Durch die Gorges de Nesque nach Villes sur Auzon

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
14.07.2002 75 975 1.000 18.900 Camping

 

Morgens standen hoch oben einige Wolken am Himmel. Von Nordwesten her zogen dicke Wolken über den Mont Ventoux. Wir kauften noch ein Brot und Malaucene und fuhren anschließend über die D938 nach Süden. 3 km hinter Malaucene verließen wir die D938 und fuhren über die kleine D19 in Richtung Bedoin, quasi um den Mont Ventoux herum. Kurz vor Bedoin lagen zwei „nette Hunde“ auf der Fahrbahn. Wir befürchteten durchstarten zu müssen, mit dem Gepäck aber nicht so einfach. Als wir näher kamen, bemerkten wir aber, dass sie die Straße freimachten. In Bedoin gingen wir in ein Cafe und bestellten uns eine heiße Schokolade. Bedoin ist ein niedlicher kleiner Ort, der eine Ortsdurchfahrt mit dicken Platanen besitzt.

Bekannt ist der Ort natürlich auch dadurch, weil hier einige Male die Tour de France durchführte. Das Sträßchen nach Floissan war schnell gefunden. Links von uns sichtbar hatten wir den Mont Ventoux immer im Blick. In Floissan gab es ein kleines Straßenfest. Wir schoben unsere Räder zwischen den Verkaufsständen durch. Mehrere Male wurden wir von älteren Menschen auf unsere Räder angesprochen. Danach fuhren wir die 650 Höhenmeter hinauf zum Col N.D. Abeilles. Mit 996 m Höhe der letzte knapp tausender auf unserer großen Tour. Hinter der Abfahrt in Richtung Sault fanden wir dann die Straßeneinmündung der D942 in Richtung Gorges du Nesques. Wieder einmal kurbelten wir uns 100 m hinauf. Danach sahen wir nur noch herrliche Schluchten bis nach Villes sur Auzon. Nicht so spektakulär tief wie am Verdon aber dennoch toll anzusehen. Auffallend war, dass man den tief unten fließenden Fluss nie sehen konnte. Die Abgründe waren noch bis tief unten bewaldet. Durch mehrere kleine Felstore fuhren wir, bis sich die Schlucht weitete und den Blick auf Villes sur Auzon freigab.

Danach gab es zunächst ein Problem. Der am Ortseingang liegende Municipalplatz hatte keinen Stellplatz mehr frei. Wir fuhren selber den gesamten Platz ab, konnten aber kein freies geeignetes Fleckchen finden. Ein Holländer gab uns dann den Tipp, ein Stück weiterzufahren. In Villes sur Auzon sollte es noch einen Platz geben. Der zweite Platz lag direkt an der Straße nach Carpentras. Auch dieser Platz war voll belegt. Nach mehreren Bitten wurde uns aber doch noch geholfen. Wir durften auf dem Rasen einer nicht belegten Ferienwohnung (Maisson) unser Zelt aufschlagen. Hatten dadurch gleichzeitig auch eine Wäscheleine und Stühle und Tisch. Der Platz hatte auch einen Pool, den wir natürlich nach dem Duschen sofort nutzten. Im Verlauf des Tages hatte sich das Wetter erheblich gebessert. Die Sonne schien wieder gnadenlos auf unsere Köpfe herab.

Villes sur Auzon war als Ort weniger interessant. Bedoin hatte uns besser gefallen. Ein Highlight gab es dennoch. Von der Straße aus gesehen gab es eine kleine Bar mit einem vollkommen unscheinbaren Eingang. Als wir sie betraten, sahen wir, das die Bar hinten im Garten eine riesige Terasse und mehrere Boule-Felder besaß. Ca. 100 ältere Herren spielten in einer Art Wettbewerb gegeneinander um den Sieg Boule. Vorne auf der Terrasse stand ein Tisch an dem fleißig die Ergebnisse notiert wurden. Dem Treiben schauten wir eine ganze Zeit zu. Den Abend verbrachten wir im Campingplatzrestaurant. Wir waren angenehm überrascht über das Preis/Leistungsverhältnis.