Der "Toru de France - Klassiker" Col de la Madeleine

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
03.07.2002 48 249 1.700 5.800 Camping

 

Vom Col de Madeleine hatten wir einige Fernsehaufzeichnungen während einer Tour de France gesehen. Insofern nicht ganz fremd. Man muss ihn aber selber befahren haben um sich von der landschaftlich schönen Streckenführung  ein Bild machen zu können.

Am 03.07. starteten wir sehr früh um nicht Nachmittags in Zeitbedrängnis zu geraten. Vom Campingplatz in La Bathie bis zum eigentlichen Beginn des Anstiegs am Straßenabzweig in Feisson s-Iseré  waren es 11 km. Die paar Kilometer ließen sich im Morgendunst locker wegtrampeln. Vom Abzweig aus ging es auf einer schmalen Straßenführung über viele Kehren durch einen wunderbar schattigen Wald hinauf bis auf eine Höhe von 970 m. Dort befindet sich der Abzweig zum Ort Bonneval. Nach einer kurzen Abstimmung mit Burkhardt entschlossen wir uns die 70 Hm bis in den Ort hinaufzufahren. Der Abstecher ist auf jeden Fall zu empfehlen, will man den kleinen Ort mit den blumengeschmückten Fensterbänken kennen lernen. Im Ort befindet sich eine kleine Bar. Dort tranken wir erst einmal ein Cola und legten eine kurze Pause ein. Die auf unserer Karte angedeutete kleine Straße durch den Ort un gibt es nicht wirklich. So mussten wir dieselbe Straße wieder zurückfahren um zum Straßenabzweig zu gelangen. Was soll es! Nicht viel später durchfuhren wir den Ort La Thuile. Auch in Celliers ließ die Steigung kaum unter 10 % nach. Als wir in einer Bar in Celliers zum zweitenmal pausierten und unseren Kakao schlürften erreichte ein MTB-Fahrer den Ort. So schwergewichtig wie er ausschaute, war es nicht verwunderlich, dass er vollkommen fertig wirkte. Er war total außer Atem. Nach einer kurzen Verschnaufpause fuhr er dieselbe Strecke wieder zurück. Da ging wohl nichts mehr.

430 Hm unterhalb der Passhöhe gab es dann die wohlverdiente Mittagspause. Kurz vor der Passhöhe, wir freuen uns schon es fast geschafft zu haben, fängt es an zu tröpfeln. Ein Rückblick ins Tal aus dem wir hochgefahren sind ließ nichts Gutes erahnen. Schwarz wie die Nacht bedrohten uns die Wolken von unten. Mit tat der Engländer leid, mit dem ich kurz vor der Passhöhe noch einige Worte wechselte. Er fuhr in umgekehrter Richtung direkt in die Wolkenfront hinein. Oben angekommen zeigte mein Tacho Ciclo 414M eine bewältigte Höhenmeterdifferenz von 1681 m an. Es war 15:15 Uhr. Wir lagen gut in der Zeit und hatten unser Tagespensum ja schon bewältigt. Oben in der Restauration war es richtig warm und gemütlich. Zwei Tische weiter saßen drei Belgier, deren Fahrräder wir draußen schon gesehen hatten. Eine längere Unterhaltung kam aber nicht zustande, weil jeder mit sich selber beschäftigt war.

Ich schrieb einige Zeilen in mein Tagebuch, während Burkhardt Postkarten an die Familie schrieb. Auf der Abfahrt gerieten wir in Regen, zwar warm aber doch irgendwie ungemütlich. Den Campingplatz „Les Bois Joli“ in La Chambre gab es tatsächlich. Am Eingang standen hölzerne Asterix und Obelix-Figuren. Auf dem Platz gab es kleine Holzhütten, von denen tatsächlich eine frei war. Wir mussten unser Zelt nicht im Regen aufbauen. 15,-Euro für die Übernachtung in der Holzhütte war aus unserer Sicht nicht zu viel. Die einfache Einrichtung bestehend aus einem Doppelbett, zwei Stühlen, einem Tisch und einen Kühlschrank reichte uns vollkommen. Der Türeingang war 50 cm zu niedrig, so dass ich mir regelmäßig den Kopf stieß. Der Schlüssel für die Hütte war 15 cm lang. Im Campingplatzrestaurant signalisiertem wir den Koch ein „fame teribble“, was wohl soviel bedeuten sollte wie „schrecklichem Hunger“. Er brutzelte uns ein wunderschönes Steak, garniert mit Salat und Pommes Frites dabei. So ausgelaugt wie wir waren, war alles ruckzuck „verputzt“. Den Abend verbrachten wir bei einer gekühlten Flasche Wein auf der kleinen Veranda unserer Hütte. Die Stimmung war trotz des Regens prächtig.