Durch den "Parc National du Mercantour"

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
06.07.2003 95 188 2.228 4.639 Camping Le Prieure

 

Mit Blick auf die Planung steht heute ein gewaltiges Programm an, drei relativ unbekannte Pässe, die jedoch in ihrer Straßenführung einmalig sind. Der Col St. Martin (1500 m), der Col de Couillole (1678 m) sowie der Croix de Valberg (1673 m). Alles in allem 2228 Höhenmeter und 95 Kilometer. In Anbetracht des Tagespensums ist es nachvollziehbar, dass ich bereits um 07:15 Uhr auf dem Fahrrad sitze. Die Wasserflaschen gefüllt, geht es zügig hinauf zum Col St. Martin.

Bereits um 09:00 Uhr Morgen ist die Passhöhe erreicht. Oben in einer Restauration werde ich, man spricht tatsächlich deutsch, über meine weitere Route befragt. Auf der Abfahrt immer wieder Ausblicke tief hinein in das Tinee-Tal, durch das wir 1998 nach Nizza hinab gefahren sind. In Saint-Sauveur-sur-Tinée wird zum zweiten Mal gefrühstückt und eingekauft. Wasser habe ich noch genug, aber ein Baguette und etwas Käse für unterwegs müssen schon sein.Die Streckenführung, die nun kommt ist ziemlich spektakulär. Durch einen langgezogenen Felskessel mit vielen Kehren zieht sich die Straße in Richtung Roubion hinauf. Der Ort ist schon 600 m tiefer oben am Fels zu erkennen.

Ab Roubion sind es noch ca. 300 Höhenmeter bis zur Passhöhe. So eilig habe ich es aber nicht. Eine kleine Pause gönne ich mir. In der Restauration in Roubion beginnt der Wirt mit mir ein Gespräch. Er stammt aus dem Elsaß und spricht fast wie selbstverständlich sofort in deutscher Sprache. Wo ich denn herkomme, wohin ich noch hinfahre, wo er früher gewohnt hat usw., halt das übliche lockere Gespräch. Danach fahre ich zügig zum Col de Couillole hinauf. Die 1700 Hm merke ich in den Beinen schon, deshalb bin ich froh, bereits um 14:00 Uhr oben anzukommen. Zeit habe ich  aufgrund des frühen Starts heute genug.

Der Croix de Valberg ist mit einem „normalen“ Paß nicht zu vergleichen. Üblicherweise findet man auf den Pässen in der Regel eine Restauration, am Valberg Rummel pur. Die Restaurationen und Bars reihen sich aneinander, eher ein Skiort als ein Pass. In der Mitte des Ortes befindet sich eine überdachte Stelle mit Bänken. Hier wird erst einmal eine Suppe gekocht. Danach geht es mir schon viel besser.

Nach der Abfahrt bis Guillaumes geht es noch etwa 200 Meter hinauf bis nach Saint-Martin-d'Entraunes. Die Strecke zieht sich allerdings ziemlich hin, vielleicht liegt es auch an der bei mir langsam aufkommenden Müdigkeit. Der Campingplatz „Le Prieure“ liegt etwas abseits vom Ort, man muss frühzeitig rechts von der Straße abbiegen, um dann noch etwa 40 Höhenmeter hinauf zu fahren. Der Platz hat mir allerdings gut gefallen. Da ich bereit um 17:30 Uhr ankomme, habe ich auch noch Zeit, in den kleinen Pool zu springen. Na ja, über 2200 Höhenmeter und 95 km waren das heute.