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  Vorbemerkung

 Zeitraum

 Σ Distanz

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Track

Presse

 18.06.2015 - 25.07.2015

 2.875 km
+ 125 km

 9.800 Hm

  

Immer mal wieder hatten wir mit dem Gedanken gespielt, einen Teil des Ostseeküsten Radwegs unter die Räder zu nehmen. Das sich daraus eine so lange Strecke ergeben würde, war ursprünglich nicht vorgesehen. Meine erste Idee bestand lediglich darin, von zu Hause zu starten, ich wollte mir das etwas umständliche Prozedere mit dem Karton und Flugzeug sparen und es so machen wie auf meiner Tour von Dorsten nach Rom. Von einem ehemaligen Arbeitskollegen wusste ich, dass er schon zweimal den Dortmund-Ems-Kanal entlang zur Nordsee gefahren war, seine Erzählungen "klangen mir bei der Planung noch im Ohr". Ihm hatte es gefallen und bis zum Dortmund-Ems-Kanal war es nach Osten hin von Dorsten auch nicht weit.

Schnell war der Gedanke da, die Strecke an der Nordsee entlang mit dem Ostseeküsten Radweg zu verbinden. Als meine Frau dann noch den Vorschlag machte, ab Lübeck bis zur polnischen Grenze (Usedom) mitzuradeln, war die Tour schon fast perfekt. Zuerst sollte es ein erster Teil einer später noch zu vervollständigen Deutschlandumrundung werden, aber warum nicht Dänemark gleich "mitabhaken"? So wurde die Tour immer länger, im östlichen Bereich wurde noch ein wenig "Inselhopping" eingebaut und ein Zeitplan erstellt, im Februar 2015 stand die Strecke dann entgültig fest. Nach der Radtour wollte wir gemeinsam noch eine Woche in Ahlbeck auf Usedom bleiben und ein wenig relaxen, danach sollte es mit dem Zug wieder nach Hause gehen.

Mit ca. 3.000 km (2.875 km Strecke + 125 km für abendliche Ausflüge, bzw. zum Einkaufen) wurde die Tour die bisher längste Radtour meines Lebens. Über die relativ wenigen Höhenmeter freute ich mich, so kam bei den durchschnittlich pro Tag zu bewältigenden 81 Tageskilometer kein Stress auf (3.000 km / 37 Radtage, 1 Pausentag in Lübeck).

Am Tag vor dem Start wurden nur noch die Beine hochgelegt und relaxt. Ein Krimi, der oben an der Nordsee spielte (Ostfriesenangst von Klaus-Peter Wolf) sorgte für die nötige Einstimmung auf die Tour. 

 

km,

 

 


 

 Erste Kilometer auf bekanntem Terrain      

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 18.06.2015  121 +2  123  380  380  Camping Dörenther Klippen

 

Am ersten Tag stand mit den geplanten 116 km bereits die längste Tagesetappe auf dem Programm. Ein Grund mit früh zu starten, um ohne Zeitstress bis kurz vor Ibbenbüren zu radeln. Mein Tagesziel war der Campingplatz Dörenther Klippen, der wenige Kilometer vor Ibbenbüren liegt. Um 07:20 Uhr dann die herzliche Verabschiedung von der Familie, ein letztes Abschiedsfoto mit vollem Gespann noch vor der eigenen Haustür und schon ging es los. Zunächst über Haltern, bis hinter Seppenrade würde ich noch auf bekanntem Rennradterrain unterwegs sein, kurz vor Lüdinghausen ging es dann in Richtung Norden auf den Dortmund/Emskanal Radweg.

Welche Gefühle einen auf den ersten Kilometern so begleiten ist schwer zu beschreiben. Etwas wehmütig ist man schon, weil man die Familie nun 30 Tage nicht sieht, gleichzeitig ist man aber auch neugierig auf die Tour. Wird es Schwierigkeiten geben, werde ich von Pannen wie im letzten Jahr in Südschottland (Freilaufkörper) verschont bleiben? Alles Gedanken, die einen beim Start durch den Kopf gehen, ohne zu wissen, wie es wirklich wird. 

Neugierig auf den Dortmund/Ems-Kanal Radweg, den ich noch nicht befahren hatte, trat ich beherzt in die Pedale, um die ersten Kilometer zu absolvieren. In dem kleinen Ort Lippramsdorf gab es nach 18 km bereits die erste kurze Pause. Nicht, das ich schon eine nötig hatte, es gab einen anderen Grund. Das Cafe Sander war ein beliebter Punkt meiner häufigen Rennradtouren und dort hatte ich von meiner Tour erzählt. Ich wollte mich für die nächsten 6 Wochen verabschieden, denn vorher würde man mich dort nicht wiedersehen.

Zunächst kam ich sehr zügig voran, bereits um kurz nach 09:00 Uhr erreichte ich die Brücke über den Dormund-Emskanal kurz hinter Seppenrade. Der Kanalweg zwischen Lüdinghausen und Senden zeigte sich als reinste Katastrophe, ständig stand ich vor Barrieren, welche den Beginn einer Baustelle anzeigten. Die Wegen waren teilweise von den Baustellenfahrzeugen matschig, einige male musste ich die Baustellen ohne Umleitungsausschilderung mit Hilfe des GPS umfahren. Viele Highlights gab es am Kanal entlang nicht, Radler traf ich so gut wie keinen, ein paar Spaziergänger, ansonsten hatte ich meine Ruhe.

Die große Schleuse im Nordosten von Münster war noch ein paar Fotos wert, ansonsten kurbelte ich bis nach Ibbenbüren durch. Einen kleinen Schrecken gab es unterwegs noch, weil ich mich nichts ahnend in der Einflugschneise vom Flughafen Münster/Osnabrück befand. Über meinem Kopf, keine 50 m entfernt landete gerade ein Airbus 319 oder 320, fast hätte ich mich auf den Boden gelegt.

Bis zum Campingplatz Dörenther Klippen kamen insgesamt 121 km zusammen, ein wenig mehr als geplant, weil ich die Baustellen im Bereich zwischen Lüdinghausen und Senden großräumig umfahren musste.

Eine nette Unterhaltung hatte ich an dem Spätnachmittag auf dem Campingplatz noch mit zwei Brüdern, die einen Teil der Münsterlandroute mit den Rädern befuhren. Sie waren die einzigen Zeltnachbarn auf dem kleinen Rasenstück direkt beim Grill und ungefähr so alt wie unsere Kinder.

Der kurze Ausflug zum "Hockenden Weib" in den Dörinther Klippen misslang ein wenig, weil ich versuchte mit dem Rad dorthin zu gelangen. Um die richtige Perspektive zu bekommen musste man aber auf schmalen Pfaden klettern, was mit meinem Rad nicht möglich war. So erklärt sich auf den letzten Fotos die nicht richtige Perspektive auf die Felsgruppe.

 

 

  

 


 

 Brücken über den Kanal bieten eine hervorragende Unterstellmöglichkeit bei Regen      

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 19.06.2015  90 + 2  215  150  530  Camping Emspark Haren

 

Die Wettervoraussichten für den Tag versprachen einige Regenschauer und genau so kam es auch. Und dennoch schaffte ich es an dem Tag die Regenjacke nicht einmal anzuziehen. Dank einer Regenapp vom Deutschen Wetterdienst konnte ich die Wolkenfronten zeitlich verfolgen und mich jedesmal unter einer Straßenbrücke in Sicherheit bringen. Mich wunderte, dass selbst eine professionell organsierte Radgruppe, die mit einem Reisveranstalter unterwegs war, ständig durch die Regenschauer fuhr. Selber vollkommen nass schauten die Radler mich immer etwas verständnislos an, als sich mich zum zweiten Mal immer noch ohne Regenjacke an trafen.

Mangels Frühstück am Campingplatz, radelte ich um kurz nach 08:00 Uhr zunächst in den kleinen Ort Riesenbeck, in dem es ein Cafe gab. Von den beiden netten Burschen aus Münster und Darfeld hatte ich mich bereits verabschiedet, die wollten weiter nach Tecklenburg.

Kurz vor Lingen traf ich auf das Kernkkraftwerk Lingen, dessen Kühlturm schon voher auf meiner Anfahrt weit sichtbar war. In solchen Momenten wurde ich immer etwas nachdenklich. Da radelte ich hier über die Bauernhöfe, hatte eigentlich Idylle pur und dann dieser Riesenkomplex, von denen viele behaupteten, dass von denen kaum Gefahr ausging. Tschnerobyl und Fukushima waren wohl schon wieder in Vergessenheit geraten. Eine absolute Sicherheit gab es tatsächlich wohl nicht, wie die junge Geschichte bereits bewies.

Wenige Kilometer vor Meppen traf ich auf die oben bereits erwähnte Radlergruppe, die sich zu mir unter eine Brücke stellten. Die Unterkünfte waren alle vorgebucht, wie mir ihr Führer erzählte, ein sehr professionellen Eindruck machte er leider nicht.

Etwas später unterhielt ich mich wieder unter einer Brücke stehend mit einem Arbeiter des Wasser- und Schiffahrtsamtes. Er war stolz darauf, dass der Radweg am Kanal im Bereich Meppen so hervorragend in Schuß war. Er hatte Recht, viele Kilometer war ich auf Asphalt unterwegs. Das meine Radtaschen an dem Tag so dreckig wurden, hat mit den Abschnitten zu tun, wo es eben maal kein Asphalt gab. Der Weg war teilweise so aufgeweicht und matschig, dass ich aufpaasen musste mit dem Rad nicht wegzurutschen.

Die letzten Kilometer von Meppen nach Haren/Ems wurde das Wetter langsam besser. Obwohl es Freitag Nachmittag war, traf ich auf der Strecke niemanden an. Erst kurz vor Haren überholte ich einen Jogger, der dort alleine Sport trieb.

Um ca. 15:00 Uhr stand ich an der Rezeption des "Campingplatzes Emspark Haren", der qualitativ zu den Besseren gezählt werden kann. Die Sanitäranlagen waren top und mein Stellplatz befand sich nicht auf irgendeiner Wiesee, sondern auf einer normalen Parzelle, wie für jeden Wohnwagen auch. 

 

 

  


 

 Die Meyer Werft in Papenburg und seit wann lassen sich Eisenbahnbrücken hochklappen?

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 20.06.2015  78 + 1  294  165  695  Camping Ems Marina Bingum

 

Die Highlights des Tages waren eindeutig die Meyer Werft in Papenburg, die ich mit meiner Frau vor wenigen Jahren schon mal besichtigt hatte und die klappbare Eisenbahnbrücke in Weener. Ansonsten verbrachte ich viele Kilometer auf dem Radweg ohne überhaupt einen Radfahrer oder Hundebesitzer zu sehen. Am Kanal entlang zu fahren wurde inzwischen etwas langweilig, insofern war ich dankbar für ein wenig Abwechslung.

An dem Morgen hatte ich Zeit! Bei 78 Tageskilometern sollte eine Ankunft noch vor 15:00 Uhr möglich sein. Nach dem Cafe verlies ich Haren und kurbelte mein Gespann weiter in Richtung Norden. Die Orte lagen alle etwas abseits, so dass ich von wenigen kurzen Pausen an Schleusen zügig voran kam. 

Am Deich entlang radelnd erreichte ich nach 51 km die Meyerwerft in Papenburg. Schon von weitem war die große Montagehalle vor mir liegend zu sehen. Auf einem großen Schotter-Parkplatz stand ein großer Bus und einige PKW. Die Gäste aus dem Bus standen draußen zusammen und tranken irgendeinen Likör oder Schnaps und Bier. Man bot mir auch einen Likör an, was ich aber in Anbetracht der noch zu radelnden Kilometer ablehnte. Nach ein paar Aufnahmen machte ich mich wieder auf dem Weg um mir ein wenig die Innenstadt von Leer anzusehen.

Vorher traf ich in Weener auf eine interessante Eisenbahnbrücke (Friesenbrücke). Die Brücke ist ein technisches Meisterwerk, die es ermöglicht, die Hälfte der Brücke hochzuklappen. So können die großen Schiffe der Meyerwerft ohne Probleme bis zum Meer fahren. Die Brücke ist 335 m lang und die längste Klappbrücke der Eisenbahn. Sie wurde bereits in den Jahren 1924 bis 1926 erbaut. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde sie in den Jahren 1950 und 1951 in gleicher Form wieder aufgebaut.

Bei der Ankunft in Leer radelte ich in Ruhe durch die Altstadt und staunte nicht schlecht, dass ein Teil der Innenstadt mit Flatterband gesperrt war. Eine Antwort auf die Frage, was dort los war bekam ich sehr schnell, als ich sah, dass Krankenhausbetten mit je einem Patienten im Bett um die Wette durch die Innenstadt geschoben wurden. Eine Passantin gab mir die Auskunft, dass es sich um ein Juxrennen handelte, dass seit vielen Jahren erstmals wieder stattfindet und große Zustimmung in der Bevölkerung erfährt.

Danach fuhr ich die letzten wenigen Kilometer zum Campingplatz in Bingum/Leer, der sehr ruhig am Westrand von Leer liegt. Vorne neben der Rezeption gab es ein kleines Restaurant, dass wie der Campingpaltz auch von einem Niederländer betrieben wird. Nichts besonderes, aber Schnitzel mit Pommes reichten mir um meinen Hunger zu stillen.

 

  

  


 

 Die letzten 84 km über Emden und Norden bis an die Nordsee

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 21.06.2015  84  378  115  810  Nordsee Camp Norddeich

 

Am Abend zuvor waren noch einige Radler angekommen, von denen ich mich zunächst herzlich verabschiedete. Sie wollten weiter bis nach Groningen, also unseren netten Nachbarn einen Besuch abstatten. Bereits um 08:00 Uhr saß ich auf dem Rad. Der Grund, so früh zu starten hatte mit der Wettervorhersage zu tun. Für den frühen Nachmittag war für die Region um Norddeich leichter Regen angesagt, bei einem frühen Start bestand die Möglichkeit, schon vor dem Regen am Zielort zu sein.

Über Leer radelte ich an dem Morgen auf der Ostseite des Ems-Deichs entlang nach Norden. Die Landschaft war hier im Norden fast durchgängig durch endlose Wiesen geprägt, erst bei meiner Ankunft in Emden änderte sich das. Mein Weg führte durch Zufall an der Jugendherberge vorbei, übernachten wollte ich dort natürlich nicht, mich zog es weiter in Richtung Norden. Emden besitzt eine nette Altstadt, in der ich ein paar Fotos machte, lange hielt ich mich dort aber nicht auf. 

In dem kleinen Ort Osterhusen etwas nördlich von Emden fand ich ein Cafe, dass Sonntags geöffnet hatte. Klar, dass ich diese Möglichkeit ausnutzte, um eine kleine Pause einzulegen. Danach führte mein Weg an zahllosen Bauernhöfen vorbei durch die Wiesen, leider wurde der Tag dadurch ein wenig eintönig. In Marienhafe traf ich auf eine Eisdiele. Draußen saß ein junges Pärchen, mit denen ich mich ein wenig unterhielt, ansonsten war in dem Ort nicht viel los. Von der alten Kirche mit dem angrenzenden Friedhof machte ich noch zwei Fotos, danach radelte ich wieder los.

Inzwischen war es 12:00 Uhr, ab dem Zeitpunkt war leichter Regen angekündigt. Mal abgesehen von ein paar Tropfen, blieb es aber relativ trocken. Die Regenjacke musste ich bis nach Nordeich nicht anziehen.

Im kleinen Ort Hage, östlich von Norden traf ich auf ein Dorffest. Was dort gefeiert wurde, wusste ich nicht, ein Schützenfest schien das nicht zu sein, zumindest hingen keine entsprechenden Banner aus, wie sonst üblich. An dem Bratwurststand konnte ich natürlich nicht vorbeiradeln, dadurch ergab sich auch die Möglichkeit, mal in das große Zelt zu schauen.

Bis nach Norden war es dann nicht mehr weit. Der Ort gefiel mir recht gut, weil er einiges an Einkaufsmöglichkeiten bot. Im Zentrum gab es an dem Sonntag sogar einen großen Blumenmarkt.

Bis zum Norseecamp Norddeich waren dann nur noch ca. 5 km zu radeln. Nach 84 Tageskilometern und 378 Gesamtkilometern stand ich an der Nordsee, um einen Tag später auf die North Sea Cycle Route zu schwenken. Der Campingplatz war zwar sehr luxoriös, mit 17,50 € aber relativ teuer, eine andere Alternative hatte ich aber nicht. 

Schön, dass ich so früh mein Zelt aufgebaut hatte, kaum war ich geduscht und saß im warmen Aufenthaltsraum, das fing es für knapp zwei Stunden an zu schütten. Ab 17:30 Uhr klarte es auf und ich konnte die Abendstunden in der Sonne noch nutzen, um auf meiner Tour zum erstenmal über den Deich an die Nordsee zu laufen.

 

  

 


 

 Eine Regenzwangspause am Fährhafen nach Wangerooge

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 22.06.2015   74 + 6  458  90  900  Campingplatz Schillig

 

Am Abend zuvor hatte ich noch eine Familie aus dem Baskenland kennengelernt. Vater, Mutter und Tochter waren mit dem Rad von Rotterdam aus unterwegs, um bis nach Hamburg zu radeln. Dort sollte ihr Tour enden. Als wir auf das Thema "Pilgern in Spanien" kamen, waren sie hin und weg. Die Mutter war mit ihrer Tochter schon mal die Via de la Plata gelaufen, klar dass da ein wenig Gespächsstoff da war.

An dem Morgen frühstückten wir noch zusammen im Aufenthaltsraum, danach machte ich mich um 08:00 Uhr auf den Weg.

Eine dicke Wolkenfront zog vor mir ab nach Osten und die Sonne strahlte bereits, als ich am Fähranleger der Fähre nach Norderney vorbeifuhr. Noch im Winter hatten wir ein paar Tage mit der Familie auf der Insel verbracht.

Weiter ging es in zügigem Tempo mit Rückenwind nach Osten. Die Landschaft vor den Deichen war relativ eintönig, ein wenig Abwechslung brachten die kleinen Orte wie Bensersiel, Neuharlingersiel und Harlesiel. In Haresiel schaffte ich es dank Regenapp so gerade bis an den Fähranleger nach Wangerooge. Dort gab es eine große Überdachung, unter der sich viele Touristen unterstellten. Ich nutzte die Stunde bis zum Ende des Regens und unterhielt mich einige Zeit mit einem netten Ehepaar.

Nach dem Regen konnte ich in einem Zug bis nach Schillig durchradeln. Das Wetter besserte sich für 2 Stunden, so dass ich es schaffte auch das Zelt noch im Trocknen aufzubauen. Der Platz ist für meien Geschmack einfach viel zu riesig, auf der Zeltwiese stand das nächste und einzige weiter Zelt in 100 m Entfernung. Mal schauen, ob ich es gleich in einer Regenpause noch schaffe einen Supermarkt anzufahren.

Linsensuppe aus der Dose mit Brühwürtschen reichten an dem Tag, alles selbst warm gemacht, so langsam werde ich fast noch ein Koch.

 

 

   

 


 

 Einmal rund um den Jadebusen

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 23.06.2015  84  542  100  1000  Camping Tossens

 

Inzwischen hatte sich bei mir der Zeitrythmus eingestellt. So um kurz vor 07:00 Uhr wurde ich wach und saß um ca. 08:00 Uhr bereits auf dem Rad. Beim Verlassen des Platzes sah es zunächst so aus, wie wenn es mal wieder einen kurzen Regenschauer geben würde. Aus dem Grund ging ich in die Rezeption und unterhielt mich ein wenig mit einem älteren Herrn, der als einziger sich um die Uhrzeit um die Gäste kümmerte. Er zeigte mir ein Foto von einem Jahr, in dem der Platz vollkommen überflutet wurde. Nur das Rezeptionsgebäude ragte noch aus dem Wasser empor. Da ich noch Zeit hatte, füllte ich für ihn einen Fagebogen aus, um die Qualität des Platzes zu beurteilen. Da gab es allerdings zwei Punkte, die mir sofort ins Auge fielen. Ein fehlender Aufenthaltsraum für Camper, die mit dem Zelt unterwegs waren und ein Supermarkt. Bei der Größe des Platzes gehörte ein Supermarkt auf jeden Fall dazu.

Bei meiner Abfahrt war es in Horumersiel noch sehr ruhig, kaum ein Mensch war so früh auf den Beinen. Um so ruhiger konnte ich mit meinem Gespann in Richtung Süden nach Wilhelmshaven radeln, meinem ersten Zwischenziel. In Wilhelmshaven gefielen mir die Wohngegenden, die ich durchfuhr nicht. Alles wirkte gleich und langweilig, halt viele Häuser aus den Nachkriegsjahren. Im Hafen traf ich auf die Kaiser Wilhem Brücke, die schon eher etwas hergab, in Blickrichtung nach links ein Schiff der Bundeswehr.

Am Südstrand entlang fuhr ich auf der geschützten Deichseite bis zum Flughafen Wilhelmshaven-Mariensiel. Mehrere Mal konnte ich dort einen Hubschrauber aufsteigen und wieder landen sehen. Vielleicht handelte es sich ja um eine Flugschule, anders machten die Manöver aus meiner Sicht wenig Sinn.

Danach hatte ich endlich wieder den Nordwestwind im Rücken und wurde bis in den nett anzusehenden Ort Dangast "geblasen". Dort gab es einen kleinen Hafen und etwas Gastronomie. Draußen vor der Eisdiele wurde ich von einem Einheimischen angesprochen, er erzählte mir, dass er mit dem Rad schon mal 3 Monate durch Europa getourt ist. 

Über die weitere Fahrt um den Jadebusen gibt es wenig zu schreiben. Endlos ging es auf Betonplatten, die gut zu befahren waren, auf der geschützten Seite des Deiches lang. Vom Meer konnte man dort nur etwas sehen, wenn man den Deich hinauf lief.

Um ca. 14:30 Uhr erreichte ich den Knaus Campingplatz in Tossens. Er liegt im nicht geschützten Bereich direkt am Meer, ist also auch einer der Plätze wie in Schillig, die im Winter geräumt werden müssen. Auffallend war am Sanitärgebäude nicht nur die Tatsache, dass es auf einen Hügel gebaut wurde, die Türen hatten darüber hinaus wohl zusätzlich wasserdichte Metalltüren, die bei einer Sturmflut geschlossen werden konnten.

 

 

  


 

 Mit Rückenwind zum Fähranleger der Weserfähre von Blexen nach Bremerhaven

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 24.06.2015  73  615  120  1120  Camping Muschelgrund

 

Wen freut es nicht, wenn die Menschen ein wenig flexibel sind! So auch am Campingpaltz in Tossens. Für den Zutritt zu den Sanitäranlagen benötigte man einen Schlüssel, den es normalerweise nur für 10 Euro Pfand gab. Leider war es nur so, dass die Rezeption morgens erst um 09:00 Uhr besetzt war und so spät starten wollte ich nicht. Der gute Mensch gab mir den Schlüssel ohne Pfandgeld, ich musste wohl sein Vertrauen geweckt haben.

Vertrauen sollte man nicht zerstören, klar das der Schlüssel bei meinem Verlassen des Platzes ordnungsgemäß im Briefkasten landete, danach fuhr ich direkt los. Die 27 km bis zur Fähre über die Weser wurde ich mit meinem Gespann vom Nordwestwind getragen, zügig kam ich an dem Morgen voran.

Eine kleine Überraschung gab es noch auf dem Weg. Weit vor mir waren Radler zu sehen, also gab ich etwas Gas. Tja und dann gab es eine herzliche Begrüßung, ich hatte nicht mehr damit gerechnet die baskische Familie aus San Sebastian noch einmal wieder zu treffen. Wir freuten uns auf unser Wiedersehen und radelten gemeinsam zum Fähranleger in Blexen.

Beim Übersetzen nach Bremerhaven sahen die Wolken wieder bedrohlich aus, ein paar Tropfen kamen vom Himmel und jeder hatte seinen eigenen Plan. So kam es, dass wir uns direkt wieder aus den Augen verloren. Ob ich sie nochmal treffen würde?

Was danach folgte, war Großindustrie pur! Kilometer lang radelte ich durch den Industriehafen von Bremerhaven. Riesige Schiffe lagen dort und hunderte neue PKW´s der unterschiedlichsten Marken standen dort, um auf verschiedene Schiffe verladen zu werden. Gewaltige Kräne hoben die LKW Container wie Legosteine in den Bauch der Schiffe.

Kaum hatte ich den Zoll passiert stand ich wieder in einer ländlchen Idylle, die einen enormen Kontrast bot. Alte teilweise ungepflegte Häuser die mal ein wenig Farbe gebrauchen konnten und alte Gastwirtschaften, die schon mal bessere Zeiten gesehen haben, gab es dort in den winzigen Dörfern zu sehen. Danach ging es wieder am Deich entlang in Richtung Norden. Die ersten Kilometer waren ein Kampf, weil der Wind noch aus Nordwesten blies und ich nach Nordwesten fuhr. Im Laufe des Vormittags kamen zwei Dinge zusammen, die das radeln leichter machten. Der Wind kam von Westen und meine Fahrtrichtung schwenkte nach Nordost.

Auf dem Tagesabschnitt traf ich mehrere Radler, die auf Teilstücken der Northsea Cycle Route unterwegs waren, ein wenig Smalltalk auf meinem Weg alleine tat auch ganz gut. In Erinnerung geblieben ist mir vor allen Dingen ein Pärchen, die den Weserradweg hinaufgefahren waren und deren Ziel ebenfalls Cuxhaven war. Sie waren mit einem E-Bike-Tandem (Flyer) unterwegs und hatten trotz eigenem Übergewicht wohl viel Spaß auf ihrer Tour.

Bereits um kurz vor 14:00 Uhr erreichte ich den Campingplatz Muschelgrund, der kurz vor Cuxhaven liegt. Die Spannung stieg! War der von Claudia vor fünf Tagen zuvor versandte Brief rechtzeitig angekommen? Ich hatte vor meinem Start in Dorsten mir eine Daten Prepaid Karte bestellt, die bei großem Datenvolumen relativ günstig war und für 11 europäische Länder galt. Leider war sie vor meinem Start wegen eines DHL-Streiks nicht mehr rechtzeitig in Dorsten angekommen. So enstand die Idee, den Brief zum Campingplatz Muschelgrund zu senden. Ich hatte Glück, trotz des anhaltenden Streiks war der Brief 5 Tage später exakt am Tag meiner Ankunft auf dem Campingplatz angekommen.

Die Wetterlage könnte ein wenig besser sein, es regnete zwar nicht, aber alle liefen hier dick vermummt in langer Hose und Jacke rum.

 

 

   


 

 Etwas nervige Bauern und über die Elbe nach Brunsbüttel

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 25.06.2015  102 + 5  722  120  1240  Camping Elbdeich Brunsbüttel

 

Die Temperaturen waren schon in der Nacht merklich gestiegen! Schon beim Aufstehen keinen Flies anziehen zu müssen hatte schon was. Das Zelt war absolut trocken und der Tag würde von der Wetterlage her betrachtet der schönste Tag der ersten acht Tage werden. Morgens war es noch etwas dunstig, zuim Mittag hin als ich über die Elbe nach Glückstadt fuhr kam nur noch blauer Himmel pur.

Auf den ersten 10 Kilometern bis Cuxhaven sah ich viele leere Strände mit verweisten Strandkörbe, einige Jogger waren unterwegs, ansonsten herrschte absolute Ruhe. Im Fischereihafen von Cuxhaven wurde es wie schon in Bremerhaven etwas nervig, auf die großen Lastwagen aufzupassen. Unvorstellbar, welche Mengen an Gütern an solchen Umschlagplätzen auf die Straßen gesetzt wurden.

Mein Track war im östlichen Gewerbegebiet nicht ganz korrekt. In derr Annahme einen kleinen Stichweg auf den Deich fahren zu können fuhr ich 500 m in das Gewerbegebiet. Dot ging es aber absolut nicht weiter, aus dem Grund musste ich die Strecke zurückfahren.

Endlich wieder am Deich kam ich etwas später an der "Dicken Berta" vorbei, ein ehemaliger Leuchturm, der zu bestimmten Zeiten besichtigt werden konnte.

Und dann kam der Bereich, indem es etwas nervig wurde. Immer auf dem ausgeschilderten Radweg unterwegs, stand ich mehrmals vor abgeschlossenen Gattern, ich musst also zurück um auf der anderen Deichseite weiterzufahren. Für welche Deichseite ich mich auch entschied, es war immer falsch, spätestens 2 bis 3 km weiter stand ich wieder vor dem nächsten Tor. Ich musste zwar immer nur wenige hundert Meter zurück um wieder die Seite zu wechseln, nervig war das aber schon. Was dachten sich die Bauern dabei? Die weidenden Schafe konnten nicht der Grund sein, im Bereich der Tore waren im Boden Stahlroste eingelassen. Die Tore hätten offen stehen können und kein Schaf würde über das Rost entrinnen.

Kurz vor der Überquerung des Flusses Oste stand ich wieder vor so einem abgeschlossenen Tor. Ich musste einen Umweg von 2 - 3 km fahren um von der Südseite über die Oste zu fahren. Ein wenig Spaß hatte ich dort mit einem Monteur am Ostewehr. Eigentlich wäre er nur für die Elektrik zuständig, so seine Worte. Ein wenig Fett an der Mechanik wäre aber für die Funktion sehr gut. Er machte das wohl gerne, strahlte mich an und wünschte mir einen weiteren guten Weg. 

Bei dem Westwind kam ich mit meinem Gespann zügig voran, so dass ich bereits um 11:45 Uhr nach 70 km am Fähranleger der Fähre von Wischhafen nach Glückstadt stand. Eine Wartezeit gab es nicht, die Fähre wurde gerade mit PKW´s und LKW beladen, ich konnte sofort ohne zu stoppen auf die Fähre radeln. Auf der Fähre kam ich kurz in ein nettes Gespräch mit einem etwa 70 jährigen Ehepaar. Sie waren bereits ca. 600 km mit den Rädern untewegs und mussten nur noch ein wenig an der Elbe entlang fahren um wieder zu Hause zu sein.

Die weitere Fahrt nach Brunsbüttel verlief problemlos. Nicht direkt an der Küste entlang führte meine Strecke an vielen Bauernhöfen vorbei. Links von mir zu sehen war noch das etwas bedrohlich wirkende Kernkraftwerk Brunsbüttel zu sehen, ansonsten gab es auf den 30 km nicht viel zu sehen.

Bei meiner Ankunft in Brunsbüttel ging es erst einmal kostenlos mit der Fähre über den Nord-Ostsee-Kanal. Das die Fähre kostenlos war sollte noch aus den Zeiten des Baus stammen. Damals hatte Kaiser Wilhelm bereits festgelegt, dass die Fähren über den Kanal die Fahrzeuge und Menschen kostenlos transportieren sollten. So war es noch heute.

Der Campingplatz am Elbdeich liegt am Rande der Stadt, er ist sehr klein, entsprach aber genau meinen Vorstellungen. Es gibt keine große Rezeption (Anmeldung in einem Haus am Deich) und die Sanitäranlagen sind ok. Besser und ruhiger konnte ich es für die eine Nacht nicht antreffen.

Später musste ich noch einmal in die Stadt um fürs Frühstück einzukaufen, ansonsten war relaxen mit Blick auf die Elbemündung angesagt

 

 

 


 

 Alte Erinnerungen wurden in Büsam wach, danach ging es weiter nach St. Peter Ording   

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 26.06.2015  96 + 7  825  120  1360  Camping Biehl Sankt Peter Ording

 

Am Abend zuvor hatte ich noch ein längeres Gespräch mit Joachim einem Radler aus Wuppertal und einem Orgelbauer aus Rendsburg. Während Joachim eine ähnliche Tour wie ich fuhr, war der Orgelbauer beruflich im Ort. Er hatte einiges an der Orgel der Kirche in Brunsbüttel zu tun. Wir verabschiedetenn uns an dem Morgen herzlich, nicht wissend, dass ich Joachim am Campingplatz Biehl in St. Peter Ording am selben Abend wieder traf.

Die ersten Kilometer nördlich von Brunsbüttel verlief meine Strecke durch endlos erscheinende Wiesen. Außer Kühen und ein paar winzige Orte gab es da wenig zu sehen. Interessanter wurde es wieder am Meer. 

Mehrere Male musste ich auf die Meerseite des Deiches wechseln, mit der Konsequenz, dass dort die Schafe weideten. So langsam wurde ich ein Meister im Schafsköttel umfahren. Mit dem Vorderrad meines Fahrrades war das ja noch einfach, dahinter lief aber der Hänger mit doppelter Spur. Irgendwie gelang es mir einigermaßen sauber nach Büsum zu kommen. Einen Sturz hatte ich auch nicht zu verzeichnen, wobei das durchaus denkbar war, weil manche Schafe sich einfach nicht von der Stelle bewegten.

In Büsum wurden alte Erinnerungen wach, vor vielen Jahren hatten wir als die Kinder noch klein waren unseren Familienurlaub dort verbracht. Die Kinder hatten damals reichlich Spaß daran, den in Büsum neu gekauften Drachen steigen lassen. Am Hafen stärkte ich mich ein wenig, bevor es durch die Einkaufsstraße weiter in Richtung Norden ging. Bis St. Peter Ording waren noch ca. 35 km zu radeln, es war erst 11:00 Uhr, insofern gab es kein zeitliches Problem.

Nördlich von Büsum trifft man am Meer unweigerlich auf das Eider Stauwerk, dasst schon ein gewaltiges Bauwerk ist. Viele Touristen fahren aber nicht nur wegen des Bauwerks dorthin, sie besichtigten dort im Watt auch die Brutstätten der Eiderenten.

Eine kurze Pause gab es noch an einer Deichkaate, auf deren Terasse ich eine Apfelschorle trank, danach ging es auf der Meerseite des Deiches weiter zwischen den weidenden Schafne hindurch nach st. Peter Ording.

Die weit ins Wattenmeer gebaute Holzbrücke war schon frühzeitig  zu sehen. Fünfzehn Minuten später stand ich im Ort und staunte nicht schlecht, welche Massen an Touristen dort unterwegs waren. Ein paar Fotos und schon ging es weiter zum drei Kilometer nördlich vom Ort liegenden Campingplatz. Der Platz ist qualitativ sehr gut ausgestattet, kostete aber auch 17,50 Euro, was ich deutlich zu viel fand.

Gespräche über meine Tour gab es an dem Tag reichlich, immer wieder wurde ich auf meinen Hänger angesprochen, der halt für viele irgendwie nicht in ihre eigenen Vorstellungen passt. Aber das kannte ich ja schon von meiner Tour drei Jahre zuvor nach Rom.

 

 

 


 

  Der Leuchturm von Westerhever und die Fahrt über Husum nach Magarethenruh (Nordstrand)   

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 27.06.2015  89  914  170  1.530  Camping Magarethenruh (Nordstrand)

 

Den Campingplatz in St.Peter Ording verlies ich direkt durch ein Seitentor auf den Deichweg, der direkt hinter dem Platz verläuft. Mein erstes Tagesziel war der Leuchturm von Westerhever, der mir von Karl Schroer, den ich auf meiner Tour nach Rom kennengelernt hatte, empfohlen wurde. Wie man an den Fotos sehen kann, hatte sich der Besuch auf jeden Fall gelohnt. Auf dem Weg dorthin traf ich einen netten Radler mit dem Namen Olaf. Olaf kam aus Düsseldorf und war die Lippe entlang über Dorsten zum Dortmund-Emskanal geradelt und dann auf derselben Strecke wie ich unterwegs. Wir verstanden uns sofort und fuhren die Strecke am Deich entlang bis Husum gemeinsam. Dort trennte sich unser Weg, weil ich ja noch meine Schleife östlich um Husum fahren wollte.

Die östliche Schleife hatte ich eingeplant, um mir den Flugplatz in Schwesing und die Kaserne an der Flensburger Chausee anzusehen. Dort hatte ich meine Monate bei der Bundeswehr verbracht. Das war jetzt 37 Jahr her und an den Katastrophen Winter mit Schneehöhen von 2 m konnte sich hier noch jeder erinnern.

Danach fuhr ich noch zum Schloss. Dort genehmigte ich mir eine Apfelschorle, bevor es weiter in Richtung Hafen ging. Ja, vor 37 Jahren war ich so einige Male dort am alten Hafen gewesen und hatte mir ein Fischbrötchen gekauft. Die Zeiten änderten sich, jetzt gab es dort nur noch Restaurants. In ein Restaurat gehen wollte ich nicht, aus dem Grund verzichtete ich auf den Genuss und fuhr weiter in Richtung Nordstrand.

Auf der Strecke hatte ich reichlich Gegenwind. so dass ich für die ca. 20 km noch 1 1/2 Stunden brauchte. Um kurz vor drei Stand ich am Ziel, dem kleinen wirklich idyllisch zu nennenden Platz in Magarethenruh. Der Platz hat nur wenige Stellplätze, dafür aber einen wunderschönen Aufenthaltsraum, in dem ich diese Zeilen schrieb.

 

 

  


 

 Nach 985 km geht es am 11.Tag über die Grenze nach Dänemark

 Datum  km  Σ Km  Hm  Σ Hm  Übernachtung
 28.06.2015  83  997  95  1.625  Vadehavs Camping

 

Der kleine Campingplatz in Magarethenruh (Nordstrand) hatte mir sehr gut gefallen. Am Abend zuvor war noch eine sehr nette Stimmung entstanden, weil der Platzbesitzer noch bei jedem vorbeischaute und mit vielen ein längeres Gespräch führte. Meinem Nachbarn half er bei der Ausrichtung seiner Satellitenantenne, weil dieser seinen Fernseher nicht ans Laufen bekam. Auch wenn ich nur wenige Stunden auf dem Platz verbrachte war zu spüren, dass sich fast alle bereits kannten.

Als ich mein Zelt an dem Morgen bereits um 06:30 Uhr öffnete, war das erste was ich sah der wolkenfreie blaue Himmel. Es machte richtig Spaß in Ruhe den Cafe zu kochen, weil es absolut ruhig war. Noch niemand ausser mir war bereits aufgestanden, außer den gurrenden fetten Wildtauben warnen keine Geräusche zu hören.

Um 07:30 Uhr saß ich bereits auf dem Rad und kurbelte gegen den Wind in Richtung Westen. Mein Ziel bestand ja darin, möglich nah an der Küste entlang zu fahren. So radelte ich bei dem schönen Wetter einmal um die "Halbinsel" Nordstrand herum, lies den Fähranleger nach Pellworm aber links liegen und kam so relativ zügig nach Norden. Die Duchschnittsgeschwindigkeit wäre an dem Tag deutlich höher audgefallen, wären nicht die ständigen Schafsgatter gewesen. Ich hatte in den Tagen ja schon viele passiert und mir inzwischen eine Trick angewöhnt. Um mit dem Gespann durch so ein Tor zu kommen, muss man wissen, dass dieses eine Neigung besitzt,