war kurz vorher in der Innenstadt in eine Heftzwecke gefahren. Na ja, nicht unbedingt der gelungenste Start, aber ein größerer Fahrradschaden wäre viel schlimmer gewesen.

Jetzt kann es endlich losgehen. Zügigst verlassen wir mit Hilfe meines GPS-Empfängers die Innenstadt in Richtung Norden. Einige Kilometer hinter Nizza müssen wir eine unfreiwillige Pause einlegen. In einem Steinbruch werden Sprengungen durchgeführt.

Aus diesem Grund wurde die Straße kurzfristig gesperrt. Es dauert aber nicht sehr lange, so dass wir kurze Zeit später weitergewunken werden. Die Gorges de Vesubie sind landschaftlich einfach toll. Die Straße auf der anderen Schluchtseite liegt bestimmt über 100 m tiefer. Immer wieder genießen wir den Blick tief in die Schlucht und fotografieren.

Wegen der unglücklichen Zeitverzögerung in Nizza erreichen wir unseren Campingplatz in Lantosque erst um 20:45 Uhr, sind aber froh, draußen an einer Bar, die eigentlich schon geschlossen hatte, noch etwas zu trinken zu bekommen.

 

 

 

 

 


 

 Über den Col St. Martin nach Isola

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
23.07.2004 61 113 1.442 2.073 Camping Le Lac de Neiges

 

Um Punkt 09:00 Uhr starten wir am Campingplatz in Lantosque. Die beiden 16 jährigen sehen noch etwas müde aus, aber später sollten wir nun wirklich nicht losfahren. Kurz vor St. Martin de Vesubie bemerkt Willem, dass an seinem Fahrrad einige Speichen locker sind. Er kann noch fahren, ich befürchte aber, dass eine der Speichen reißen wird. In St. Martin Vesubie legen wir deshalb eine halbstündige Pause ein. Während die drei ihre Cola genießen, krame ich meinen Speichenschlüssel aus der Werkzeugtasche und zentriere das Rad so gut es eben ohne Zentrierständer geht. Kaum zu glauben, aber es hält den Rest der Tour.

Die 500 Höhenmeter bis zum Col St. Martin sind schnell geschafft, es ist allerdings sehr heiß unterwegs. Den Pass kenne ich ja schon vom Vorjahr. Oben trinken wir kurz etwas und fahren dann hinab um eine Picknickstelle zu suchen. Auf einer Wiese packen wir unseren Kocher aus und legen unsere Mittagspause ein. Nach Isola zieht sich die Straße noch ziemlich lang hin, so dass wir den Campingplatz erst um 18:30 Uhr erreichen. Dort können wir auch im Restaurant den Abend verbringen.

 

 

 


 

 Über den Col de Lombarde nach Italien

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
24.07.2004 37 150 1.479 3.552 Camping Il Castagneto

 

Pünktlich um 07:00 Uhr werden Burkhardt und ich auch ohne Wecker wach. Die beiden Jungs müssen wir etwas energischer wecken, sonst würden sie noch um 10:00 Uhr schlafen. Nach unserem gemeinsamen Frühstück fahren wir erst einmal in die Innenstadt von Isola. Der Campingplatz liegt etwa einen Kilometer ausserhalb. Dort decken wir uns mit Verpflegung für unterwegs ein. Direkt in Isola beginnt die Straße bereits mit einem sehr steilen 10-12% igen Anstieg. Ich würde mich lieber erst auf einem flacheren Stück warmfahren, aber so geht es eben gezwungenermaßen schneller.

Die Landschaft um uns herum ist einfach wunderschön. Immer wieder kleine Flüsse, die uns begleiten. Zwischendurch Picknickstellen, die am Wochenende stark belegt sind. Überall französischen Familien, die es sich mit ihren Picknickkörben gemütlich gemacht haben. An einer Stelle sehen wir eine Gruppe, die Holzkohle zwischen Steinen angehäuft hat und auf einem kleinen Rost ihre Würstchen grillt. Wir selber finden natürlich auch eine schöne Stelle am Fluss.

Einige Kilometer vor Isola 2000 wird die Straßenführung auf einer kurzen Schotterpiste an einem kleinen Tunnel vorbeigeführt. Der kleine Tunnel ist durch einen Lawine schwer zerstört worden. Die Stahlträger des Daches sind vollkommen weggeknickt. Aufgrund der Steigung schaffen wir es nicht schnell genug, die Schotterstrecke innerhalb einer Ampelphase zu durchfahren. Bereits auf dem letzten Drittel kommen uns Autos entgegen. Sie warten aber kurz, so dass wir wieder sicher auf den festen Straßenbelag gelangen. Isola 2000 ist absolut hässlich. Ein im Sommer fast unbewohnter Skiort, so gut wie alle Geschäfte sind geschlossen.

Zunächst finden wir noch nicht einmal eine geöffnete Restauration, nur einen Colaautomaten, aus dem wir einige Dosen ziehen können. Während wir durch den Ort schieben, sehe ich zwei Rennradfahrer, die in einem Gebäude verschwinden. Es handelt sich um einen Durchgang, der zu einer geöffneten Restauration führt. Dort bestellen wir uns erst einmal einen Cappuchino.

Hinter Isola 2000 wird die Straße immer schmaler. Überall Blumen und Murmeltiere. Kurz vor der Passhöhe sehe ich ein französisches Ehepaar mit einem kleinen 5 Monate alten Baby in der Wiese sitzen. Ich fotografiere sie und bieten ihnen an, dass Foto per Mail an ihre Adresse zu senden. Spontan entwickelt sich eine längere Unterhaltung auf englisch. Die Emailadresse schreibe ich in mein Tagebuch. Die beiden 16-jährigen starten einen Wettbewerb, wer die Passhöhe zuerst erreicht. Ich bremse sie allerdings ein wenig aus. Mir ist es wichtig, das allen Fahrer die gesamte Tour zu schaffen.

Auch die Abfahrt ist einfach herrlich, eine schmale Straßenführung, mehrere Flüsse und immer wieder kleine Seen, die tief unter uns zu sehen sind. Weit unten eng aneinanderliegende Kehren, die uns zur S21 führen. Über die S21 gelangen wir nach Vinadio. Dort entdecken die Jungs auch sofort den Hinweis zum Campingplatz. Der scheint zwar recht einfach zu sein, weiterfahren wollen wir aber auch nicht mehr, zumal wir morgen wieder in die entgegengesetzte Richtung fahren. Schon bei der Ankunft sehen wir die alten Festungsmauern von Vinadio.

Der Campingplatz liegt etwas tiefer. Mit dem Zeltaufbau müssen wir uns beeilen. Wir haben das Tarp kaum aufgebaut, fängt es stark an zu regnen. Der Regen lässt aber nach ca. 1 Std. nach, so dass wir uns in Ruhe in den Ort begeben können. In einer Pizzeria essen wir zu Abend. Danach schieben wir unsere Fahrräder noch etwas durch den alten Ortskern.

 

 

 

 


 

 Über den Col de Larche zum Fort de Tornoux

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
25.07.2004 48 198 1.048 4.600 Camping Le Planet

 

Der Campingplatz war nicht so toll in Vinadio. Frühmorgens werden wir schon durch lautes italienisches Frauengeplapper geweckt. Etwas zu frühstücken gibt es am Campingplatz nicht. Wir kurbeln die steilen 60 Höhenmeter bis in den Ort hinauf und frühstücken vor der Bar/Pizzeria in der wir den gestrigen Abend verbracht haben. Kaum das wir sitzen, beginnt ein großes Spektakel. Große Gruppen an Rennradfahrern fahren mit Polizeibegleitung hinauf zum Col de Larche. Wir feuern sie kräftig an und warten darauf, dass sich der lang aufgestaute Autoverkehr auflöst. Auf dem ersten Stück zum Col de Larche ist noch ziemlich viel Verkehr, vielleicht aber nur wegen des Radrennens. Danach wird es erheblich ruhiger.

Während wir uns so gemächlich weiter hinaufkurbeln, reißt mein Schaltungszug am Fahrrad. Anscheinend verfolgen uns in diesem Jahr die Pannen. Für solche Schäden sind wir natürlich gerüstet. Einen Reserveschaltzug haben wir immer mit, binnen 10 Minuten ist er eingebaut. Die Schaltung ist zwar noch nicht 100% eingestellt, ich kann aber problemlos weiterfahren.

An einem Fluss entdecken wir eine Stelle, an der auch mehrere Autos stehen. Wieder eine Stelle, die von den Einheimischen genutzt wird, um am Wochenende auszuspannen. Wir halten uns etwas abseits, um deren Ruhe nicht zu stören und packen unseren Kocher aus. Die Schuhe ausgezogen, nutzen wir die Gelegenheit um unsere Füße zu kühlen. Übrigens haben wir wieder traumhaftes Wetter, die Regenwolken vom gestrigen Abend sind vollkommen weggezogen.

Kurz vor der Passhöhe fahren wir an einem größeren See vorbei, er liegt links von uns. Auf der gegenüberliegenden Seite ein Restaurant, vor dem viele Motorräder stehen. Wir fahren an der Restauration vorbei, in der Hoffnung, oben auf der Passhöhe auch etwas zu trinken zu bekommen. Dort befindet sich aber nur ein altes Gebäude und das Passschild. Wir fahren deshalb die 40 Höhenmeter wieder zurück. Schließlich haben wir uns die Pause verdient.

Hinter der Passhöhe geht es steil hinab zum Fort de Tornoux. Auf dem Campingplatz direkt am Fort de Tornoux haben Burkhardt und ich bereits 1998 übernachtet. Auf der Abfahrt gibt es immer wieder lange gerade Stücke, auf denen das Tempo ohne zu bremsen erheblich zunehmen würde. Aufgrund der Tatsache, dass ich der Ansicht bin, dass wir zu eng aufeinander fahren, halten wir kurz an. Meine Empfehlung seitlich versetzt zu fahren, bringt erheblich mehr Sicherheit in die Gruppe. Schaut man einmal zur Seite um die Landschaft zu genießen, würde man beim direkten Hintereinanderfahren schnell miteinander kollidieren. Der seitliche Versatz trägt erheblich zu Sicherheit bei.

Von oben ist das Fort de Tornoux früh zu sehen. Eine gigantische im Felsen angelegte militärische Anlage, die heute kaum mehr eine Bedeutung besitzt. In früheren Zeiten konnte der gesamte Talkessel von der Anlage aus kontrolliert werden. Das Fort dürfte militärisch sehr wichtig gewesen sein, da es sehr nah an der italienischen Grenze liegt. Am direkt unter dem Fort gelegenen Campingplatz gibt es die Restauration von 1998 nicht mehr. Man empfiehlt uns den 1 km nach Condamine Chatelard zu fahren. In der dortigen Pizzeria haben wir am Abend sehr viel Spaß. Wir können verschiedene Pizzadurchmesser bestellen. Wir bestellen natürlich große Pizzen mit 40 cm Durchmesser. In Condamine Chatelard befindet sich auch der Abzweig zum Col de Parpaillon, einen Pass, den wir morgen ohne Gepäck in Angriff nehmen wollen. Wir müssen also morgen früh kein Zelt abbauen.

 

 

 

 


 

 Auf Schotterpisten zum Tunnel de Parpaillon (2.645 m)

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
26.07.2004 22 220 1.378 5.978 Camping Le Planet

 

Wir lassen es morgens ruhig angehen, schließlich müssen wir kaum etwas packen, um zum Col de Parpaillon (2645 m) zu starten. Um 10:15 Uhr geht es los. An unserem Restaurant in Condamine Chatelard rechts abgebogen, geht es zunächst noch über eine geteerte Straße hinauf nach St. Anne. Ein Stück weiter an einer kleinen Kapelle mit einem Brunnen endet der Teerbelag.

Ab hier geht es in die Knochen ! Wir ahnen noch nicht, dass sich die Straßenverhältnisse bis in 2645m Höhe nicht mehr ändern werden. Zwischendurch immer mal etwas besser, gibt man die Hoffnung zwar nicht auf, man wird aber kurze Zeit später durch grobe Schotterstrecken wieder eines Besseren belehrt.

Fahrtechnisch schwierig zeigt sich die Strecke bis zur Hütte Cabane. Die Rastpedalen nutzen wir nicht, um uns schneller am Boden abstützen zu können, wenn wir das Gleichgewicht verlieren. Die Hütte Cabane liegt in 2040 m Höhe direkt in Höhe der Baumgrenze. Dort trinken wir erst einmal jeder eine Cola für den in Frankreich fast durchgängigen Preis von 2,50 Euro. Ich finde, dass der Preis für 0,33 Liter Cola ziemlich hoch ist. Aber wir können ohnehin nichts daran ändern.

Burkhardt entscheidet sich kurzfristig, sein Fahrrad an der Hütte stehen zu lassen und die letzten 600 Höhenmeter hinaufzulaufen.  Für einen Marathonläufer keine ungewöhnliche Entscheidung. Kurze Zeit darauf müssen wir feststellen, dass er erheblich schneller unterwegs ist als wir. Bei der Abfahrt wird es sicherlich anders sein. In 2300 Metern Höhe legen wir unsere Mittagspause ein. Diesmal wird eine Spargelcremesuppe gekocht. Um uns herum hören wir immer wieder das Piepen der Murmeltiere.

An einzelnen Stellen ist der Schotter so grob, dass wir teilweise schieben müssen. Die Gefahr zu stürzen, ist viel zu hoch. Immer wieder ein Rückblick auf die gewaltige Straßenführung und die umgebenden Berge. Ca. 200 Höhenmeter unterhalb der Passhöhe treffen wir auf eine größere Schafherde.

Ein allradgetriebenes Fahrzeug steht am Straßenrand, links vom Fahrzeug liegt ein Hund. Während Willem am Fahrzeug vorbeifährt, gibt er einen Kommentar über den etwas abgemagerten Hund ab. Die Hundebesitzerin, die im Auto sitzt, ist Schweizerin und versteht hervorragend Deutsch. Die Schimpftiraden, die Willem über sich ergehen lassen muss enden, als sie bemerkt das noch ein Erwachsener folgt.

Kurz darauf erreichen wir den Tunnel de Parpaillon (2645 m). Oben treffen wir zwei Holländer, die mit Gepäck den Pass hinaufgefahren sind und den Tunnel durchqueren wollen. Sie sind mit dem Gepäck zwei Stunden länger unterwegs gewesen als wir. Ich begleite sie noch mit meinem Fotoapparat ein kurzes Stück in den 500 m langen schnurgeraden Tunnel hinein, dann sind sie verschwunden. Am Ende des Tunnels kann man einen winzigen Lichtpunkt ausmachen. Unsere Fahrräder schieben wir noch oben auf den Tunnel, um ein Foto zu machen. Danach fahren wir dieselbe Strecke zurück. Die Abfahrt wird eine Tortur für unsere Handgelenke. Wir sind zwar wesentlich schneller unterwegs als bei der Auffahrt, halten aber immer wieder an, um auf Burkhardt zu warten, der die Strecke ja wieder zurücklaufen muss. Auf der Terrasse der Hütte Cabane setzen wir uns noch einmal hin und trinken etwas. Bis Burkhardt erscheint, vergehen nur ein paar Minuten.

Auf dem Stück bis zur Capelle vor St. Anne halten wir mehrmals an, um unsere Handgelenke zu lockern. Die Fahrräder sind von dem Straßenstaub so dreckig, dass man meinen könnte, wir wären durch eine Wüste gefahren. An der Kapelle nehmen wir die Radtaschen ab und werfen sie ins Brunnenwasser. Die Fahrräder bespritzen wir vom Brunnen aus, so dass wir sie einigermaßen sauber bekommen. Den Abend verbringen wir, wie den Abend zuvor, in der Pizzeria in Condamine Chatelard.

 

 

 

 


 

 Hinauf zum "höchsten" Alpenpass (Cime de la Bonette / 2.802 m)

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
27.07.2004 84 304 1.622 7.600 Camping Le Plan de Barcelonette

 

Ich hatte unsere 16 jährigen Mitfahrer schon vorgewarnt, der morgige Tag wird lang. Wir sollten früh starten, um nicht zu sehr in Zeitdruck zu geraten. Wir schaffen es doch tatsächlich um 08:30 Uhr auf dem Fahrrad zu sitzen, wir müssen zunächst nach Jausier in den Ort hinein, weil wir unbedingt Geld ziehen müssen. Im Ort finden wir an der Post auch den gewünschten Automaten. Während wir im Ort einkaufen, treffen wir auf eine Radlergruppe, die über den Col de Vars fahren wollen. Wir unterhalten uns nur kurz, weil wir alle weiterfahren wollen. Danach das Foto am Straßenabzweig zum Bonnette.

Die links sichtbare große Villa ist den Erwachsenen noch von 1998 in Erinnerung. Damals wurde im Reiseführer nach einer Erklärung gesucht, die auch gefunden wurde Vor einigen Jahrzehnten sind einige Franzosen nach Mexiko ausgewandert, sind dort zu Reichtum gekommen und anschließend nach Jausier zurückgekehrt. Den nachfolgenden Generationen haben sie dann ihre Villen hinterlassen. Vorbei an einem kleinen Ort mit einem außerhalb gelegenen Friedhof kurbeln wir uns in der ersten Stunde ca. 350 Höhenmeter hinauf.

Absolut ruhig, kein Auto weit und breit, geht es hinauf bis zur Restauration HALTE 2000. Schon 1998 haben wir hier eine Pause eingelegt und etwas getrunken. In den letzten 6 Jahren hat sich im Innern der Restauration nichts verändert. Die alte Holzbestuhlung, die Geschirrtruhe, alles an seinem alten Platz. Die Kehren bis zum Hochtal sind relativ schnell geschafft, nach ca. 1000 Höhenmeter legen wir dort unsere größere Pause ein. Wir fotografieren viel, zu idyllisch ist unser Pausenplatz.

Danach hat die Strecke es allerdings noch ziemlich in sich. Steil geht es hinauf in Richtung der alten Militärkasematten. Die Militärkasematten liegen in etwa auf 2600 m Höhe. Die Luft wird für uns merklich dünner. So langsam sehnen wir uns den Blick auf den Bonnette herbei. Ich weis aber, dass er erst sehr spät zu sehen ist. Die Militärkasematten haben heute keine Bedeutung mehr, teilweise sind sie ohne Dach und werden auch nicht mehr unterhalten. Eine große Anzeigetafel weist auf die frühere Bedeutung hin. Die Soldaten müssen schon ziemlich hart im Nehmen gewesen sein, wenn sie hier oben den Winter verbracht haben.

Kurze Zeit später der absolute Motivationsschub, wir haben den ersten Blick auf den „Geröllkegel“ Cime de la Bonette“. Ich konnte 1998 schon nicht verstehen, warum man die Straße noch um den Geröllkegel des Cime de la Bonette herum gebaut hat. Nur um höher zu sein als der Col d’Iseran? Schließlich kann man doch vom Restefond de Bonnette aus bereits nach Nizza hinabfahren.

Die Hinweistafel am Restefond, die ich 1998 noch fotografiert habe, gibt es nicht mehr. Ein kurzes Stück vorher hatte ich unsere 16-jährigen Begleiter schon gewarnt. Teilt euch die Kräfte ein. Das letzte Stück der Fahrstrecke ist das Härteste. Um die 15% zieht sich der letzte Kilometer bis hinter den Geröllkegel hinauf. Ganz langsam immer gleichmäßig kurbeln (drücken) wir uns hinauf. Jetzt bloß kein Kettenriss denke ich noch, man würde sofort auf die Seite fallen, weil das Fahrrad sofort keine Geschwindigkeit mehr besitzt. Willem ist als erster oben, ich folge ihm, dann Felix und Burkhardt. Wir haben es alle geschafft. 2802m hoch stehen wir vor dem uns so bekannten Gedenkstein. Die 16-jährigen sind sichtlich und zu Recht stolz. Wer fährt schon mit 16 Jahren auf den höchsten Alpenpass und dazu noch mit 30 kg Gepäck?

Die Holzhütte, die oben am Bonette 1998 noch stand, gibt es nicht mehr. Keine Möglichkeit sich einen Kaffee oder sonstiges zu trinken. Wir halten uns deshalb auch nicht lange oben auf und fahren das kurze Stück zurück bis zu dem Straßenabzweig nach Bayasse. Bei der Straßenführung nach Bayasse handelt es sich um eine Schotterstrecker die unterhalb des Bonette in westlicher Richtung zum Col de Cayolle führt. Wir wollen allerdings nicht zum Col de Cayolle, sondern von Bayasse aus durch die Gorges de Bachelard hinab nach Barcellonette, unserem heutigen Zielort. Da ich die Routenführung in meinem GPS-Empfänger gespeichert habe, können wir den Abzweig nicht verpassen. Er zeigt mit einer Abweichung von 6 m unsere genaue Position an. Am Anfang sieht die Strecke noch einigermaßen passabel aus, sie wechselt dann aber ziemlich schnell in einen katastrophalen Zustand über, der schon ein wenig mürbe macht. Man muss ständig aufpassen, nicht zu stürzen.

Nach ca. 10 km Rütteltour und vom Bremsen schmerzenden Händen erreichen wir Bayasse und unsere Routenführung von 2002. Die Strecke durch die Gorges de Bachelard sind wir damals hinaufgefahren zum Col de Cayolle (siehe Bericht 2002). In der Restauration in Bayasse legen wir eine größere Pause ein. Es handelt sich eher um eine große Hütte eines Wandervereins. Überall liegen Prospekte über den Nationalparc Mercantour aus. Ein Prospekt der originalen „Routes des Grandes Alpes“ stecke ich mir für zu Hause ein.

Die Abfahrt durch die Gorges de Bachelard können wir aufgrund der fortgeschrittenen Zeit nur noch zum Teil genießen. Es ist zwar noch hell, die Sonne scheint aber nicht mehr tief genug in die Schlucht hinein, um die entsprechende optische Wirkung in der Schlucht zu erzielen. Wir haben auch alle Hunger und fahren zügig bis zum Campingplatz durch. Um 19:00 Uhr erreichen wir ihn, also noch rechtzeitig um den Abend im Restaurant zu genießen.

WAS FÜR EIN TAG ???

 

 

 

 


 

 Über den Cl d´Allos zur Festung in Colmars

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
28.07.2004 45 349 1.115 8.715 Camping Le Haut Verdon

 

Der vorherige Tag zum Bonette hat dafür gesorgt, dass wir alle fest bis um 07:30 Uhr durchschlafen. Da wir abends vorher ohnehin nichts mehr eingekauft haben, packen wir zügig unsere Sachen und begeben uns nach vorne zum Restaurant. Burckhard, der schon wegen der Möglichkeit zu telefonieren mit dem Campingplatzbesitzer gesprochen hat, konnte ihn überreden, uns ein Frühstück zu machen, obwohl er am heutigen Tag eigentlich geschlossen hat.

Nach dem Frühstück begeben wir uns zunächst in den Ort Barcellonette, um unsere Einkäufe zu tätigen. Ziemlich zentral im Ort gibt es einen großen „Champion“-Supermarkt. Um 10:00 Uhr kommen wir wieder an unserem Campingplatz vorbei, um zum Col d’ Allos zu fahren. Der Anstieg gewährt uns einen tiefen Blick in die Gorges de Bachelard. Die Straße windet sich am Felsen entlang durch die Gorges de la Malune bis hinauf an die Baumgrenze. Danach geht es über mehrere Kehren durch Wiesen hinauf zur Passhöhe.

Oben auf der Passhöhe (wir haben 13:30 Uhr) gibt es eine Holzhütte mit Tischen und Stühlen davor, d.h. mit Bewirtung. Wir trinken allerdings nur eine Cola, um anschließend auf der Wiese neben dem Passschild unsere Suppe zu kochen. Jetzt stehe ich schon zum zweiten Mal hier oben. Im letzten Jahr bin ich den Pass allerdings in entgegengesetzter Richtung hinaufgefahren.

Schnell gelangen wir hinab in den Skiort „La Foux de Allos“. Zwischendurch halten wir immer wieder an, um zu fotografieren. Irgendwie bin ich ein wenig irritiert. Das riesengroße baufällige Gebäude, dass ich im letzten Jahr noch als Schandfleck in der Landschaft registriert habe, gibt es nicht mehr. Es wurde vollständig abgerissen. Ich brauche einige Zeit, um die Stelle zu entdecken, wo das Gebäude mal gestanden hat. Einige Schuttreste sind noch zu sehen. Die Abfahrt bis Colmars ist weniger schön, sie zieht sich lang hin, bis man von oben die alte Festung von Colmars sieht.

Den Campingplatz in Villars Colmars, direkt am Verdon gelegen, finde ich schnell wieder. Die Campingplatzbesitzerin erkennt mich sogar vom Vorjahr her wieder. Den Nachmittag verbringen wir am Pool und genießen die freien Stunden. Abends spielen Felix und Willem im Restaurant Schach, während wir gemütlich unser Bier schlürfen.

 

 

 

 


 

 Über den Col de Champs und durch die Gorges de Daluis

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
29.07.2004 78 426 835 9.550 Camping Le Broc

 

Wie schon fast üblich, geht es wieder um 09:00 Uhr los. Vorher unser etwas spärliches Frühstück, bestehend aus Baguette mit Honig und Kaffee. Schnell haben wir das kurze gerade Stück Straße bis Colmars gefahren. Im Proxy-Einkaufsmarkt tätigen wir unsere Einkäufe.

Hinter der alten Festungsanlage biegt die Straße ab zum Col de Champs. Wir erschrecken, weil die Straße sofort auf ca. 16% ansteigt, allerdings nur ein sehr kurzes Stück. Danach führt die Straße mit durchschnittlich 8% durch den Wald hinauf bis zur Ratory-Skistation, die in 1700 Metern Höhe liegt. Vor der Station genießen wir unseren Kaffee. Kurz vor der Passhöhe wird der Felsen fast schwarz.

Bereits um kurz nach 12:00 Uhr kommen wir oben an und suchen uns eine geeignete Stelle für unser Picknick. Während wir essen, hält oben am Passschild ein Mercedes Cabrio an. Ein älteres deutsches Ehepaar bestaunt unsere Fahrräder. Ich gehe die paar Meter hinauf und unterhalte mich eine ganze Zeit mit ihnen. Sie sind mit dem Cabrio auf der Route des Grandes Alpes unterwegs und sind begeistert über die Tatsache, dass wir mit unseren Fahrrädern hier über die Berge fahren. Ich sehe ihnen an, dass wenn sie noch etwas jünger wären, auch mit dem Fahrrad fahren würden. Ich selber bin erstaunt, wie sehr sie sich für den GPS-Empfänger interessieren. Sie lassen sich von mir fast alle Funktionen erklären.

Ebenfalls auf der Passhöhe noch ein deutscher Motorradfahrer, den wir eine Stunde später in St. Martin de Entraunes wiedertreffen. Die Abfahrt nach St. Martin de Entraunes geht rasend schnell. Wir müssen allerdings immer wieder auf die Querrillen achten, die für den Wasserabfluss in die Straße eingelassen wurden. Im Ort treffen wir in dem uns bekannten Bar/Restaurant den Motorradfahrer aus Freiburg wieder. Ich unterhalte mich ein wenig mit ihm. Im letzten Jahr habe ich hier morgens gesessen und darauf gewartet, dass die Bäckerei öffnet. 

Über Guillaumes fahren wir zügig hinab in die Gorges de Daluis. Vor zwei Jahren noch im Regen bestaunt, fahren wir bei strahlendem Sonnenschein durch die rostroten Felsentore. Immer wieder halten wir an, um einen Blick in die Schluchten zu werfen und zu fotografieren. 

In Entrevaux entdecken wir einen Campingplatz mit Badesee. Er liegt etwas abseits, westlich vor Entrevaux und nördlich der Straße nach Pudget de Thenier. Den restlichen Nachmittag verbringen wir im Badesee und genießen die freien Stunden. Die Auswahl an Gerichten ist hier zwar sehr beschränkt, wir beschließen aber trotzdem, den Abend am Campingplatz zu verbringen. Der Campingplatz ist übrigens fest in holländischer Hand.

 

 

 

 

 


 

 Die letzten 90 km bis Vence über den Col St. Raphael und Col de Vence

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
30.07.2004 90 516 1.114 11.140 Camping Dom. de la Bergerie

  

Wir müssen unseren Anfahrtsweg zum Campingplatz, der nur bergab ging, nicht zurückfahren, sondern können auf einer schmalen Schotterstrecke nach Entrevaux fahren. Den Ort erreichen wir durch das Stadttor, welches auf der nördlichen Flussseite liegt. Er besitzt mittelalterliche Stadtmauern und eine Zugbrücke, über die wir in den Ort gelangen.

Im alten Stadtkern finden wir auch einen Supermarkt, indem wir unsere Einkäufe tätigen. Da wir wieder Bargeld benötigen, fragen wir die Verkäuferin nach einer Bank. Sie erklärt uns, dass es in Entrevaux keine Bank gibt. Wir sollten uns aber kein Sorgen machen, weil sie uns Geld aus ihrer Kasse geben könnte. Wir müssten ihr halt nur unsere VISA-Karten zur Verfügung stellen. Wir finden das einfach klasse, die Bank im Minisupermarkt!

Danach geht es mit leichtem Gefälle und Rückenwind mit 35 km/h nach Pudget des Thenier bis zum Straßenabzweig zum Col St. Raphael. Nach 1 ½ Stunden sind wir bereit oben auf dem Col St. Raphael. Nach den Höhenmetern der vergangenen Tage kann uns ein so kleiner Pass auch nicht mehr erschrecken. Felix hat allerdings Kopfschmerzen bekommen und ich mache mir etwas Sorgen um ihn.

Zum Süppchenkochen ist es auf der Passhöhe des Col St. Raphael noch zu früh, deshalb fahren wir weiter bis Sigale. Der Ort ist sehr klein, und besitzt einen gewissen mittelalterlichen Charme. Vor der Mairie stehen mehrer Bänke direkt neben einem mittelalterlichen Brunnen, der ideale Platz für unsere Mittagspause. Die Dorfbewohner die an uns vorbeigehen, oder die aus der Mairie kommen sind sehr freundlich, teilweise sogar begeistert darüber, mit welch einfachen Mitteln wir ein Mittagessen zaubern. Burkhardt ist unser Spezialist dafür: Wozu Öl für den Salat kaufen, der ohnehin in den Fahrradtaschen schlecht wird, wenn es Thunfisch in Öl gibt. Die Pause kommt für uns alle zum richtigen Zeitpunkt.

Etwas erholt geht es hinab nach Roquesteron. Der Ort liegt ziemlich tief, so dass wir zum Col de Vence noch einige Kilometer hinauf zu fahren haben. Zwischendurch haben wir einen kleinen Unfall, allerdings nicht mit dem Fahrrad. Felix und Willem, mussten sich an einem Brunnen in ihrem jugendlichen Leichtsinn unbedingt mit Wasser bespritzen, ohne darauf zu achten, dass es hinter dem Brunnen eine 4-stufige Treppe gab. Felix stürzt die vier Stufen hinab, kann sich aber noch entsprechend abrollen, so dass ihm nicht viel passiert. Abschürfungen an der Hand und am Knie sind die Folge. Glücklicherweise kein Bruch. Nach dem Schrecken waschen wir erst einmal die Wunden aus. Danach geht es Felix etwas besser.

Die Anfahrt zum Col de Vence ist relativ leicht zu befahren, weil es zwischendurch immer wieder Strecken mit konstant bleibender Höhe gibt. Als wir oben ankommen sind, sind wir aber alle froh, dass es jetzt nur noch bergab geht. Nach 89 km und 1400 Höhenmetern mit Gepäck und 37 Grad im Schatten zu verstehen. Der Campingplatz in Vence liegt auf dem Weg nach Tourettes surLoup, an dem Platz müssen wir schon 1998 vorbeigefahren sein. Felix ist aufgrund seiner anhaltenden Kopfschmerzen ziemlich fertig. Er bittet mich für ihn das Zelt aufzubauen, natürlich kein Problem.

Den Abend verbringen wir im Campingplatzrestaurant. Felix kommt etwas später, er hat eine Stunde geschlafen. Seine Kopfschmerzen haben erfreulicherweise nachgelassen. Jetzt ist unser Dreamteam 2004 wieder komplett.

 

 

 

 


 

 Die Rückreise und Nachbetrachtung

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
31.07.2004 20 536 0 11.140 keine, da Rückflug

 

Vom Campingplatz in Vence hinab bis nach Nizza sind es nur 20 km bergab und dennoch kommen wir in unserer „normalen Kleidung“ aufgrund der Hitze gehörig ins Schwitzen. Wir wählen ein kleine Nebenstraße hinab, die uns direkt von Norden her kommend zum großen Parkplatz vor St. Paul Vence führt. Hier haben wir im Familienurlaub bereits mehrmals geparkt, um das mittelalterliche Örtchen St.Paul zu besichtigen. Wir erreichen den Flugplatz pünktlich um 11:00 Uhr also 2 Std. vor dem Abflug. Bei der Abfertigung des Gepäcks treffe ich einen Arbeitskollegen, der ebenfalls mit uns nach Köln fliegt. Wir hatten uns allerdings vorher schon darüber unterhalten und wussten, dass wir gemeinsam nach Köln fliegen würden.

Unser Flug hat wie auf dem Hinflug eine halbe Stunde Verspätung. In Köln fahre ich allein mit dem Taxi zum Parkhaus 3, um unser Auto zu holen. Burkhardt hatte sich vorher schon verabschiedet, um mit dem Zug nach Dortmund zurückzureisen. Felix und Willem warten mit dem gesamten Gepäck vor dem Abfertigungsschalter. Die Fahrräder sind schnell auf dem Dach befestigt und das Gepäck im Kofferraum des Opel Zafira verstaut. Um 17:00 Uhr erreichen wir unser zu Hause in Dorsten.

Nachbetrachtung:
Die Tour insgesamt war ein tolles, mit landschaftlich neuen Eindrücken gespicktes Erlebnis. Im Team hatten alle zwischenmenschlichen Beziehungen wunderbar harmoniert.

Die Erfahrung „Transport der Fahrräder mit dem Flugzeug“ im Gegensatz zum Vorjahr weniger. Nicht nur wegen des fehlenden Gepäckstückes auf der Hinreise, sondern auch wegen der Behandlung der Fahrräder in Nizza. Im Gegensatz zum Flughafen in Köln wurden die Fahrräder in Nizza beim Transport zum Flugzeug einfach oben auf die Koffer geworfen. Wenn sie während der Fahrt zum Flugzeug vom Hänger herunterfielen störte das auch Niemanden. Sie wurden einfach wieder aufeinander geworfen. Die Transportaufkleber wurden auf den Rahmen geklebt. Zu Hause habe ich in mühevoller Kleinarbeit alle vorsichtig wieder ablösen müssen. Burkhardts Fahrrad kam in Köln mit danebenhängendem Vorbau an. Ein Mitarbeiter des Flughafens Köln hielt ihn wenigsten so nah am Steuerkopf fest, dass nicht viel passieren konnte. Kein Zug war beschädigt. Insgesamt betrachtet war die Sorgfalt, mit der unsere Fahrräder behandelt wurden, in Köln erheblich höher als in Nizza. In Nizza wurden uns die Fahrräder über das normale Gepäckband übergeben, obwohl diese nur diagonal durch die Öffnung passten. In Köln durch eine normale Tür, wo uns die Fahrräder einzeln vorsichtig übergeben wurden.