Nationalfeiertag der Franzosen

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
14.07.2003 92 751 1.508 17.141 Camping La Municipale

 

Ich ahne ja noch nicht was mir an diesem Tag so alles bevorsteht, aber schon morgens in Albertville habe ich Schwierigkeiten ein geöffnetes Geschäft zu finden. Es ist halt Nationalfeiertag. Ein kleines geöffnetes Geschäft finde ich dann doch noch, um mich mit allem Notwendigen einzudecken. Die Strasse zum Col de Tamie ist nur ein Sträßchen und zum Teil schlecht ausgeschildert. Bei Faverges verfahre ich mich kurz. Als ich es bemerke, muss ich wieder 70 m hinauf, um den richtigen Weg zum Col de Tamie zu fahren. Beide Pässe der Col de Tamie und der Col de Marais sind relativ leicht zu befahren.

Ich komme also zügig voran. Ab Thones dann in Richtung St. Jean de Sixt nerviger anhaltender Autoverkehr. Die Straße würde ich nicht mehr in die Routenplanung aufnehmen. In St. Jean de Sixt lege ich eine größere Pause ein. Draußen vor der Bar komme ich in ein Gespräch mit einem etwa 55 Jahre alten Ehepaar. Sie kommen aus Genf und befragen mich über meine Tour.

Danach geht es mit mäßigem Gefälle hinab durch das Petit Bornand nach Bonneville. Hier möchte ich eigentlich nach den bereits gefahrenen 75 km und 1500 Höhenmetern übernachten. Den in der Michelinkarte eingezeichneten Campingplatz gibt es in Bonneville nicht. Auch mehrmaliges Fragen hilft nicht weiter. In der Hoffung, vielleicht ein Hotel zu finden, fahre ich in die Ortsmitte. Die Franzosen nehmen es mit dem Nationalfeiertag genau, alles ist geschlossen, Hotels, Supermärkte, kleiner Geschäfte, einfach Alles. Es soll noch schlimmer kommen. Ich habe zwar morgens 3 Liter Wasser gekauft, aber bei 38 Grad im Schatten reichen die 3 Liter bei Weitem nicht aus. Selbst einen Brunnen finde ich nicht. Das Einzige, was mir übrig bleibt, ist die nächst größere Stadt anzusteuern und das ist Annemasse. Kilometer weiter, ich bin schon ziemlich ausgetrocknet, frage ich an einer geschlossenen Bar einen Mann, der gerade in sein Auto steigen will nach einer Möglichkeit, meine Wasserflaschen aufzufüllen. Ich habe Glück, es ist der Barbesitzer. Er öffnet mir die Türen und zeigt mir im Gebäude einen Wasserhahn. Die erste Flasche trinke ich in einem Zug leer. In Annemasse bin ich zum ersten Mal auf meiner Tour etwas angeschlagen. So entscheide ich mich mit dem Zug von Annemasse nach Thonon les Bains zu fahren. Um 18:15 Uhr erreiche ich den Ort, finde auch ziemlich schnell den etwas außerhalb liegenden Campingplatz. Das Tacho zeigt 100 km und 1508 Höhenmeter an. Abends fühle ich mich zum ersten Mal richtig müde. Ebenfalls zum ersten Male innerhalb von 10 Jahren Alpenradtouren bekomme ich nachts lang anhaltende Krämpfe. Der Wassermangel und etwas zu wenig Nahrungsaufnahme werden wohl die Gründe dafür sein. Am Morgen darauf bin ich aber wieder top fit.