Über den Col de Murs nach Fontaine de Vaucluse

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
15.07.2002 65 1.040 900 19.800 Camping

 

Nachts hatte es etwas geregnet. Als wir die Nase aus dem Zelt steckten sahen wir, dass die Wolken vom Mont Ventoux her kommend aufrissen. Wir gingen direkt ins Campingplatz-restaurant und bekamen dort ein tolles Frühstück serviert. Es war noch sehr ruhig auf dem Platz. Den Ort verliessen wir auf einer kleinen Straße in Richtung Methamis. Wir fuhren durch hügeliges Gelände durch Weinreben hindurch um einen kleinen Berg herum. Während wir Methamis links liegen liessen, trampelten wir weiter in Richtung Malemort. Vor Malemort bekamen wir einen riesigen Schrecken. Als wir an einem Firmengelände vorbeifuhren, sahen wir vor dem Tor eine riesige Dogge stehen, die uns nicht gerade freundlich anstarrte. Das Tor war geöffnet und eine Leine oder Kette weit und breit nicht zu sehen. Viel Zeit zum Nachdenken blieb nicht. Wir entschieden uns für eine langsame Vorbeifahrt. Das Verhalten war genau richtig. Schön rechts auf der Straßenseite bleiben, sie wird uns schon nichts tun waren meine Gedanken. Es klappte tatsächlich. Die Dogge blieb ruhig am Tor stehen. Wir hatten ihr Terrain nicht angetastet. Schnell wegzufahren hätte mit dem Gepäck ohnehin nicht funktioniert, zumal es auch noch leicht bergauf ging. Vorsichtig schauten wir uns immer wieder um. Der Hund blieb glücklicherweise stehen.

In Malemort gibt es ein schönes altes Stadttor zu sehen. Wir fotografierten es und fuhren weiter nach Venosque. Der Ort Venosque wurde wunderschön auf einem Felsen gebaut. Wir mußten zwar 50-60 m hoch fahren, aber das war es wert. Eine alte Kirche, deren Dach aus aufeinandergelegten Felplatten bestand, eine außenliegende Treppe, die zum Glockenturm hinaufführte waren toll anzusehen. Der Ort selbst wirkt sehr mittelalterlich mir Resten eines alten Chateaus. Hinter Venosque führte uns die Straße mit mässigem Anstieg hinauf zum Col de Murs (627 m) unserem letzten Pass auf unserer langen Fahrt. Die Straßenführung war wunderschön. Mitten durch eine kleine Schlucht führte sie an viele Picknickplätze vorbei. An einer Stelle kochten wir unser übliches Süppchen. Noch ein wenig hinauf und schon standen wir auf dem Col de Murs. Hinter dem Col de Murs gab es noch einmal eine kleine Talsenke, aus der wir wieder bis auf eine Höhe von 530 m hinauffahren mussten. Ein wirkliches Problem stellte der Anstieg aber kaum dar. Hinter Murs sausten wir hinab nach Gordes.

In Gordes kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ein tolles altes Chateau mit Museum, die mittelalterliche Häuser, die Hanglage, luden uns ein, dort einige Zeit zu verweilen. Danach wurde es Zeit weiter nach Fontaine de Vaucluse zu fahren. Über  hügeliges Terrain erreichten wir Fontaine de Vaucluse um 16:30 Uhr. Der Campingplatz war schnell gefunden. Eines nahmen wir sofort wahr, Touristenrummel pur. Mit Bussen wurde hier jeder herangekarrt, der noch gerade laufen konnte. Alle wollten sie die unterirdische Quelle sehen. Auch wir reihten uns ein in den gigantischen Strom an Menschen und wanderten zu der Quelle. Man läuft quasi durch einen langen Talkessel an einer ehemaligen Papierfabrik vorbei, bis man zu der Stelle kommt, wo unten der See zu sehen ist. Am Weg aufgereiht Souvenirladen an Souvenirladen. In Fontaine aßen wir am Abend eine Pizza, bevor wir uns aufmachten ein paar Stunden zu schlafen.

Etwas wehmütig dachte ich darüber nach, dass unsere Reise Morgen sein Ende nahm. Wir würden Morgen die 1100 km und 20000 Höhenmetermarke überschreiten. 900 Fotos hatte ich inzwischen mit meiner Digitalkamera gemacht.