Zum Stausee am Col de Mont Cenis

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
11.07.2003 40 516 1.600 12.858 Camping Municipale

 

Im Hotel Napoleon kann ich bereits um 07:00 Uhr frühstücken. Gestern noch ein wenig verärgert über den Hotelpreis von 65,- Euro, genieße ich heute Morgen in Ruhe das Frühstück. Vielleicht lag es an der Hotelübernachtung, genau weis ich es nicht, aber ich finde heute Morgen sehr schnell meinen Fahrrythmus. In der ersten Stunde bereits 500 Höhenmeter. Rein rechnerisch wäre ich dann schon um 12:00 Uhr oben auf der Passhöhe. Aber wozu eilen, wenn ich doch genügend Zeit habe. Ich knipse erst einmal ein paar Fotos vom Rückblick auf Susa.

Auf der Karte nicht zu erkennen, gibt es doch immer wieder eine Möglichkeit sich etwas zu trinken zu kaufen. Je näher der Lac de Mont Cenis kommt, um so spektakulärer wird die Straßenführung. Während die Staumauer bereits kurz hinter dem kaum wahrzunehmenden Grenzübergang bereits zu erkennen ist, türmen sich mehrere Kehren auf. Optisch sieht es fast so aus, wie wenn sie die eigentliche Staumauer darstellen. Etwas abseits der Straße verläuft eine Trasse, einer ehemaligen Schmalspureisenbahn. Ein großes Schild wies bereits vor einem Kilometer darauf hin. Die Rampen vor der Staumauer und die sich am See langziehende Straßenführung sind der schönste Teil der Strecke. Am See entlang fahrend werden natürlich wieder einige Fotos gemacht. Kurz hinter dem See liegt der Col de Mont Cenis. Auch hier eine kleine Bar, vor der ich mich einige Zeit aufhalte.

Danach geht es steil hinab in Richtung Lanslebourg. Ich freue mich schon darauf, diesen Ort einmal bei strahlendem Sonnenschein kennenzulernen (1998 im Regen). Auf halber Strecke hinab entdecke ich eine Panoramatafel mit dem Hinweis auf die tief unten liegenden Orte Lanslebourg und Lanslevillard.

Der Blick ist schon toll. Weiter rechts sieht man die Straßenführung nach Bonneval sur Arc, die zum Col d’Iseran führt. Aber da will ich ja erst Morgen hin. Der Campingplatz befindet sich am westlichen Ortsrand. Die Rezeption ist zwar noch geschlossen weil ich zur Mittagszeit angekommen bin, aber an der Tür hängt ein Zettel mit dem Hinweis darauf, dass sie um 14:15 Uhr wieder besetzt ist. Na ja, die 15 Minuten sollten kein Problem darstellen. Pünktlich erscheint Madame, weist mir zügigst einen Platz zu und stellt mir auch eine Steckdose für mein Handy zur Verfügung. Also alles bestens. In der Ortsmitte habe ich einen tollen Blick auf den Glacier de Vanoise, einen gigantischen Gletscher.

Ich hoffe, dass das Wetter so bleibt, mein Traum den Col d’Iseran einmal bei gutem Wetter hinaufzufahren ginge dann morgen in Erfüllung. Wenn ich an die 0 Grad auf der Passhöhe 1998 denke, friere ich noch heute. Übrigens meine einzige Negativerfahrung seit Jahren in den Alpen. Direkt gegenüber dem Hotel Les Marmottes (Unterkunft 1998 wegen Regen) genehmige ich mir etwas zu essen.

Danach lege ich mich noch vor das Zelt. Das Flussgeräusch, die Kirchenglocken von Lanslebourg und sonst absolut kein Geräusch. Es ist schon toll in den Bergen. Um 20:30 Uhr (immer noch 20 Grad in 1400 m Höhe) kommen ein paar deutsche Motorradfahrer auf den Campingplatz. Die Rezeption (Municipal) ist natürlich nicht mehr besetzt. Da sie kein Zelt dabei haben (großes ?) möchten sie auf dem Stückchen Rasen hinter meinem Zelt auf Isomatten übernachten. Mir ist es egal, das Wetter ist ja o.k. Den Gesprächen zuzuhören ist schon irgendwie interessant. Der eine erzählt seiner Familie über Handy er wäre in Val d’Isere, obwohl zwischen Val d’Isere und Lanslebourg der Col d’Iseran liegt, na ja mir soll es gleich sein. Ein zweiter Motorradfahrer erzählt er wäre über den Col d’Izoard gefahren der noch südlich von Lanslebourg liegt. Irgendwie alles etwas eigenartig, wenn man bedenkt, das sie innerhalb eines Tages von Bayern aus nach Nizza durchfahren wollten, weil dort ihr gemietetes Segelschiff wartet. Mein Tip: Entweder man fährt in Ruhe durch die Alpen und genießt die Landschaft oder man segelt von Nizza aus durchs Mittelmeer, aber bitte nicht beides innerhalb einer Woche.