Vorbemerkung

 Zeitraum

 Σ Distanz

 Σ Höhenmeter

Track

Presse

 24.07.1998 - 08.08.1998

 1.120 km

 18.500 Hm

 

Die ursprüngliche Idee, die Alpen in Nord- / Süd-Richtung zu überqueren entstand schon 1995/1996, nachdem  wir die ersten Alpenerfahrungen  in den Dolomiten gesammelt hatten. Wir wussten, dass jeder Pass, sei er auch noch so hoch, mit dem Fahrrad zu bewältigen war.


Die Frage die fast zwangsläufig aufkam, wo denn eigentlich der höchste Alpenpass liegt, war schnell beantwortet, in den Südalpen. Wir stießen über verschiedene Reiseführer auf die “Route des Grandes Alpes”, die berühmte Hochalpenstraße durch die Französischen Alpen. Nah an der Grenze nach Italien gelegen, verläuft sie in Nord / Süd-Richtung und beinhaltet die durch die “Tour de France” bekannt gewordenen Alpenpässe wie den Col du Iseran, den Col du Galibier und den Col d´ Izoard. Den krönenden Abschluss bildet der höchste für den öffentlichen Straßenverkehr zugängliche Pass, der “Cime de la Bonnette”. Seine Höhe von 2802 Meter erreichten die Straßenbaumeister nur durch einen Trick. Ausgehend von der eigentlich knapp 100 m tiefer gelegenen Passhöhe (Restefond de Bonnette) wurde die Straße raffiniert um einen eher unansehnlichen Schuttkegel geführt, um anschließend wieder zur eigentlichen Passhöhe zurückzukehren.

Ein Teil der Streckenführung stand damit so ziemlich fest. Wir wollten uns den höchsten Alpenpass doch nicht entgehen lassen. Gleichzeitig lockten warme Gefilde, das Mittelmeer und eine atemberaubende Abfahrt vom Cime de la Bonnette bis nach Nizza über eine Länge von ca. 120 km.

Zur Festlegung der Etappen und zur Bestimmung der Übernachtungsmöglichkeiten wurden Campingführer studiert und Alternativpläne erarbeitet. An eine Rückkehr mit dem Fahrrad zum Genfer See, dem Startpunkt unserer Reise wurde gedacht, die Idee aber aufgrund des etwas höheren Zeitaufwands anschließend wieder verworfen. Maximal 14 Tage standen uns zur Verfügung, eingerechnet Hin- und Rückreise. Für den ersten Teil unserer Fahrradreise vom Genfer See nach Nizza waren 7 Fahrtage eingeplant, es standen uns somit noch ca. 6 Radfahrtage zur Verfügung. Schnell war die Idee geboren, unsere Tour um eine landschaftliche herrliche Streckenführung durch die Provence zu ergänzen. Es musste nur noch die Möglichkeit der Rückkehr gelöst werden.

Kontakte zur französischen Eisenbahngesellschaft SNCF wurden über die Bundesbahn geknüpft, Fahrpläne gewälzt und nach einem günstig gelegenen Zielort gesucht. Die Wahl fiel auf Avignon, als Ort mit einer direkten Anbindung an die Strecke durch das Rhonetal nach Norden. Mit nur einmaligem Umsteigen (Lyon) sollte es uns gelingen bis zum Genfer See zurück zu kehren. Nun musste “nur” noch ein Termin her ! Sommer war klar, nur in welchem Jahr und wie ließ sich unsere Radtourplanung mit den Einzelplanungen der Familien zusammenbringen? Unsere Frauen und Kinder verhielten sich äußerst kooperativ und so konnten wir recht frühzeitig als gemeinsamen Termin den Sommer 1998 festmachen.

Lange vor dem eigentlichen Start wurden Ausrüstungslisten erstellt, die Ersatzteilmitnahme abgestimmt, Aufgabenverteilungen vorgenommen und die Frage geklärt, wer welche Dinge des täglichen Bedarfs transportiert. Auch musste vorher abgestimmt werden, mit welchem Auto wir zum Genfer See reisen. Wichtig war, für eine solche Tour entsprechend zu trainieren.

Ab dem Zeitpunkt durften wir nur noch warten und von der aus heutiger Sicht für uns unvergesslich gebliebenen Radtour träumen.

 

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