Die Meyer Werft in Papenburg und seit wann lassen sich Eisenbahnbrücken hochklappen?

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 20.06.2015  78 + 1  294  165  695  Camping Ems Marina Bingum

 

Die Highlights des Tages waren eindeutig die Meyer Werft in Papenburg, die ich mit meiner Frau vor wenigen Jahren schon mal besichtigt hatte und die klappbare Eisenbahnbrücke in Weener. Ansonsten verbrachte ich viele Kilometer auf dem Radweg ohne überhaupt einen Radfahrer oder Hundebesitzer zu sehen. Am Kanal entlang zu fahren wurde inzwischen etwas langweilig, insofern war ich dankbar für ein wenig Abwechslung.

An dem Morgen hatte ich Zeit! Bei 78 Tageskilometern sollte eine Ankunft noch vor 15:00 Uhr möglich sein. Nach dem Cafe verlies ich Haren und kurbelte mein Gespann weiter in Richtung Norden. Die Orte lagen alle etwas abseits, so dass ich von wenigen kurzen Pausen an Schleusen zügig voran kam. 

Am Deich entlang radelnd erreichte ich nach 51 km die Meyerwerft in Papenburg. Schon von weitem war die große Montagehalle vor mir liegend zu sehen. Auf einem großen Schotter-Parkplatz stand ein großer Bus und einige PKW. Die Gäste aus dem Bus standen draußen zusammen und tranken irgendeinen Likör oder Schnaps und Bier. Man bot mir auch einen Likör an, was ich aber in Anbetracht der noch zu radelnden Kilometer ablehnte. Nach ein paar Aufnahmen machte ich mich wieder auf dem Weg um mir ein wenig die Innenstadt von Leer anzusehen.

Vorher traf ich in Weener auf eine interessante Eisenbahnbrücke (Friesenbrücke). Die Brücke ist ein technisches Meisterwerk, die es ermöglicht, die Hälfte der Brücke hochzuklappen. So können die großen Schiffe der Meyerwerft ohne Probleme bis zum Meer fahren. Die Brücke ist 335 m lang und die längste Klappbrücke der Eisenbahn. Sie wurde bereits in den Jahren 1924 bis 1926 erbaut. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde sie in den Jahren 1950 und 1951 in gleicher Form wieder aufgebaut.

Bei der Ankunft in Leer radelte ich in Ruhe durch die Altstadt und staunte nicht schlecht, dass ein Teil der Innenstadt mit Flatterband gesperrt war. Eine Antwort auf die Frage, was dort los war bekam ich sehr schnell, als ich sah, dass Krankenhausbetten mit je einem Patienten im Bett um die Wette durch die Innenstadt geschoben wurden. Eine Passantin gab mir die Auskunft, dass es sich um ein Juxrennen handelte, dass seit vielen Jahren erstmals wieder stattfindet und große Zustimmung in der Bevölkerung erfährt.

Danach fuhr ich die letzten wenigen Kilometer zum Campingplatz in Bingum/Leer, der sehr ruhig am Westrand von Leer liegt. Vorne neben der Rezeption gab es ein kleines Restaurant, dass wie der Campingpaltz auch von einem Niederländer betrieben wird. Nichts besonderes, aber Schnitzel mit Pommes reichten mir um meinen Hunger zu stillen.