Vorbemerkung > Wir sind dann mal weg!

 Zeitraum

 Σ Distanz

 Σ Höhenmeter

Track

 16.08.2009 - 07.09.2009

 1.156 km

11.600 Hm

   

Die Überschrift dieses Kapitels wird so manchen Leser an ein in Deutschland sehr weit verbreitetes Buch erinnern. Die Rede ist hier von Hape Kerkelings „Ich bin dann mal weg“.

Kerkeling beschreibt in diesem Buch sehr eindrucksvoll die Erlebnisse seiner Pilgerreise nach Santiago de Compostela im Jahr 2001. Er wählte für seine Wanderung den Camino Frances und musste sich wie alle Pilger mit den physischen und psychischen Anforderungen einer solchen Reise auseinandersetzen. Seit der Veröffentlichung des Buches (2006) zeigt die Statistik der in Santiago de Compostela ankommenden Pilger eine überdurchschnittliche Zunahme der Gruppe deutscher Pilger. Im Jahr 2007 waren es 71% mehr als im Vorjahr. Der Zuwachs entsprach damit dem Anstieg der sieben vorausgegangenen Jahre. Aber warum schreibe ich das hier?

Bei der Planung unseres eigenen Pilgerweges wurde uns klar, dass die Zunahme auch negative Auswirkungen haben mußte. Da die meisten Pilger auf dem Camino Frances unterwegs sein würden, graute uns davor abends bei der Ankunft in einer der Herbergen um einen Schlafplatz „kämpfen“ zu müssen.  Unserer Vorstellungen gingen dahin, überwiegend im Zelt zu übernachten und hin und wieder auf Herbergen und Pensionen zurückzugreifen. 

Bei weiteren Internetrecherchen stießen wir auf zwei Alternativstrecken, die vom Umfang her in den uns zur Verfügung stehenden drei Wochen per Rad machbar waren, gleichzeitig aber nicht so stark frequentiert waren. Unsere Wahl fiel auf den Camino Portugués, den alten Pilgerweg von Lissabon nach Santiago de Compostela. Von Santiago aus wollten wir dann auf dem Camino de la Costa bis nach Bilbao radeln. Eine Gesamtstrecke von 1350 km

Die Flüge von Köln nach Lissabon und von Bilbao nach Düsseldorf konnten wir per Internet buchen. Die Kartons zum Transport der Räder erhielten wir wie schon in den Vorjahren von einem großen Fahrradhändler in der Nähe unseres Wohnortes. Für den Rücktransport fanden wir in  Bilbao einen Bikeshop ( www.maestrebilbao.com ), dessen Inhaber sich freundlicherweise bereit erklärte, uns Kartons zur Verfügung zu stellen. Die GPS-Tracks der Pilgerwege entdeckten wir im Internet auf der spanischen Seite www.caminosantiago2010.es . Die Vorbereitungen waren damit im Wesentlichen abgeschlossen. Nun mußten wir noch den Pilgerstatus erlangen. Unsere Pilgerausweise (Credencial del Peregrino) hatten wir bei folgender Adresse für 5,- € + 1,45 € Versandkosten bestellt:

Stiftung Haus St. Jakobus,
Kapellenberg 58,
89610 Oberdischingen

Etwa drei Wochen später, noch im Frühjahr, hielten wir sie in unseren Händen, die Credencial del Peregrino, die unser ständiger Begleiter sein würde. Auf der Rückseite des Pilgerausweises befindet sich eine Grafik, die die einzelnen Pilgerwege sehr anschaulich darstellt.

 

 

Danach durften wir noch lange warten. Starttermin war der 16.08.2009, der Tag, ab dem unsere Kinder auf Fragen nach unserer Person nur eine Anwort kannten: „Die sind dann mal weg!“

 

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