Col de Bussang, Col du Ballon, Col du Hunsrück

Datum Km Σ Km Hm Σ Hm Übernachtung
17.07.2003 93 914 1.447 19.543 Auberge in Kruth

 

An ein französisches Frühstück werde ich mich wohl nie gewöhnen. Wie üblich in Frankreich, gibt es auch hier im Hotel nur Baguette mit Marmelade, etwas Butter und Cafe. Immerhin müssen wir nicht „verhungern“, weil es davon reichlich gibt. Im Hotelzimmer packen wir noch einige Sachen wie Jacke, Ersatztrikot und Fotoapparat zusammen und schon kann es losgehen. Die Räder durften wir übernacht im Billardraum abstellen.

Diesmal verlassen wir Kruth in südlicher Richtung. Wir haben uns vorgenommen zunächst den Col de Bussang hinaufzukurbeln, um nach Saint Maurice de Moselle zu gelangen. Der Col de Bussang (731 m) wird auf der von uns in Fahrtrichtung liegenden rechten Seite nur vom Petit Drumont überragt. Vor fast 2000 Jahren soll hier angeblich eine Römerstraße durchgeführt haben, die das Elsaß mit Lothringen verband.  Übrigens befindet sich in der Nähe des Petit Drumont die Moselquelle, zu der es auch einen Wanderweg gibt. Wir selber radeln weiter in Richtung Passhöhe und machen nur einmal an einem Gedenkstein eine Pause.

Bezüglich der eigenen regionalen Geschichte gibt es im Elsass sehr viel zu sehen. Insbesondere der erste Weltkrieg hat hier in der Region so einige Spuren hinterlassen. Wir würden in den nächsten Tagen noch reichlich davon zu sehen bekommen. Den ersten Pass des heutigen Tages haben wir erst einmal geschafft. Am Abzweig zur Moselquelle vorbei sausen wir hinab nach St. Maurice de Moselle. Bei dem Ort handelt es sich um einen kleinen Ferien- und Wintersportort, nicht besonders groß. Wir halten kurz vor einem Geschäft um das davor stehende Fahrrad zu fotografieren. Ich bin schon fast geneigt, mein Rad gegen das dort stehende zu tauschen (grins!), bis mir auffällt, das es vorne und hinten einen Plattfuß hat. Na dann natürlich nicht!

Unsere weitere Strecke führt uns hinauf zum Col du Ballon (1178 m), zum ersten Mal überschreiten wir in den Vogesen die 1000 er Marke. Die Anstiege in den Vogesen sind nicht besonders steil, deshalb erreichen wir auch ziemlich zügig die Passhöhe, auf der wir an der Seite des Restaurationsgebäudes ein einigermaßen windgeschütztes Plätzchen finden.

Danach geht es weiter in  Richtung Alfeld. Die Talfahrt vom Col du Ballon zum Alfelder See ist wirklich sehr schön. Zwischendurch haben wir einen Blick auf den Grand Ballon, den mit 1424 m höchsten Gipfel der Vogesen. Am Osthang des Grand Ballon radeln wir hinab zum Alfelder See. Der aufgestaute fischreiche See ist wohl einer der schönsten Vogesenseen. Kein Wunder, dass viele den See bei der tollen Wetterlage zum Baden nutzen.

Sehr hoch ist die Staumauer nicht, das hat auch seinen Grund. Zwischen dem etwas tiefer liegenden Sewener See und dem Alfelder See gibt es eine Endmoräne, die wie eine natürliche Barriere wirkt. Im Grunde musste die Endmoräne nur um die Staumauer erhöht werden. In 3 Jahren wurde sie erbaut, von 1884-1887. Für die Zeit natürlich schon ein gewaltiges Bauwerk. Als wir unsere Räder über die Staumauer schieben, werden wir von einem älteren Herrn angesprochen und in ein längeres Gespräch verwickelt.

Er kannte sich in der Region besonders gut aus, durchwanderte die angrenzenden Berge und Hügel seit über 50 Jahren und hielt uns einen durchaus interessanten Vortrag. Vorher waren uns auf den Hügeln oberhalb des Alfelder Sees bereits die Blockhütten aufgefallen. Er kannte sie alle, hatte mehrfach dort oben übernachtet und wusste genau wer sie erbaut hatte. Er gab uns noch ein paar Tipps für die Weiterfahrt, bevor wir uns auf den Weg in Richtung Masevaux machen. In Masevaux gibt es erst einmal ein Eis. Der Ort ist nicht sehr groß, besitzt aber mehrere schöne Plätze mit Brunnen. Ein paar Kilometer hinter Masevaux finden wir eine Stelle, die uns regelrecht zu einer Pause einlädt. Wir nutzen die Gelegenheit. Etwas später am Col du Hundsruck haben wir unser Tagespensum von 1450 Hm, mal abgesehen von den gut 100 Hm zwischen Thann und Kruth, fast geschafft. Locker fahren wir ins Tal genießen den Blick über die Hügel. Die Tageseinteilung ist mal wieder optimal. Reichlich Zeit haben wir um in Ruhe zu Duschen und den Abend im Restaurant zu genießen.