Von Meran aus zum Timmelsjoch und zurück

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
24.08.1995 104 444 2.380 9.249 Camping Meran

 

Am Vorabend hatten wir bereits registriert, dass am Nachbarzelt Stühle standen, das Zelt aber nicht bewohnt war. So konnten wir unser Frühstück auf einem Tisch ausbreiten und uns für das anstehende Tagesprogramm stärken. Die längste und anstrengendste Etappe stand uns bevor. 104 km und 2380 Höhenmeter waren auf der Strecke zum Timmelsjoch zu bewältigen. Gerd hatte sich entschieden nicht mitzufahren und den Tag in Meran zu verbringen. Also machten wir vier uns nach dem ausgedehnten Frühstück auf den Weg nach St. Leonhard an den südlichen Fuß des Timmelsjochs. Im Passeiertal gibt es zwei bis drei kleinere Senken, ansonsten war die Strecke aber relativ leicht und verhältnismäßig ruhig zu befahren. Viele Autos waren morgens nicht unterwegs. In St. Leonhard konnten wir uns mit Wasser und Proviant eindecken um für den langen Anstieg genügend gerüstet zu sein. Nach dem Ortsausgang ein erste Foto

Viele Kilometer zog sich die Straße über Moos bis zu unserem Ziel hinauf. Zunächst noch relativ leicht zu befahren, nahm die Steigung zum Schluss immer mehr zu. Jeder fuhr seinen Rhythmus, wobei teilweise erhebliche Abstände entstanden. Da die Vorausfahrenden aber  immer wieder warteten, kam die Gruppe auf den ersten 20 Km letztendlich immer wieder zusammen.

Nicht weit vor der Passhöhe befindet sich ein unbeleuchteter Tunnel, der mir ein wenig zu denken gab. Ich wollte ihn einigermaßen gefahrlos durchfahren, stand vor dem Tunnel und überlegte wie mir das gelingen könnte. Die Fahrradbeleuchtung reichte ohnehin max. um evtl. noch gesehen zu werden, aber auf der feuchten Straße selber etwas sehen zu können, war mit der Minimalbeleuchtung nicht drin. Dann kam die „Rettung“. Ein Auto hielt auf dem kurz vor dem Tunnel befindlichen Parkplatz, die Gelegenheit sich Beleuchtungshilfe zu holen. Aus zwei Gründen wartete ich noch ab. Ersten wollte ich das Ehepaar nicht unter Druck setzen und mir möglicherweise dadurch eine Absage einfangen, zweitens hatte ich die Hoffnung, dass der Rest der Gruppe langsam vor dem Tunnelportal eintreffen würde. Dann ging alles plötzlich ziemlich schnell. Das Ehepaar ging zum Auto, meine Chance, sie anzusprechen. Netterweise waren sie sofort bereit im Tunnel hinter mir herzufahren um die Straße auszuleuchten. Leider war vom Rest der Radgruppe noch niemand zu sehen. Also ab durch den Tunnel und das letzte Stück bis zur Passhöhe hinauf! Die anderen würden auch ihren Weg finden dieses Stück zu meistern. Froh war ich, das Ziel erreicht zu haben, stand auf der Timmelsjochpasshöhe und wartete auf den Rest der Gruppe. Sie erreichten das Ziel nur wenig später, insofern war ich überrascht, dass ich sie vor dem Tunnelportal nicht mehr rechzeitig gesehen hatte um für alle die Beleuchtungshilfe zu organisieren.

Eines war erkennbar! Wir waren schon ziemlich geschafft, benötigten dringend eine Pause. Ich selber hatte mich auch ziemlich verausgabt. Die Pause in der Hütte auf der Passhöhe mit entsprechender Getränke und sonstiger Nahrungsaufnahme brachte aber alle Lebensgeister wieder zurück. Mein Dankeschön ging noch an das Ehepaar, welches mir den Weg durch den Tunnel erleichtert hatte. Danach sausten wir denselben Weg wieder zurück in Richtung Meran.

Das Erfolgserlebnis war für alle schon gewaltig gewesen. Die kleinen Anstiege im Passeiertal zwischen St. Leonhard und Meran auf dem Rückweg konnten kaum mehr ein Problem sein. Spät nachmittags kamen wir wieder in Meran an, alle glücklich den härtesten Tag geschafft zu haben. Für morgen war ein Pausentag für alle in Meran eingeplant. Den Abend konnten wir vollkommen relaxt angehen.